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AssCompact 06/2021

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HINTERBLIEBENENVORSORGE

HINTERBLIEBENENVORSORGE Die gesetzliche Hinterbliebenenrente 1 Anspruch auf eine Witwen- oder Witwerrente Stirbt ein Ehepartner, besteht ein Anspruch auf eine Witwen- oder Witwerrente. Anfang 2002 wurde das Recht für die Hinterbliebenenrenten, für Witwen- und Witwerrenten geändert. Das alte Recht gilt, wenn der Ehepartner vor dem 01.01.2002 gestorben ist oder der Ehepartner nach dem 31.12.2001 gestorben ist, die Heirat aber vor dem 01.01.2002 stattfand und mindestens ein Ehepartner vor dem 02.01.1962 geboren ist. Bei Eheschließungen ab dem 01.01.2002 wird eine Witwenrente nur noch gezahlt, wenn die Ehe mindestens ein Jahr bestanden hat. 2 Die kleine Witwen- oder Witwerrente Die kleine Witwenrente oder Witwerrente erhält, wer das 47. Lebensjahr noch nicht vollendet hat, nicht erwerbsgemindert ist und kein Kind erzieht. Sie beträgt 25% der Rente, auf die der Ehepartner zum Zeitpunkt seines Todes Anspruch gehabt hätte, und ist auf zwei Jahre begrenzt. Nach altem Recht wird sie zeitlich unbegrenzt gezahlt. 3 Die große Witwen- oder Witwerrente Die große Witwen- oder Witwerrente erhält, wer 47 Jahre oder älter ist, erwerbsgemindert ist oder ein eigenes Kind oder ein Kind des oder der Verstorbenen erzieht, das noch keine 18 Jahre alt ist. Dazu kommen noch einige Sonderregeln. Die große Witwen- oder Witwerrente beträgt 55% der Rente, die der Ehepartner oder Lebenspartner zum Zeitpunkt des Todes bezogen hat oder hätte. Nach altem Recht sind es 60%. 4 Sterbevierteljahr und Beantragung In den ersten drei Monaten nach dem Tod erhält der überlebende Partner die bisher an den Verstorbenen gezahlte monatliche Altersrente aus der gesetzlichen Rentenversicherung in voller Höhe weiter ausgezahlt. Die Rentenversicherung zahlt nicht automatisch, sondern erst, nachdem ein Antrag auf Witwenoder Witwerrente gestellt wurde. 5 Eingetragene Lebenspartnerschaften Auch gleichgeschlechtliche Partner einer eingetragenen Lebenspartnerschaft können im Todesfall eine Hinterbliebenenrente beantragen. Seit dem 01.10.2017 können gleichgeschlechtliche Partner die Ehe schließen. Eine eingetragene Lebenspartnerschaft ist seitdem nicht mehr möglich, bestehende Lebenspartnerschaften bleiben aber gültig oder können in eine Ehe umgewandelt werden. Bei der Berechnung gilt der Tag der Begründung der eingetragenen Lebenspartnerschaft. 6 Ende der Rentenzahlung Die Rentenzahlung wird bei erneuter Heirat eingestellt: Sowohl die kleine als auch die große Witwen- oder Witwerrente enden mit dem Ablauf des Kalendermonats der Heirat. Bei neuer Heirat kann eine Rentenabfindung („Starthilfe“) beantragt werden. Der Anspruch auf Hinterbliebenenrente endet auch, wenn sich für das Rentensplitting entschieden wird. 7 Erziehungsrente für Geschiedene Auch Geschiedene können unter bestimmten Voraussetzungen eine Rente erhalten, wenn sie ein Kind erziehen und der geschiedene Ehepartner stirbt. Diese Erziehungsrente ist eine Rente aus der eigenen Versicherung. Während bei der kleinen oder großen Witwer- bzw. Witwenrente der verstorbene Ehepartner eine Mindestversicherungszeit von fünf Jahren erfüllen muss, gilt dies hier für die hinterbliebene Person. Die Höhe entspricht der Höhe der Rente wegen voller Erwerbsminderung. 36 AssCompact | Juni 2021

HINTERBLIEBENENVORSORGE Anspruch auf Waisenrente Wenn Vater, Mutter oder beide Elternteile sterben, erhalten Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene eine Waisenrente. Der Anspruch bleibt bestehen, wenn die Waise adoptiert wird oder heiratet. Waisenrenten werden regelmäßig bis zum 18. Geburtstag des Kindes gezahlt. Die Halbwaisenrente beträgt 10%, die Vollwaisenrente 20% der Versichertenrente, auf die der Verstorbene Anspruch gehabt hätte oder die er bereits bezogen hat. Die Waise kann diese Rente längstens bis zum 27. Lebensjahr erhalten, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. 8 Rentenabschlag Wenn ein Ehe- oder Lebenspartner vor dem 65. Geburtstag gestorben ist, wird die Hinterbliebenenrente um einen Abschlag gekürzt. Das Gleiche gilt, wenn die Erziehungsrente vor dem eigenen 65. Geburtstag beginnt. Der Abschlag ist abhängig vom Lebensalter. 9 Anrechnung von Einkommen Bestehen neben der Hinterbliebenenrente weitere Einkünfte, werden diese oberhalb eines bestimmten Freibetrags zu 40% auf die gesetzliche Hinterbliebenenrente angerechnet. Die Höhe des Freibetrags unterscheidet sich nach neuen und alten Bundesländern (877,27 Euro bzw. 902,62 Euro). Auf Waisenrenten wird seit 01.07.2015 kein Einkommen mehr angerechnet. 10 Anmerkung: Die Aufstellung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Die Informationen sollen einen kleinen Einblick geben, wie die gesetzliche Hinterbliebenenrente funktioniert. Auch wenn es sich nicht um eine private Hinterbliebenenvorsorge im Sinne des Sonderthemas handelt, können die Informationen vielleicht als Ausgangsbasis an der ein oder anderen Stelle nützich sein. Quelle: Deutsche Rentenversicherung, teilweise Auszüge aus der Broschüre „Hinterbliebenenrente: Hilfe in schweren Zeiten“ (15. Auflage, 07/2020). ANZEIGE Starker Tarif mit neuem Fokus. HDH-Power ganz konkret. Scannen Sie den QR-Code. Erstaunlich kraftvoll.

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