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AssCompact 06/2019

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SCHUTZ FÜRS

SCHUTZ FÜRS LIEBLINGSSTÜCK © Kzenon – stock.adobe.com Schöne neue Fahrradwelt? Autos? Waren gestern. Das Rad ist das neue Lieblingsstück der Deutschen. Das könnte man angesichts der Masse abgestellter Fahrräder an vielen Bahnhöfen und der Rekordmeldungen aus der Radbranche jedenfalls denken. Ein Blick auf die schöne neue Fahrradwelt und ihre Bedeutung für Fahrradversicherungen. Zum Bäcker geht es mit dem Fahrrad. Die Getränkekiste findet auf dem Lastenrad Platz. Das Dienstrad fährt uns zur Arbeit. Selbst der Postbote und der Pizzalieferant treten in die Pedale. Das Fahrrad ist Everybody’s Darling, so die gefühlte Realität. Verstärkt wird sie durch die Präsenz des Themas in den Medien und sozialen Netzwerken: Prominente und Politiker zeigen sich gerne auf dem Fahrrad oder E-Bike. An anderer Stelle werden Erfahrungen aus dem Radfahrer-Alltag und die neuesten Trends gepostet. Schöne neue Fahrradwelt? Auto oder Fahrrad Fakt ist: 79% der Deutschen treten regelmäßig in die Pedale. Das hat der ADFC in seiner aktuellen Radreiseanalyse herausgefunden. Im Alltag radeln 75%, in der Freizeit und auf Reisen sind es 52%. Im Jahr 2018 ist der Verkaufsumsatz mit Fahrrädern und E-Bikes um 16,3% auf 3,16 Mrd. Euro gestiegen, so der Zweirad-Industrie-Verband (ZIV). Diese Zahlen stehen für sich, doch noch herrscht das Auto vor. Das zeigt zum Beispiel die Studie „Mobilität in Deutschland“ (MiD). Insgesamt 57% der täglichen Wege machen wir im Schnitt noch mit dem Wagen. Das Fahrrad kommt auf rund 11%. Gegenüber der vorigen MiD-Studie aus dem Jahr 2008 ist das ein Plus von nur 1%. Vor allem ältere Menschen nutzten immer intensiver das Auto, so die Studienautoren. Das Blatt wendet sich Gegenüber dem gefühlten Fahrradboom und den Rekordmeldungen aus der Radbranche wirken diese Daten eher mager. Die MiD-Zahlen zeigen aber auch, dass sich das Blatt wendet. Die Bedeutung des Fahrrads steigt, vor allem bei jungen Menschen und in Städten. Dort legen Menschen laut der Studie weniger als 40% der Wege mit dem Auto zurück, das Rad nehmen 15%. Nach Einschätzung des ZIV gibt es 75,5 Millionen Fahrräder, darunter 4,5 Millionen E-Bikes und Pedelecs. Egal ob Top-Verkehrsmittel oder nicht, dass die Liebe zum Fahrrad wächst, ist unverkennbar. Das liegt auch an seinem Image. Wer Rad fährt, ist nicht nur gesundheits-, sondern auch umweltbewusst. Aktionen wie die bundesweite Kampagne „Stadtradeln“ melden seit Jahren steigende Teilnehmerzahlen. Angemeldete Teams sammeln dabei möglichst viele Kilometer mit dem Rad, um CO 2 -Emissionen einzusparen. Das Fahrrad ist zum Symbol für einen bewussten, modernen Lebenswandel geworden. Mit der Bedeutung des Fahrrads ist auch die Zielgruppe für Fahrradversicherungen gewachsen. Das ist gleichermaßen auf Produktebene zu spüren. Produkte: Nachfrage boomt Zu Beginn des Rad-Trends starteten Versicherer erstmals vom Fahrradhandel unabhängige Produkte. Darunter waren die Ammerländer Versicherung, ARAG, die Allianz und ERGO Direkt. Anfangs noch Nische, sind diese Produkte jetzt erwachsen geworden. Das zeigt etwa die Fahrrad-Vollkaskoversicherung der Ammerländer: Allein im Jahr 2018 stiegen die in der Sparte verdienten Beiträge um 44 Juni 2019

