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AssCompact 06/2020

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POOLS VERBÜNDE

POOLS VERBÜNDE DIENSTLEISTER Die Möglichmacher Anhaltende Regulierung und Digitalisierung, junge Marktplayer und ein forderndes Kundenverhalten verändern nicht nur Maklerbüros, sondern auch Pools, Verbünde und Dienstleister. Gerne sehen sich diese heute als die „Business Enabler“ der Makler. Von Brigitte Horn, AssCompact Die Ringe des Dienstleister- und Kooperationskreises rund um die unabhängige Finanz- und Versicherungsvermittlung weiten sich stetig aus. Die Marktdynamik, angetrieben vonseiten der Digitalisierung und Regulierung, fordert kleine und große Versicherungsmaklerbüros genauso heraus wie einzelne Finanzvermittler oder Allfinanzvertriebe. Sie suchen sich Unterstützung für Einkauf und Produktzugänge, Administration, Marketing und Technik. Manche bevorzugen dabei einen Verbund auf gleicher Ebene, andere wählen die Zusammenarbeit mit Pools und Dienstleistern entlang der Wertschöpfungskette. Vor Augen steht das Ziel, einen relevanten Platz am Markt zu sichern, unabhängig zu bleiben, profitabel zu wirtschaften und sich nicht von Roboterberatern, Öko - systemen, Smart Devices oder großen Internet-Giganten verdrängen zu lassen. Das Bündeln von Expertise und Volumen, der Zugriff auf IT-Leistungen und die Inanspruchnahme weiterer Services scheint hier mehr als Sinn zu haben. Jetzt: Infrastrukturdienstleister Nun funktionieren die Modelle von Verbünden, Netzwerken, Pools, Genossenschaften oder Technologielieferanten sehr unterschiedlich. Dennoch gibt es eine Annäherung in dem Sinne, dass sie sich im Zuge der Entwicklung immer mehr als Infrastrukturdienstleister verstehen. Leider ein sehr sperriges Wort, da geht einem das englische Wort Enabler leichter über die Lippen. Pools & Co. sind heute moderne Möglichmacher, die ihre angebundenen Makler und Vermittler in die Lage versetzen, ihre Tätigkeit auch zukünftig auszuführen. Dabei können sie auch schneller Trends und Veränderungen erkennen und umsetzen, als es ein einzelner Maklerunternehmer könnte. 96 Juni 2020

Ein paar Zahlen rund um die Zusammenarbeit mit Pools Beinahe 90% der unabhängigen Vermittler arbeiten heute regelmäßig mit Pools und Dienstleistern zusammen. Dabei gibt es einen klaren Trend zur Reduktion auf ein bis zwei Anbieter. Vor einigen Jahren haben Vermittler noch durchschnittlich mit drei bis vier Pools zusammengearbeitet. Mehr als 54% der Vermittler haben aber auch schon einmal die Zusammenarbeit mit einem Pool bzw. Dienstleister beendet. Als Hauptgründe werden schlechte Erfahrungen, Unzufriedenheit mit dem Service sowie die überwiegende Zusammenarbeit mit anderen Pools oder Dienstleistern genannt. Die Top-Fünf-Gründe wiederum, warum die Zusammenarbeit überhaupt gesucht wurde, sind: Bewahrung der eigenen Unabhängigkeit, Inanspruchnahme von Back-Office- Leistungen sowie Verbesserung der administrativen Prozesse, hohe Produktbreite aus einer Hand, einfache Antragsprozesse sowie der Zugang zu mehr Gesellschaften. Ergebnisse der AssCompact AWARD Studie „Pools & Dienstleister 2020“, März 2020 Die Geister, die ich rief Neue Erfolgsindikatoren Insbesondere digitale Lösungen stehen dabei im Fokus. Denn beinahe genauso wichtig für den wirtschaftlichen Erfolg eines Maklerbüros, für Kundengewinnung und -bindung sind heute neben dem Fachwissen der Beraterprofis Schnelligkeit, Flexibilität sowie Erlebniszugewinne. Was der Kunde heute täglich im Netz an Erfahrungen macht, erwartet er immer öfter auch rund um seine Finanz- und Versicherungsangelegenheiten. Und auch wenn die Deutschen, was ihre Daten angeht, vielleicht noch zögerlich sind, werden Bedenken doch häufig zugunsten von Komfort, stetiger Verfügbarkeit und dem „Alles auf einen Blick“-Erlebnis über Bord geworfen. Der Vertragsmanager auf dem Smartphone, die App mit Neuigkeiten, Portfolio-Infos in Echtzeit und vieles mehr werden für Kunden zur Selbstverständlichkeit. Mit PSD2 kommen weitere Möglichkeiten – Stichwort: Financial Home – ins Spiel. Als einzelnes Maklerunternehmen ist das nicht zu stemmen. Aber warum sollte es das auch tun? © Hurca! – stock.adobe.com Der Nutzen von Pools und anderen Dienstleistern ändert sich also. Um all diese Mehrwerte erfüllen zu können, kam es in den vergangenen zwei Jahren zu deutlichen Veränderungen der Geschäftsmodelle. Immer öfter bedienen die Dienstleister nun auch größere Vertriebs- und Maklerstrukturen und stellen die gebauten Plattformen auch Banken und Versicherern für deren Vertrieb zur Verfügung. So entstehen sowohl neue Kooperations- als auch Wettbewerbsmodelle. Um ihre neue Aufgabe am Markt auch tatsächlich erfüllen zu können, müssen sie viel Geld investieren, zukaufen und sich immer öfter auch mit Start-ups zusammentun. „Die Geister, die ich rief “, so mag es manchen vorkommen, müssen nun auch befriedigt werden. So wird es auch für die Dienstleister und Pools unmöglich, alles alleine zu machen. Allein die Gefahr, in der technischen Entwickung aufs falsche Pferd zu setzen, ist hoch. Lehrgeld mussten wohl schon alle Unternehmen im Zuge der Digitalisierung bezahlen. Also wird man auch aufseiten der Anbieter über kurz oder lang weitere Veränderungen sehen. W Sonderthema im Überblick Schützen und nützen Für Finanzberatungsunternehmen: Voller Support in einem System „Unsere Makler sind bereits das Financial Home ihrer Kunden“ Stresstest-Dauermodus für 34f-Vermittler und 34h-Berater „Die meisten InsurTechs gehen als Gewinner aus der Krise hervor“ Juni 2020 97

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