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AssCompact 04/2020

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NACHHALTIGE

NACHHALTIGE KAPITALANLAGEN Nachhaltige Altersvorsorgekonzepte: Sinn oder Unsinn in unserer Zeit? © Khongtham – stock.adobe.com Auch bei Altersvorsorgekonzepten gibt es mittlerweile nachhaltige Konzepte. Kunden wie auch Berater wissen heute aber nach wie vor selten, dass es nachhaltige Rentenversicherungen gibt, geschweige denn wie die Nachhaltigkeit in der Anlagepolitik abgebildet werden kann. Das sollte sich dringend ändern. Es vergeht kaum ein Tag, an dem man nicht etwas über den Klimawandel oder sonstige Umweltthemen in den Nachrichten hört. Irgendwie gehören diese Themen mittlerweile zu unserem Alltag und die Penetranz nervt vielleicht auch schon. Die Menschen in Deutschland entwickeln sich schon seit Jahren zu „Umweltschonern“. Sie trennen zuhause allen Müll, kaufen regionaler und nachhaltiger ein, beziehen Ökostrom und fahren vielleicht mehr Fahrrad und mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. In den Großstädten sind Carsharing-Modelle oder Elektroroller-Sharing on vogue. Nachhaltigkeitsbewegung nimmt Fahrt auf Die Aktion „Rettet die Bienen“ in Bayern zeigte 2019 gravierend, wie viel Zuspruch der Naturschutz aktuell in der Bevölkerung hat, und richtig groß wurde die Nachhaltigkeitsbewegung durch die jungen Menschen, die mit Fridays for Future monatelang bis heute auf die Straße gehen und für eine klimafreundlichere Politik werben. Politischer Wandel bei Umwelt- und Klimaschutz Die Kunden wissen heute nach wie vor selten, dass es überhaupt nachhaltige Rentenversicherungen gibt, geschweige denn wie die Nachhaltigkeit in der Anlagepolitik abgebildet werden kann. Politisch gesehen tut sich seit geraumer Zeit auch einiges in Sachen Umwelt- und Klimaschutz. So bringt das Pariser Klimaabkommen und die daraus beschriebenen Ziele für die politisch Handelnden eindeutige Vorgaben mit sich und der Kohleausstieg in Deutschland ist somit beschlossene Sache geworden. Ebenso müssen beispielsweise die Autohersteller in den kommenden Jahren in ihrer verkauften Flotte immer niedrigere CO ² -Ausstöße nachweisen. In den letzten beiden Jahren entwickelte sich dann auch auf EU-Ebene in Sachen Finanzmarkt und Nachhaltigkeit eine rege Diskussion und schließlich wurde die Taxonomie für die Teilnehmer in diesem Markt beschlossen, welche 2021 in Kraft treten soll. Es müssen damit in Zukunft alle Marktakteure nachweisen, dass bestimmte Nachhaltigkeitskriterien zum Beispiel in ihren Investmentfonds eingehalten werden. Seit dem Bekanntwerden steigt nun die Zahl der nachhaltigen Fonds am Markt massiv und die beauftragten Marketingagenturen haben ein völlig neues, weitreichendes Futter von ihren Auftrag - gebern erhalten. Fondsgesellschaften entdecken nachhaltige Fonds Dadurch und weil die Bundesbürger mehr auf Nachhaltigkeit achten, kommen nun immer mehr Fondsgesellschaften mit neuen nachhaltigen Fonds auf den Markt. Sowohl für den Kunden als auch für den Berater ist es schwierig, den Qualitätsanspruch in Sachen Nachhaltigkeit in diesen Fonds in der Tiefe zu durchdringen. So arbeiten nach wie vor viele dieser neuen Fonds mit Ausschlusskriterien bzw. mit dem Anspruch, dass eine Unterzeichnung der UN PRIS der investierten Unternehmen als Nachhaltigkeitsanspruch ausreicht. Das ist ein guter Anfang, reicht aber bei ehrlicher Betrachtung bei Weitem nicht aus und deshalb darf man viele dieser Fonds als „hellgrün“ einstufen. Wie sieht die Entwicklung bei den Versicherern aktuell aus? Erste Häuser haben in den letzten Jahren grüne Sachversicherungen und bzw. oder grüne Rententarife auf den Markt gebracht. Bei Zweiteren muss man aber zwischen den Häusern unterscheiden, die tatsächlich bei ihren klassischen Tarifen garantieren, die Beiträge im Deckungsstock eins zu eins nachhaltig anzulegen, und denen, die mit ihren fondsgebundenen Tarifen ausgewählte nachhaltige Fonds anbieten. Insgesamt ist festzustellen, dass die Anzahl der 72 April 2020

