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AssCompact 04/2018

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INVESTMENT © psdesign1

INVESTMENT © psdesign1 – Fotolia.com Europäische Aktienchancen mit Branchenchampions nutzen Vieles spricht dafür, dass europäische Aktien sich weiterhin gut entwickeln. Gleichzeitig gibt es mögliche Störfaktoren, die Anleger im Auge behalten sollten. Daher empfiehlt es sich, Chancen am europäischen Aktienmarkt über Branchenchampions zu nutzen.Denn deren langfristige Wettbewerbsvorteile kommen der Aktienentwicklung zugute. Wechselhaft und unberechenbar präsentiert sich das Wetter in Mitteleuropa jetzt im Frühjahr zumeist. Sonnige Tage mit sommerlicher Wärme sind in dieser Zeit ebenso möglich wie Kaltlufteinbrüche mit Schneeschauern. Trotz dieser Wechselhaftigkeit ist gerade das Frühjahr die Zeit, welche in der Landwirtschaft die Basis für die Erträge des kommenden Jahres schafft. Am europäischen Aktienmarkt fällt das Bild derzeit ähnlich gemischt aus wie die typische Wetterlage im mitteleuropäischen Frühjahr. Auf der einen Seite spricht vieles dafür, dass sich der Markt auf Sicht der kommenden Monate weiterhin gut entwickelt. Erstens hat der konjunkturelle Aufschwung den Kontinent insgesamt erfasst, gestützt von einer anhaltend lockeren Geldpolitik der Europäischen Zentralbank. Gemäß dem Einkaufsmanagerindex (PMI) erreichten das Beschäftigungswachstum in der Eurozone und die Auftragseingänge in der verarbeitenden Industrie die höchsten Stände seit 17 Jahren. Damit steht einem robusten Wachstum nichts im Wege. Zweitens legen die Unternehmensgewinne angesichts der guten Konjunktur kräftig zu – im laufenden Jahr um voraussichtlich bis zu fünfzehn Prozent. Dabei kommt den Unternehmen zugute, dass die Wirtschaft nicht nur auf dem Heimatmarkt, sondern weltweit wächst. Das führt zu starken Bilanzen und Cashflows sowie steigenden Dividenden, es hebt die Stimmung der Verbraucher und fördert Investitionen. Drittens sind europäische Aktien im Vergleich zu anderen Märkten wie etwa US-Titeln günstiger bepreist. Auch gegenüber ihren historischen Bewertungen sind europäische Aktien nicht teuer. Mögliche Störfaktoren im Auge behalten Gleichzeitig gilt es, mögliche Störfaktoren im Auge zu be - halten. Dazu zählen politische Risiken wie die schwebende Regierungsbildung in Italien, der Fortschritt der Brexit-Verhandlungen zwischen Großbritannien und der Europäischen Union, Kataloniens Streben nach Unabhängigkeit von Spanien, die Agenda von US-Präsident Donald Trump – insbesondere hinsichtlich des Welthandels –, die Spannungen im Nahen Osten, die Umgestaltung der chinesischen Wirtschaft sowie die politische Lage in Nordkorea. Auch wenn einige dieser möglichen Krisenherde räumlich in einiger Entfernung zu Europa liegen, könnten sie weitreichende Folgen für den Kontinent, seine Wirtschaft und die Kapitalmärkte haben. Ausschläge bei der Volatilität sind also nicht ausgeschlossen – siehe den Einbruch am Aktienmarkt Anfang Februar, der viele Anleger wie ein kalter Regenguss erwischt haben dürfte. Während Landwirte kaum auf die Idee kämen, ihre Felder nur wegen der typischen unsicheren Wetterlage im Frühjahr nicht zu bestellen, zögern Anleger nach der kalten Dusche Anfang Februar mitunter. Sie fragen sich, inwieweit europäische Aktien nach der mehrjährigen Rallye noch Luft nach oben haben und inwiefern es sich daher lohnt, weiterhin investiert zu sein. Dabei gehört die Volatilität zum Kapitalmarkt wie das wechselhafte Wetter zum mitteleuropäischen Frühjahr. Zudem bietet sich für jedes Umfeld am Kapitalmarkt die passende Anlagestrategie – ebenso, wie es für jedes Wetter die passende Kleidung gibt. 74 April 2018

