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AssCompact 04/2021

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ERBEN · SCHENKEN ·

ERBEN · SCHENKEN · GENERATIONENBERATUNG Die Erbschaftswelle ist am Rollen Das Erbvolumen in Deutschland ist hoch. Denn die heutige Seniorengeneration ist groß und hat sich einiges an Vermögenswerten aufgebaut. Diese werden in den nächsten Jahren auf die Erben übergehen. Gerecht ist das nicht immer. Allerdings lassen sich auch Erblasser oft lange Zeit, bis sie ihren Nachlass regeln, obwohl sich die möglichen Erben nach einer solchen klaren Regelung sehnen. © solvod – stock.adobe.com 84 AssCompact | April 2021

ERBEN · SCHENKEN · GENERATIONENBERATUNG In Deutschland finden sich zahlreiche Studien zum Thema Erben und Schenken. Kein Wunder, gehen doch Jahr für Jahr Vermögenswerte in Milliardenhöhe auf die nächste Generation über. In einer aktuellen Studie spricht das DIW Berlin von 400 Mrd. Euro, die vererbt oder verschenkt werden. Das Deutsche Institut für Altersvorsorge hatte vor einigen Jahren errechnet, dass es im Zehnjahreszeitraum von 2015 bis 2024 über 3 Bio. Euro sein werden. Die Zahlen divergieren. Im destatis-Datenreport 2021 heißt es etwa, dass im Jahr 2018 das geerbte und geschenkte Vermögen nach den Ergebnissen der Steuerstatistiken 84,7 Mrd. Euro beträgt. Es ist aber davon auszugehen, dass das übertragene Volumen um einiges höher ausfällt, räumt destatis selbst ein, da ein großer Teil der Vermögensübergänge steuerfrei bleibt und daher in den Steuerstatistiken nicht enthalten ist. Die Erbschaftsteuereinnahmen jedenfalls sind in den vergangenen Jahren mit Ausnahme einer kleinen Delle im Jahr 2017 gestiegen. Für 2019 teilt destatis ein Plus von knapp 7% mit. Geld kommt zu Geld – Es erben die Vermögenden Auch wenn die Zahlen aus den einzelnen Untersuchungen nicht ganz eindeutig sind, sind sich Studien und Statistiken allerdings in einem Punkt einig: Es erben in Deutschland meist Menschen, die bereits vermögend sind. In der schon erwähnten Studie des DIW Berlin heißt es, dass 10% aller Erwachsenen in den vergangenen 15 Jahren geerbt oder eine größere Schenkung erhalten haben. Die durchschnittliche Höhe dieser Erbschaften beläuft sich real auf etwas mehr als 85.000 Euro pro Person, jene der Schenkungen auf 89.000 Euro. Die Hälfte dieser Transfers entfalle aber auf nur 10% der Begünstigten, die anderen 90% teilen sich die verbleibende Hälfte. Die Zahlen hat das DIW gemeinsam mit der Universität Vechta und dem Deutschen Zentrum für Altersfragen (DZA) auf Basis des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) errechnet. Sieht man sich genauer an, wer die Erben sind, sind dies oft Männer aus Westdeutschland im Alter von 55 bis 74 Jahren – mit hohem Vermögen und Einkommen sowie guter Bildung. Größere Schenkungen gehen eher an Personen bis zu einem Alter von 45 Jahren. Ohne klare Regelung ist alles Sparen nichts Erbschaften sind gesellschaftlich nicht gerecht, deswegen auch die hitzige Diskussion um die Erbschaftsteuer. Demjenigen, der sein Leben lang Vermögenswerte aufgebaut hat, kann wohl aber auch niemand verdenken, dass er diese nach seinem Sinne weitergeben möchte. Doch beschäftigt sich ein Großteil der Seniorengeneration nur ungern mit der rechtzeitigen Regelung der Vermögensfragen. Eine Feststellung, die auch der Generationenberater Dr. Axel Diekmann in diesem Sonderthema trifft. Es ist nicht ganz einfach, alle Beteiligten an einen Tisch zu bekommen und sich in aller Ruhe über diese Themen zu unterhalten. Zumal am Tisch auch immer ein gewisses Unbehagen Platz nimmt, wenn es um das Ableben von Personen geht. Das erfordert schon einen intensiven Kundendialog, wie dies Prof. Dr. Rolf Tilmes in seinem Beitrag zum Generationenmanagement darstellt. Auch die anderen Beiträge in diesem Sonderthema – einschließlich dem zum Vererben eines Maklerunternehmens – handeln davon, wie wichtig es ist, sich frühzeitig zu kümmern. Eine rechtzeitige Regelung aufseiten des Erblassers hilft nicht nur dabei, dass die Übergabe auch tatsächlich in seinem Sinne erfolgt, sondern kann auch Streitigkeiten unter den (möglichen) Erben vermeiden. Zumal sich diese laut der Studie „Erben und Vererben“ des Instituts für Demoskopie Allensbach im Auftrag der Deutschen Bank aus dem Jahr 2018 wünschen, dass es keinen Streit um das Erbe geben soll und dass die Verteilung des Erbes klar geregelt ist. Drei Vierteln der für die Studie Befragten ist es zudem auch wichtig, dass alle notwendigen Dokumente wie beispielsweise Testament und Vollmachten vorliegen. Sonderthema im Überblick Generationenmanagement: Chance für einen intensiven Kundendialog „Alpha-Tiere finden es nicht sexy, sich mit der eigenen Endlichkeit zu beschäftigen“ Die Generation der Erben – Einfach erben und alles ist gut? „Immobilienverrentungen sind echte Problemlöser“ Maklerunternehmen vererben? Es geht, aber ... Was wird vererbt? Was wird damit gemacht? Für Versicherungsmakler und Finanzberater dürfte insbesondere auch interessant sein, welche Vermögenswerte vererbt werden. Laut vorgenannter Studie ist dies größtenteils Geld, gefolgt von Immobilien. Zugleich nahm im Befragungsjahr 2018 im Vergleich zu einer vorangegangenen Studie im Jahr 2013 die Bedeutung von Wertpapieren als Erbschaft zu: 12% der bisherigen Erben haben demnach Wertpapiere geerbt, während 17% in Zukunft damit rechnen. Auch Gold als Erbgut gewinnt an Bedeutung. Die Untersuchung hat auch ergeben, dass gut die Hälfte der künftigen Erben das Erbe für Geldanlage, Vermögensaufbau und Alters vorsorge verwenden will. Ein Drittel will seine Wohnsituation verbessern. Und auch interessant: 27% aller bisherigen Erben hatten im Zusammenhang mit der Erbschaft ein Gespräch mit einem Finanzexperten. Mit Blick auf eine regelrechte Erbschaftswelle bleibt demnach noch sehr viel Beratungspotenzial. P Brigitte Horn, AssCompact 86 88 90 92 94 April 2021 | AssCompact 85

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