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AssCompact 04/2020

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KRANKENVERSICHERUNG

KRANKENVERSICHERUNG „Die PKV bietet nicht nur Hilfe bei Krankheit“ Interview mit Nina Henschel, Mitglied des Vorstands der R+V Krankenversicherung AG Gesundheit ist ein Megatrend unserer Zeit. Doch noch kümmern sich zu wenige um eine entsprechende Absicherung – gerade in Zeiten von Covid-19. R+V klärt über die wichtigsten Themen auf und investiert in Gesundheitsinnovationen. Frau Henschel, die Deutschen scheinen sich immer mehr mit dem Thema Gesundheit auseinandersetzen, oder? Die Situation ist hier sehr uneinheitlich. Ein Beispiel: In Umfragen geben mindestens 80% der Menschen an, dass die Gesundheit das Wichtigste überhaupt im Leben ist. Allerdings meiden viele Menschen dennoch dieses Thema, gerade wenn es etwa um die Pflege geht. Dabei zeigt die Realität, dass man sich hier absichern muss. Die tatsächliche Quote der Pflegeabsicherung sieht aber ganz anders aus. Auf der anderen Seite kenne ich niemanden, der bei der Frage „Wie wichtig ist Ihnen Ihre Gesundheit auf einer Skala von 1 bis 10?“ nicht mit 8, 9 oder 10 antwortet. Das Thema ist also ein sehr guter Aufhänger für ein Gespräch. Bringen die Leute das Thema auch von sich aus in den Zusammenhang mit ihrer eigenen Krankenversicherung? Jein. Die wenigsten Menschen denken: „Ich will etwas für meine Gesundheit tun, dann schließe ich mal eine Krankenversicherung ab. Stattdessen werden teure Green Smoothies gekauft oder Fitnessverträge abgeschlossen. Von selbst realisieren die wenigsten, dass sie ihr Geld besser investieren könnten. Hier ist „Gerade jungen und gesunden Menschen sind die Leistungsvorteile der PKV oft nicht bewusst. Doch die PKV bietet nicht nur Hilfe bei Krankheit. Gesund bleiben, gesund werden und sich gut aufgehoben fühlen ist unsere Devise.“ es Aufgabe von Beratern aufzuklären. Gerade jungen und gesunden Menschen sind die Leistungsvorteile der PKV oft nicht bewusst. Doch die PKV bietet nicht nur Hilfe bei Krankheit. Gesund bleiben, gesund werden und sich gut aufgehoben fühlen ist unsere Devise. So fördern wir beispielsweise Vorsorgeuntersuchungen in der Vollversicherung, indem diese nicht unter vereinbarte Selbstbehalte fallen und keine Auswirkungen auf die Beitragsrückerstattung haben. Wie verändert sich die PKV mit diesen Trends? Ich finde, wir haben als Branche die Pflicht aufzuklären. Zum Beispiel, welche Möglichkeiten man hat, etwas für die Absicherung der eigenen Gesundheit zu tun. So entscheiden sich viele Menschen gegen eine Pflegezusatzversicherung. Ein Grund dafür ist, dass sie dies auf einer völlig falschen Entscheidungsbasis tun. Die Wahrscheinlichkeit und die Kosten im Pflegefall werden deutlich unterschätzt und der Preis für die Absicherung deutlich überschätzt. In 89% der Fälle werden entweder der Mann, die Frau oder sogar beide pflegebedürftig. Der Eigenanteil für ein Pflegeheim liegt monatlich schnell bei über 2.000 Euro. Eine gute Absicherung kostet für einen 30-Jährigen aber keine 20 Euro pro Monat. Zudem müssen wir als Branche mehr auf die hervorragende Versorgung in der PKV hinweisen. Diese Punkte sind ein guter Beratungsanlass, aber die Beiträge im Alter schrecken die Menschen ab. Trotz beitragssenkender Maßnahmen stehen da dann schon mal 800 Euro. Ein schwieriges Terrain? Ich kann hier nur für die R+V Krankenversicherung sprechen. Unser ältester Versicherter zum Beispiel zahlt weniger als 450 Euro im Monat. Betrachtet man den durchschnittlichen Beitrag für jedes Alter ab 65 in unserem Bestand, gibt es nur zwei Alter, die leicht über 500 Euro liegen. Alle anderen Durchschnittsbeiträge bewegen sich zwischen 450 und 500 Euro im Monat. Das zeigt eindeutig, dass R+V beim Thema Beitragsstabilität im Alter bestens aufgestellt ist. Vermittler sollten bei der Beratung natürlich diese Sorgen aufgreifen und sie aktiv ansprechen. Immer öfter kommen Beitragserhöhungen vor Gericht. Wie ist Ihre Einschätzung dazu? Beitragserhöhungen gibt es in beiden Systemen. In den letzten zehn Jahren lag diese in der GKV bei 3,8%, in der PKV bei 2,3%. Dennoch ist die PKV mit den Beitragserhöhungen häufiger in der Presse, und das bei teilweise deutlich besseren Leistungen. 40 April 2020

