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AssCompact 06/2019

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SCHUTZ FÜRS

SCHUTZ FÜRS LIEBLINGSSTÜCK Versicherungsschutz für Meisterwerke Interview mit Madeleine Schulz und Paul Bunten, Geschäftsführer der Preventum GmbH Kunst liegt im Auge des Betrachters, heißt es. Um welche Art von Kunst es sich auch handelt, im Blick haben sollte man das Thema Absicherung. Der Versicherungsschutz eines Kunstwerks ist an dessen finanziellen Wert gebunden. Die Preisbildung von Kunst wiederum folgt ganz eigenen Gesetzen. Emotionen und finanzieller Schutz – was ist das Besondere, wenn Kunstliebhaber einen Versicherungsschutz suchen? „Das Besondere bei Versicherungsschutz für Kunstliebhaber besteht darin, mit Sensibilität und Kunstexpertise die emotionale Investition in die Kunst nachzuvollziehen und dabei die Versicher - barkeit so weit wie möglich auszuloten.“ ©Unclesam – stock.adobe.com Sie sprechen zwei vermeintliche Gegensätze an, Kunstliebe einerseits und den finanziellen Wert von Kunst andererseits. In der Kunstversicherung sind das aber die zwei Seiten einer Medaille. Die Versicherbarkeit von Kunst ist an deren finanziellen Wert gebunden, der nach objektiven Kriterien festzustellen sein muss. Ein rein emotional begründeter Liebhaberwert kann keine Basis für Versicherungsschutz sein. Das Besondere bei Versicherungsschutz für Kunstliebhaber besteht darin, mit Sensibilität und Kunstexpertise die emotionale Investition in die Kunst nachzuvollziehen und dabei die Versicherbarkeit so weit wie möglich auszuloten. Geht dabei die Werteinschätzung des Besitzers auch schon mal über den eigentlichen Wert des Kunstwerks hinaus? Das kommt durchaus vor. Der professionelle Kunstsammler kennt den Marktwert seiner Kunstgegenstände. Er setzt sich regelmäßig mit seiner Sammlung auseinander, mit Passion, aber auch mit analytischem Blick auf den monetären Wert. Ein Kunstliebhaber hingegen wird unter Umständen seine persönliche Wertschätzung für einen Künstler absolut setzen. Insbesondere bei alter Kunst, die sich lange in Familienbesitz befindet, gehen die Vorstellungen häufiger über den tatsächlichen Wert hinaus. In die Wertwahrnehmung spielen dann Geschichten hinein, die von Generation zu Generation tradiert werden. Diese Sammlungsbestände sind oft nicht wissenschaftlich aufgearbeitet. Somit sind die Fakten nicht bekannt, die den Marktwert von Kunst bestimmen, wie Zuschreibung an einen Künstler oder Erwähnung in der Fachliteratur. Die Kunstwerte verändern sich. Der Banksy-Clou hat vor Kurzem nicht nur die Kunstwelt in Aufregung versetzt. Sind „moderne“ Kunstwerke wie beispielsweise Street Art, Internet- und Videokunst auf traditionelle Weise überhaupt noch versicherbar? Selbstverständlich, aber die Versicherungsbedingungen und Regelungen zum Schadensersatz müssen individuell angepasst werden. Entscheidend ist stets, ob es einen Markt gibt, also eine kritische Masse an Kunstliebhabern sich hierfür begeistert und solche Kunstwerke besitzen will. Die Herausforderung bei der Versicherung von Kunstwerken in ungewöhnlichen Medien stellt sich im Schadenfall, wenn zu definieren ist, wann eine Beschädigung einen Totalverlust darstellt oder eine hohe Wertminderung nach sich zieht. Das Bild des britischen Street Artists Banksy „Girl With a Balloon“ wurde im Oktober 2018 bei Sotheby’s in London für 1 Mio. Britische Pfund versteigert. Nach Auslösung des Schredder- Mechanismus, der im Auktionssaal unmittelbar mit dem Zuschlag an den Käufer einsetzte und das Bild zur Hälfte in Streifen schnitt, wurde der aktuelle Marktwert sofort auf 1,5 Mio. Britische Pfund geschätzt. Für Sotheby’s ist das Bild von Banksy das erste Kunstwerk, das während einer Auktion live entstand. Mit der Zerstörung habe sich die eigentliche Aussage des Künstlers erst realisiert, was zur unmittelbaren Wertsteigerung führte. Hierin zeigt sich auch die Widersprüchlichkeit der Preisbildung von Kunst, wenn man so will. Kunstwerke, 52 Juni 2019

die sich in ihrer Beschaffenheit in einer Art Guerilla-Taktik gegen den traditionellen Kunstbegriff richten, werden dennoch wertgeschätzt und hoch bezahlt. Kunst ist ohne Emotion nicht denkbar. Das Auktionshaus Christie’s versteigerte letztes Jahr ein mittels künstlicher Intelligenz hergestelltes Gemälde für 430.000 US-Dollar. Zeitgenössische Kunst hat häufig wenig mit Können im Sinne einer künstlerischen Begabung zum Malen oder Zeichnen zu tun. Sie ist vielmehr eine Form des Nachdenkens über das, was die Gesellschaft bewegt. Solche Kunst ist natürlich versicherbar, allerdings mit der Maß gabe individueller Versicherungsbedingungen gepaart mit Kunstexpertise und Marktkenntnis. Kunstversicherung ist etwas für Spezialisten. Gibt es aktuell denn ausreichend Deckungskapazitäten in der Kunstversicherung? Paul Bunten und Madeleine Schulz Das ist aktuell kein Thema. Wir kooperieren beispielsweise mit Coverholdern im Lloyd’s Markt, über die uns für die Versicherung von Kunstsammlungen eine Kapazität von 500 Mio. US-Dollar je Versicherungsort zur Verfügung steht. Im Gegenteil: In der klassischen Kunstversicherung ist so viel Deckungskapazität vorhanden, dass sich seit Jahren ein weicher Markt mit Prämiensätzen auf einem niedrigen Niveau etabliert hat. Bei der Versicherung von spezielleren Risiken, die von zunehmender Relevanz sind, wenn Kunst global gehandelt, verkauft und ausgestellt wird, sind die Deckungs kapazitäten hingegen knapp. Zu denken ist hier unter anderem an die Versicherung von Beschlagnahme, nicht vorhandenem Eigentum (Defective Title) oder Unterschlagung. W Anzeige Flexible Optionen auf Voll- und Zusatzversicherungen MIT INNOVATIVER APP Die beste Option für die junge Zielgruppe. OPTI – Gesundheitszustand speichern, Spitzenmedizin sichern. Weil langweilig keine Option ist: Unser Optionstarif OPTI.free ist die Eintrittskarte zum optimalen Gesundheitsschutz ohne erneute Gesundheitsprüfung. www.hallesche.de/gesundheit-sichern

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