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AssCompact 05/2020

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MANAGEMENT & VERTRIEB

MANAGEMENT & VERTRIEB „Ein Podcast ist immer zu gleichen Teilen Information und Unterhaltung“ Interview mit Jonas Piela, Gründer, Berater und Initiator des Digital Insurance Podcast Immer mehr Menschen begeistern sich für Podcasts. Das ist auch in der Versicherungswirtschaft so. Mit dem Digital Insurance Podcast ist gerade ein Format an den Start gegangen, das sich mit der Digitalisierung bei Versicherern und Vermittlern beschäftigt. Herr Piela, Podcasts gibt es ja schon länger, doch aktuell scheint das Format noch weiter zu gewinnen. Wie erklären Sie sich die steigende Beliebtheit? Vor 30 Jahren haben bereits „Audio-Blogger“ ihre Erfahrungen und Gedanken mit der Welt geteilt. Aber erst Anfang der 2000-er gab es die Technik, um diese Beiträge auf den eigenen MP3-Player oder eben den iPod zu laden. Im Jahr 2006 hat Steve Jobs dann in einer Keynote-Präsentation gezeigt, wie jeder einen Podcast mit seinem Mac erstellen kann. Seitdem wurden mehr als 900.000 Podcasts mit 30 Millionen Ausgaben erstellt. Dass etwa die Hälfte davon seit 2018 produziert wurde, zeigt, dass erst die nahezu flächendeckende Versorgung mit Breitbandinternet über das Mobilfunknetz dafür gesorgt hat, dass Podcasts einer breiten Masse zugänglich sind. Wie sieht die Podcast-Landschaft in der Versicherungswirtschaft/-vermittlung aus? Es gibt in Deutschland eine Handvoll Podcasts zum Thema Versicherung und international ein paar mehr. Viele davon adressieren den Endkonsumenten. International wird auch das Thema Digitalisierung angesprochen. Oft auch in Verbindung mit anderen Finanzthemen. Oder eben für Unternehmen. Dort werden dann oft neue Trends besprochen. Was es aber noch nicht gibt, ist ein Podcast, der sich auf den digitalen Wandel und die digitale Transformation der Versicherungsbranche in Deutschland bezieht und konkrete Einblicke gewährt, wie andere Unternehmen mit dem Thema umgehen. Aktuell gehen Sie selbst mit dem Digital Insurance Podcast live. Erklären Sie uns bitte kurz, worum es dabei geht. Mit dem Digital Insurance Podcast wollen wir eben diese Lücke schließen: Ein auf die deutsche Versicherungswirtschaft fokussierter Podcast, der am ersten Donnerstag im Monat in einem festen Format erscheint und der Managern, Vorständen und anderen interessierten Zuhörern neue Ideen und Input für die digitale Transformation im eigenen Hause liefert. Zwischendurch werde ich aber auch immer Gespräche mit spannenden Persönlichkeiten einstreuen, die nicht unbedingt aus der Versicherungsbranche kommen, aber dennoch etwas Relevantes zu sagen haben. Sie laden sich also Gäste ein und reden mit ihnen über die Digitalisierung in der Versicherungswirtschaft? © sheva_25 – stock.adobe.com Digital Insurance Podcast neu auf dkm365.de Seit Anfang April ist der Digital Insurance Podcast on air. Das neue Interview- Format kommt vom Digitalexperten Jonas Piela (www.jonaspiela.com), der Unternehmen in Fragen der Digitalisierung berät. In den Audiobeiträgen fängt der Digitalexperte Erfahrungen von Vorständen und Managern ein, um das Wissen mit Gleichgesinnten zu teilen. Das erste Gespräch führte Jonas Piela mit Kai Kuklinski, Vorstand im AXA Konzern. In der Mai-Ausgabe ist Basler-CIO Jörg Agartz zu Gast. Zu finden ist der Podcast unter anderem bei Google, Apple und Spotify. Branchenteilnehmer hören den Podcast am besten auf www. dkm365.de. Der digitale Marktplatz der DKM begleitet das neue Angebot als Medienpartner. Auf der DKM selbst, die vom 27. bis 29.10.2020 in der Messe Dortmund stattfindet, spielt das Thema Digitalisierung wieder eine große Rolle. Hierfür wird diesmal extra ein neuer Bereich geschaffen. Ja, allerdings fahre ich zu meinen Gästen. Insofern lade ich mich selbst ein. Wir sprechen über Projekte, Herausforderungen und Ergebnisse in den jeweiligen Unternehmen. Zuweilen philosophieren 82 Mai 2020