Wie heftig weiter um die PKV gerungen wird, sieht man etwa an der medialen Aufmerksamkeit, die eine Bertelsmann-Studie bekommen hat. Diese Diskussion flammt immer wieder auf. Klar ist: Ohne die PKV könnten die Ärzte die hohe Versorgungsqualität aller Bürger nicht aufrechterhalten. Die Bertelsmann-Studie stellt eine Rechnung auf, die in der Realität nicht aufgehen kann. Denn was die Versicherten sparen, wird letztlich den Praxen genommen. Am Ende würden die Praxen enorm viel Geld verlieren, was sich ganz sicher negativ auf Wartezeiten und Versorgungsqualität auswirken würde. Der Versicherte, vor allem der gesetzlich Versicherte, hätte am Ende nur Nachteile. Trotz dieser Herausforderungen vermelden Sie ein starkes Plus in der Krankenversicherung. Wie kommt’s? Wir sind in der Tat sehr stolz auf das Erreichte. Die R+V Krankenversicherung ist 2019 mit plus 5,3% wieder deutlich stärker als der Markt gewachsen. Knapp 90.000 Kunden haben wir netto gewonnen und haben mittlerweile deutlich mehr als eine Million Kunden. Wenn man bedenkt, dass die R+V ihr Geschäft mit der Krankenversicherung sehr spät gestartet hat, können wir absolut zufrieden sein. Selbstverständlich wollen wir auch künftig stärker als der Markt zulegen. Aus welchen Bereichen kommt das Plus? Wir wollten in der Voll- und in der Zusatzversicherung wachsen – und das haben wir geschafft. Wenn wir auf unser Neugeschäft blicken, haben wir in der Vollversicherung fast 17% zugelegt – also in einem quasi gesättigten Markt. Besonders riesig war der Zuwachs in der Pflege mit einem Plus von fast 50%. Das liegt klar an den zum Juli gestarteten neuen PflegeVorsorge-Tarifen, die sehr gut bei den Kunden ankommen. Das zeigt übrigens auch: Wenn der Vermittler den Kunden auf die notwendige Absicherung anspricht und ihn kompetent informiert, dann beschäftigt sich dieser auch mit einem eher unangenehmen Thema. Für den Makler heißt das: Nina Henschel ist der Meinung, dass die Branche beim Thema private Krankenversicherung noch mehr Aufklärungsarbeit leisten muss. Im Kundengespräch sollte er immer auch Gesundheit und Pflege anschneiden. Denn Pflege ist neben der Renten- und Berufsunfähigkeitsversicherung sowie dem Krankentagegeld wesentlicher Bestandteil des Vermögensschutzes. Zurück zum Gesundheitsthema: Digital Health ist hierbei ein großes Thema. Vermutlich stehen wir da noch am Anfang? Hier entwickeln sich gerade sehr viele Dinge. Die R+V hat aktuell selbst einen wichtigen Schritt gemacht. Ab April bieten wir über die TeleClinic einen digitalen Arztbesuch. Unsere vollversicherten Kunden können über diese Plattform niedergelassene Fachärzte 24 Stunden an 365 Tagen im Jahr kontaktieren – für eine medizinische Beratung, ein Rezept, eine Krankschreibung oder eine Überweisung. Wir halten Digital Health für einen echten Wachstumsmarkt. Wir selbst haben uns deshalb auch am Venture Capital Fonds „heal.capital“ des PKV-Verbandes beteiligt. Das ist gut angelegtes Geld. Welche Vorteile könnten sich denn für Versicherer, Makler, Patienten und das Gesundheitssystem ergeben? Digital Health bietet die Chance für effizientere Diagnostik und Therapie, aber auch Prävention. Ein gutes und aktuelles Beispiel ist Telemedizin in Zeiten von Corona. Viele Menschen sind verunsichert und wissen nicht, wie sie sich etwa bei leichten Erkältungssymptomen verhalten sollen. Eine telemedizinische Beratung hilft hier sehr, um den Patienten die Unsicherheit zu nehmen, ohne dass sie sich in ein überfülltes Wartezimmer setzen müssen. Natürlich können auch Versicherer oder Makler von Digital Health profitieren, beispielsweise durch die Verschlankung von Prozessen wie etwa schnellere Bearbeitungen durch Scan-Apps. Covid-19 stellte uns plötzlich vor neue Herausforderungen. Kann sich ein PKV-Versicherer auf so etwas vorbereiten? Insgesamt herrscht in der Bevölkerung eine große Unsicherheit. Unsere Aufgabe ist es nun, Ruhe und Klarheit zu vermitteln. Der PKV-Verband hat bereits eine entsprechende Internetseite eingerichtet. W April 2020 41

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