Versicherer mit guten und überzeugenden nachhaltigen Konzepten am Markt sehr gering vertreten ist. Die Frage, die sich hier stellt, ist, ob es an der Einstellung der Versicherer liegt oder am Nachfrageverhalten der Berater/-innen. Vermittler verpassen Chancen Denn die Kunden wissen heute nach wie vor selten, dass es überhaupt nachhaltige Rentenversicherungen gibt, geschweige denn wie die Nachhaltigkeit in der Anlagepolitik abgebildet werden kann. Also liegt es vielleicht an der Nachfrage der Vermittlerschaft, die es nicht vermag, dem Endkunden die Chancen und Möglichkeiten solcher grünen Policen aufzuzeigen, und damit erst gar nicht die Option verschafft, den Kunden eine grüne Alternative mit vorzustellen. Jetzt könnte man aber auch sagen, dass es den Versicherern mit grünen Tarifen eventuell nicht gelingt, die Vermittler für die grüne Idee so zu begeistern und aufzuklären, dass diese es dann selbstverständlich in der Beratung ein- und umsetzen. Egal wie, Fakt ist, dass die Menschen heute für nachhaltige Finanzprodukte offener denn je sind. Gerade für die jüngere Generation in Deutschland ist es selbstverständlich, auf ökologische, ethische und ökonomische Nachhaltigkeit in allen Lebens - bereichen zu achten. Da diese Zielgruppe die spannende Kundengruppe für Berater und Versicherer darstellt, ist der Markt entsprechend sehr groß. Win-win-win-Situation Eigentlich gäbe es in diesem Zusammenspiel nur Gewinner: 1. die Versicherer, die mit ihrer nachhaltigen Anlagepolitik viel Geld in menschen-, gesellschaftsund umweltdienlichen Anlagen mit allen positiven Wirkungen anlegen würden (und damit ihr Image deutlich aufbessern könnten), 2. den Berater, der dem Kunden mit grünen Rententarifen einen zusätzlichen Nutzen und Sinn für seine Altersvorsorge mitbringt und sich damit deutlich von seinen Mitwettbewerbern unterscheidet, und 3. den Kunden, der mit dem Abschluss eines grünen Rententarifes das gute Gefühlt hat, dass er neben seiner Vorsorge für das Alter auch noch etwas Gutes für Mensch und Natur tut. Logischerweise und neutral betrachtet liefert diese Win-win-win-Situation deutlich mehr Sinn als Unsinn. Genau genommen wäre der Einsatz in der Beratung eine Selbstverständlichkeit. Grüne Rententarife aus Überzeugung Seit knapp zehn Jahren setzt MehrWert in der Beratung aus Überzeugung erfolgreich grüne Rententarife in der Altersvorsorgeberatung ein. Dies gilt sowohl für Privatkunden als auch für Unternehmen bei der bAV. Wir screenen für den Markt regelmäßig und fordern Versicherer ebenso auf, ihr grünes Engagement im Haus bzw. in ihren Tarifen deutlich zu verbessern. Im fondsgebundenen Segment haben wir intern eine eigene MehrWert-Nachhaltigkeitsbewertung von nachhaltigen Fonds in den Fondspolicen entwickelt. Hierbei werden ein bis fünf MehrWert-Sterne für die Qualität der Nachhaltigkeit in den Fonds und ebenso bis zu fünf Sterne für die Rendite - kennzahlen der Fonds vergeben. Das ist in der Kunden - beratung eine hervorragende Grundlage für die Auswahl der besten nachhaltigen Fonds in ökonomisch guten Fonds - policen und ermöglicht es, in Sachen Nachhaltigkeit besonders sprachfähig zu sein. Nachhaltige Vermögensverwaltung auf Fondsbasis Die Expertise setzt MehrWert auch in Form der nachhaltigen Vermögensverwaltung auf Fondsbasis um, indem diese in einem sehr günstigen deutschen Versicherungsmantel als Rentenversicherung eingebunden ist. Damit gibt es drei entscheidende Vorteile: 1. ausgewählte, mit einem Nachhaltigkeits- und Renditerating versehene Fonds. 2. Im Rahmen der Vermögensverwaltung wird im Hintergrund die Fondszusammensetzung der Marktentwicklung automatisch angepasst. 3. Die Kosten sind aufgrund eines Honorartarifes im Ver - sicherungsmantel für den Kunden sehr niedrig. Wenn nicht jetzt, wann dann? Der Einsatz von grünen Rententarifen bringt einen deutlichen Mehrwert mit sich: für den Kunden, für den Berater, für den Versicherer und nicht zuletzt genauso für die Gesellschaft und für die Umwelt. Also absoluter Sinn. Es stellt sich die Frage zum Schluss: Wenn nicht jetzt, wann dann? W Ein Kommentar von Gottfried Baer, Geschäftsführer der MehrWert GmbH April 2020 73

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