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AssCompact 05/2020

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RECHTSFRAGEN IM

RECHTSFRAGEN IM VERMITTLERBÜRO Regulierung in neuem Gewand Für Vermittler stellen sich im Zusammenhang mit der Corona-Krise neue Rechtsfragen: bei der Datenverarbeitung im Home-Office, bei der Stornohaftung und der digitalen Kommunikation. Die Regulierung zeigt sich in neuem Gewand und bietet – mehr denn je – auch Chancen. Von Toni Verena Seibert, AssCompact Die heimische Wirtschaft strauchelt an den Folgen der Corona-Pandemie und auch Versicherungsvermittler bekommen sie zu spüren. Die Beschäftigung mit der eigenen Altersvorsorge rückt in den Hintergrund, wenn Kunden in akute finanzielle Engpässe geraten. Aber auch im Vermittlerbüro selbst erfordern die Auswirkungen der Pan - demie Maßnahmen und werfen an manchen Stellen neue Rechtsfragen auf. Laut einer aktuellen AssCompact-Umfrage in Zusammen - arbeit mit Prof. Dr. Matthias Beenken von der Fachhochschule Dortmund arbeitet knapp die Hälfte der Inhaber von Maklerbüros im Home-Office. Wenn auch Mitarbeiter plötzlich ins Home- Office wechseln, stellt sich die Frage nach dem Datenschutz auf neue Weise: Geht es um die Verarbeitung von Daten, muss diese datenschutzrechtlich auch für die Bearbeitung über private Geräte geregelt werden. Für das Jahr 2020 haben Datenschutzbehörden angekündigt, Verstöße stärker zu verfolgen. Vor diesem Hintergrund gibt Datenschutzexperte und Rechtsanwalt Dr. Thomas Schwenke im Interview auf den Seiten 108–111 unter anderem eine Anleitung für Makler zur datenschutzrechtlichen Selbstprüfung ihrer Datenverarbeitung. Der Datenschutz im Home-Office und die sprunghaft angestiegene Nutzung digitaler Kommunikationswege zu Corona-Zeiten läuft jedenfalls Gefahr, neue Lücken zu offenbaren. Chance für die Videoberatung Laut der AssCompact-Umfrage sah bereits Ende März die Hälfte der befragten Vermittler einen erheblichen Rückgang im Neugeschäft. In der Folgeumfrage ist 104 Mai 2020

Angst vor der Stornohaftung Trotzdem überwiegt im Vermittlerbüro die Sorge. Rund 40% der Befragten sehen die Situation besorgt oder sehr besorgt. Die Krise schürt unter den Maklern auch die Angst, dass plötzlich viele Kunden ihre Versicherungsverträge kündigen und sie in die Stornohaftung fallen. Wie die Regelungen dazu vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie sind, erklärt Rechtsanwalt Jens Reichow auf Seite 106/107. Gespart wird momentan an den Fahrtkosten: 77% der befragten Versicherungs- und Finanzmakler gaben mit „trifft voll zu“ an, dass sie jetzt unnötigen Fahraufwand reduzieren. Dies ist nicht nur gut für den Geldbeutel, sondern auch fürs Klima. Wer an dieser Stelle auch Steuern sparen will, dem liefert der Artikel von ECOVIS auf Seite 118/119 Informationen zu den steuerrechtlichen Neuerungen bei Elektrodienstwagen. das Neugeschäft weiter eingebrochen, rund 76% der befragten Versicherungsund Finanzmakler verzeichnen weniger oder erheblich weniger. Die Tatsache, dass Kunden nicht mehr ohne Weiteres Face to Face beraten werden können, führt dazu, dass Arbeitsweisen an - gepasst werden müssen. Gut 40% der Befragten bemühen sich verstärkt, von den Kunden Handynummern oder E-Mail-Adressen zu bekommen, um weiterhin im digitalen Kontakt zu bleiben. Laut der Umfrage findet auch in der Praxis bereits ein Ausgleich für entfallene Kundentermine durch entsprechend mehr Videotelefonberatung statt. Für diejenigen mit Nachholbedarf an dieser Stelle ist jetzt die Chance gekommen, Prozesse schnell digital anzupassen. 76% geben in der Umfrage an, dass sie die Digitalisierung forcieren. Manche der Befragten sahen bereits im März den Vorteil daran: 39% sind der Ansicht, dass nun auch die Produktgeber „gezwungen sind“, digitaler zu werden. Auch meinen 14% der Befragten, dass Kunden offener gegenüber der Videoberatung werden. © sutichak, © Alexander Limbach – stock.adobe.com Unabhängig von der Corona-Krise betreffen auch andere Regulierungsentwicklungen die Vermittlerschaft in diesem Jahr. Trotz der Unwägbarkeiten dieser Zeit wird vermutlich auch der Wechsel der Aufsicht über Finanzanlagenvermittler zur BaFin umgesetzt. Dies wird laut Christian Düssel von der GRA Rechtsanwaltsgesellschaft besonders mittelständische Unternehmen hart treffen. Er rechnet mit einer strengeren Aufsicht nach dem Wechsel zur BaFin, aber auch mit der Chance eines gestärkten Vertrauens in die Qualität der Beratung (siehe S. 114/115). Noch bleibt abzuwarten, wie sich die Krise nachhaltig auf regulatorische Entscheidungen auswirkt. Sicher ist, dass sie neben Gefahren Chancen bietet und es sich lohnt, sich auf diese zu fokussieren – auch für Vermittler. Vielleicht werden die Menschen im Abklingen der Krise ein vermehrtes Bedürfnis nach Vorsorge entwickeln, vielleicht mehr auf stabilisierende Elemente darin bauen, die unabhängiger von großen Marktschwankungen sind. Sicher wird den Menschen der Wert der eigenen Gesundheit und der ihrer Angehörigen, aber auch der des vertrauten, persönlichen Kontaktes in neuem Licht erscheinen. W Sonderthema im Überblick Stornohaftung von Vermittlern in Zeiten der Corona-Krise „Datenschutzbehörden gehen 2020 schärfer gegen Verstöße vor“ Die Maklervollmacht: Aspekte zu „Laufzeit“ und Umfang „Die BaFin pflegt eine andere – um nicht zu sagen: strengere – Aufsichtskultur.“ Arbeitsrecht im Vermittlerbüro: Besonderheiten während der Krise Elektrofahrzeuge als Dienstwagen: Neue Regelungen Mai 2020 105

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