wir auch über Spannungen zwischen perfekt zugeschnittenen Versicherungsprodukten und einer Mindestgröße eines Risiko-Kollektivs beispielsweise. Wir kommen auch überraschend oft auf die Unternehmenskultur zu sprechen, die einen zentralen Aspekt der digitalen Transformation darstellt. Mich interessiert aber auch die Persönlichkeit meiner Gesprächspartner. Ich möchte sie und ihre Themen für die Zuhörer lebendig werden lassen. Gibt es eine bestimmte Philosophie, der Sie in den Beiträgen folgen? Ich bin kein Journalist. Mein Ziel ist es, mit meinen Gesprächspartnern über die Themen zu sprechen, die für sie und für andere relevant sind. Der Zuhörer soll etwas lernen und neue Ideen für die eigene Arbeit erhalten. Ich möchte auch die Herausforderungen und Widersprüche, die immer und überall vorkommen, sichtbar werden lassen, damit der Zuhörer versteht: Aha, es ist nicht nur bei mir so kompliziert. Sind Ihre Interviewpartner offen in den Gesprächen? Kann man sagen, ja. Die ersten Gespräche habe ich geführt, da gab es den Podcast noch nicht, sodass ich niemandem eine Referenz zeigen konnte. Und weil die Fragen vorher nicht abgesprochen sind, waren einige verständlicher - weise etwas zurückhaltend. Ich hoffe aber, dass ich mit den ersten Ausgaben zeigen konnte, dass ich niemanden vorführen möchte. Im Gegenteil: Ich möchte entspannte, lockere Gespräche führen. Kürzlich hat mir mein Gast im Off-the-Record- Gespräch danach von einer lustigen Der-Bachelor- oder Germany’s-Next- Topmodel-Party mit dem ganzen Team erzählt. Solche Dinge muss ich nächstes Mal während der Aufzeichnung ans Licht bringen. Ein Podcast ist immer zu gleichen Teilen Information und Unterhaltung. Die Idee zum Podcast kam Ihnen, weil Sie beratend in der Versicherungswirtschaft tätig sind. Ist ein Podcast auch ein Mittel, sich selbst mehr Aufmerksamkeit zu verschaffen? Jonas Piela ist beratend für die Versicherungswirtschaft tätig. Definitiv. Ich verbinde hier das Angenehme mit dem Nützlichen und mache etwas, das einen beruflichen Sinn hat und mir persönlich Freude bereitet. Welche Erfahrungen haben Sie bei Ihren Beratungen in der Branche gemacht? Wie steht es da um die Digitalisierung aus Ihrer Sicht? Da könnte ich jetzt einen langen Vortrag halten. Zusammengefasst sehe ich aber drei Herausforderungen: Digitalisierungsinitiativen werden zu oft als einzelne Inselprojekte angegangen und nicht als einheitliche Strategie. Das, was sich die Organisationen vornehmen, wird nicht bis in die letzte Konsequenz umgesetzt. Und schließlich ist die Kulturtransformation im War for Talents eine enorme Herausforderung. Und welche Leistungen bieten Sie den Unternehmen an? Wir fokussieren uns auf drei Säulen: klassische Beratung wie die Entwicklung von Digitalstrategien, Projektmanagement- und PMO-Rollen, Prozessoptimierungen oder Kulturtransformation. Dann übernehmen wir das Management von digitalen Produkten wie Web- und Mobile-Apps und auch die Umsetzung durch unsere Designer und Entwickler. Hier und da sind wir auch in der Online-Marketingberatung aktiv. Sie selbst haben schon eine Firma gegründet und anderweitig Erfahrungen im Online-Bereich gemacht. Inwieweit hilft Ihnen Ihr Background, um Gehör zu finden? Meine Erfahrungen in der Start-up- und konkret der FinTech- Branche helfen, weil ich einerseits die Herausforderung regulierter Unternehmen sehr gut kenne und andererseits aus eigener praktischer Erfahrung weiß, wie sich in diesem Kontext digitale Angebote nach den heutigen Maßstäben umsetzen lassen. Ich glaube, das überzeugt dann auch unsere Geschäftspartner. W Mai 2020 83

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