Stabiles wirtschaftliches Umfeld Grundsätzlich geben uns die Aktienmarktentwicklungen Anfang Februar keinen Grund zur Sorge, dass wir mit unserer Prognose eines starken globalen Wachstums und deutlichen Anstiegs der Gewinne je Aktie falsch liegen könnten. Denn hinter dieser Marktkorrektur standen unserer Ansicht nach eher bewertungstechnische als fundamentale Faktoren. Daher haben wir unsere Positionen in Aktien, die wir für wirklich werthaltig halten, ausgebaut. Im aktuellen Umfeld, das wie beschrieben neben zahlreichen positiven Faktoren von einigen möglichen kritischen Einflüssen geprägt ist, sind Aktien von Branchenchampions – sprich qualitativ hochwertigen europäischen Unternehmen mit langfristigen Wettbewerbsvorteilen, die über eine ausgeprägte Angebotsdynamik verfügen und die gegenüber Wettbewerbern hohe Eintrittsbarrieren errichten können – unserer Ansicht nach besonders interessant. Denn diese haben in den vergang enen Jahren auch dann ein überdurchschnittliches Ertragswachstum verzeichnet und ihre Aktionäre mit hohen Anlageerträgen erfreut, wenn es am breiten Markt turbulenter zuging. Damit haben sie sich gewissermaßen als Allwetter-Aktien bewährt. Grund dafür ist die am Markt verbreitete Annahme, dass Wettbewerbsvorteile von Unternehmen im Laufe der Zeit verschwinden. Teilweise ist die Annahme berechtigt, aber eben nur teilweise. Dennoch ist sie in der Regel in die Aktienkurse eingepreist. Daraus ergeben sich attraktive Anlageideen für aktive Portfoliomanager. Denn vielfach sind auch Aktien von Unternehmen, die ihre herausragende Stellung langfristig beibehalten können, zu günstig bewertet. kostengünstigste Produzent kann seine Konkurrenten verdrängen – siehe die Airline Ryanair, die vom Marktaustritt der Gesellschaften Monarch und Air Berlin profitiert. Günstig wirkt drittens der Netzwerkeffekt, indem der Wert einer Dienstleistung steigt, je mehr Menschen diese nutzen – etwa beim Softwareunternehmen Amadeus, das die IT-Infrastruktur für Online-Reservierungssysteme bereitstellt. Viertens ist eine optimale Betriebsgröße vorteilhaft. Und fünftens wirken Kosten, die mit dem Wechsel des Anbieters verbunden sind, günstig – siehe den britischen Medienkonzern RELX Group. Ohne diese fünf Vorteile würde der Wettbewerbsdruck die Unternehmensgewinne vermutlich schnell aufzehren. Anhand dieser Kriterien lässt sich ein konzentriertes Portfolio aus etwa 40 europäischen Champions-Aktien erstellen, das sich als langfristiges Basisinvestment eignet. Besonders attraktiv sind momentan die Sektoren Industrie und Verbraucherdienste. Ein konzentrierter Ansatz zahlt sich aus Dass ein konzentrierter Investmentansatz bei europäischen Aktien langfristig bessere Renditen erzielen kann als der breite Markt, zeigt die Strategie European Select von Columbia Threadneedle. Diese ist seit 30 Jahren auf dem Markt und gehört über verschiedene Zeiträume zu den ertragreichsten innerhalb ihrer Vergleichsgruppe. Über zehn Jahre belegt sie beim Fondsanalysehaus Morningstar den 2. Platz von 27 Produkten. In dieser Zeit hat sie pro Jahr im Schnitt 8,6% Nettorendite erzielt – eine deutliche Outperformance gegenüber der Gruppe, die auf nur 5,6% kam, und dem Vergleichsindex FTSE World Europe ex UK Total Return mit 5,7%. Verzerrte Wahrnehmung langfristiger Fakten Momentaufnahmen können die Wahrnehmung solcher langfristigen Fakten verzerren, sie ändern aber nichts daran. Das gilt für die Wertentwicklung am Kapitalmarkt ebenso wie beim Wetter. So gilt das Wetter auf den britischen Inseln als unbeständig und regnerisch. Doch ein Blick auf die Klimadaten zeigt: Im langjährigen Mittel regnet es in London pro Jahr weniger als an vielen Orten am Mittelmeer. Daher sollten Anleger die Chancen europäischer Aktien trotz möglicher gelegentlicher Ausreißer bei der Volatilität nicht ungenutzt lassen. In den global investierenden gemischten Portfolios bei Columbia Threadneedle gehören sie unter dem Strich zu den bevorzugten Werten. W Porters Fünf-Kräfte-Modell Wer am europäischen Aktienmarkt nach Champions-Aktien Ausschau halten möchte, sollte vor allem auf fünf Kriterien achten, die Harvard-Ökonom Michael Porter definiert hat. Dazu gehören erstens immaterielle Vermögenswerte wie Marken oder Patente, die verhindern, dass neue Wettbewerber in den Markt eintreten – etwa bei dem Konsumgüterhersteller Unilever. Zweitens spielen Kostenvorteile eine Rolle, denn der Von Mark Nichols, Manager für europäische Aktienfonds bei Columbia Threadneedle Investments April 2018 75

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