134% auf rund 3,05 Mio. Euro. Damit hat sich das Beitragsvolumen in einem Jahr mehr als verdoppelt. Produkte wie die Fahrrad-Vollkaskoversicherung haben sich also etabliert. Der Radfahrer-Alltag fordert aber auch neue Lösungen. Design-Rad statt Drahtesel Ein treibender Faktor ist die Vorliebe für Design und Hochwertiges. „Komfort und eine hohe Nutzungsdauer werden dem Konsumenten immer wichtiger“, beobachtet der ZIV. So werden verbaute Teile immer ausgefeilter. Ein Beispiel sind Riemenantriebe als Alternative zur Kette. Unter den Fahrradtypen sind E-Bikes und Pedelecs die Innovationsträger. Mit 980.000 verkauften Exemplaren im Jahr 2018 verpassten sie laut ZIV nur knapp die Millionen-Marke. Ihr Marktanteil liege bei 23,5%. Das Fahrrad ist also vom reinen Gebrauchsgegenstand zum Lieblingsstück vieler geworden. Gleichzeitig bewegen sich die Menschen in einer digitalisierten Lebenswelt. Das Internet und seine Möglichkeiten sorgen dafür, dass Verbraucher jederzeit an Produkte herankommen, die sich eng auf sie und ihre aktuelle Lebenssituation abstimmen lassen. All diese Produkte sind je nach Bedarf miteinander kombinierbar. Vor Fahrradversicherungen macht dieser Trend nicht halt. Zu den bisherigen Produkten kommen neue, flexible Alternativen. Wie diese aussehen können, zeigen Beispiele aus dem Radfahrer-Alltag. Zentrale Sorgen sind Diebstahl und Reparaturen. Wer für sein privates Rad keine umfassende Fahrradversicherung wünscht, sichert Diebstahl als Zusatz über die Hausratpolice ab. Werden aber Reparaturen fällig, kann das ins Geld gehen. Bislang decken Versicherer den Bedarf nach Reparaturversicherungen noch lückenhaft. Es dominieren Bausteine, die den Kunden in der Regel an ein Hauptprodukt binden. Dieser möchte aber flexibel bleiben. Der nächste Schritt ist eine eigenständige Reparaturversicherung, die sich flexibel mit anderen Policen kombinieren lässt. Diese Produkte sollten für herkömmliche Räder ebenso wie für E-Bikes und Pedelecs gemacht sein. Die Reparaturkosten sollten nicht nur bei Schäden infolge von Unfällen oder Stürzen abgefedert werden. Idealerweise sind auch Bedienungsfehler, Materialschäden sowie Feuchtigkeits-/ Elektronikschäden an Akku und Motor von E-Rädern inklusive. Ein Beispiel für ein solches Produkt ist die „Fahrrad-Reparaturversicherung Privat“ der Ammerländer. Von Bikesharing und Kurieren Darüber hinaus eröffnen sich an anderer Stelle Geschäftsfelder: Gewerbliche Fahrräder ohne festen Nutzerkreis gewinnen an Gewicht. Bikesharing-Anbieter erobern die Städte. Ihre Räder werden mitunter häufiger genutzt als private Räder, so der ADFC. Auch der Klassiker, der touristische Fahrradverleih, bleibt präsent. Fahrradkuriere treten schon lange in die Pedale, andere Dienstleister folgen. Insbesondere E-Lastenräder machen das möglich. Der ZIV schätzt, dass sie die Hälfte des motorisierten Warentransports in Städten ersetzen könnten. Gewerblicher Diebstahlschutz Schon jetzt ist das Fahrrad ein Lieblingsstück vieler Menschen – egal in welchem Rahmen sie es nutzen. Das zeigt die dynamische Entwicklung von Fahrrad - versicherungen der letzten Jahre. All diese Räder haben drei Dinge gemeinsam: Es sind hochwertige Modelle. Sie werden viel gefahren und häufig sind ganze Flotten im Einsatz. Der Verlust dieser Räder ist also ein gewichtiges Risiko. Das schafft breite Zielgruppen für gewerbliche Diebstahlversicherungen. Touristische Fahrradverleihe, Kurierdienste oder Bikesharing-Anbieter sind nur einige Beispiele. Gefragt sind Produkte, die einzelne Räder oder ganze Flotten absichern und greifen, wenn das Rad oder Teile abhandenkommen. Wir sind also noch nicht ganz in der schönen neuen Fahrradwelt angekommen, aber wir sind auf dem Weg dorthin. Schon jetzt ist das Fahrrad ein Lieblingsstück vieler Menschen – egal in welchem Rahmen sie es nutzen. Das zeigt die dynamische Entwicklung von Fahrradversicherungen der letzten Jahre. Das Segment ist lebendiger denn je und neue Produkte erschließen es. W Reparaturkosten versichern Von Alexander Kanther, Produktmanager Fahrrad der Ammerländer Versicherung Juni 2019 45

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