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AssCompact 07/2020

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INVESTMENT ©Sergey Nivens - stock.adobe.com Aussichten für Aktienanleger haben sich durch Corona nicht verschlechtert Allen negativen Nachrichten zum Trotz: Die Renditeaussichten von Aktien dürften für Langfristanleger auch in der Welt nach Corona intakt sein. Das zeigt eine aktuelle Studie des DWS Research Institutes. Vor allem fünf Punkte sind dafür verantwortlich, dass die langfristige Anlageperspektive trotz der kurzfristigen Schocks intakt ist. Die Corona-Krise produziert fast täglich neue Hiobs - botschaften: rasant ansteigende Arbeitslosenquoten, ganze Branchen im Überlebenskampf, wegbrechende Steuereinnahmen, explodierende Staatsschulden. Da müssen sich doch die Aussichten für die Aktienmärkte auch massiv verschlechtert haben, ist ein naheliegender Schluss. Nein, sagt eine Studie des DWS Research Institute. Im Vergleich zur Situation Ende des Jahres 2019 habe diese sich sogar leicht verbessert. Fünf Punkte für die intakten Anlageaussichten Vor allem fünf Punkte sind verantwortlich dafür, wie sie zu diesen Einschätzungen kommen: 1. Die Welt nach dem Corona-Schock – Drei Szenarien Die Experten der DWS haben drei Szenarien durchgespielt: W Szenario 1: Es geht alles so weiter wie bisher, sobald wir Corona hinter uns haben (Status-quo-Szenario) W Szenario 2: Um die Folgen für Wirtschaft und Märkte zu prognostizieren, wird die Finanzkrise des Jahres 2009 als Blaupause genommen. W Szenario 3: Die Corona-Krise ist deutlich tiefgreifender als die Finanzkrise des Jahres 2009, ein Jahrhundertereignis im negativen Sinne. Szenario 1 halten die Analysten für äußerst unwahrscheinlich. Die Annahme „alles wird so wie vorher“ werde dem Ausmaß und den wahrscheinlichen Folgen der Corona-Pandemie nicht gerecht. Das Erstaunliche: Selbst im Szenario 3 mit extrem negativen Auswirkungen scheinen die langfristigen Aussichten für die Aktienanlage intakt zu sein. 2. Nur leicht abgeschwächtes Wirtschaftswachstum Wie geht es weiter mit dem Wirtschaftswachstum? Das ist eine der zentralen Fragen für die Entwicklung von Wirtschaft und Finanzmärkten. Gerade die Entwicklung der Unternehmensgewinne, 66 Juli 2020

ein zentraler Faktor für die Chancen an den Aktienmärkten, wird maßgeblich vom Wirtschaftswachstum beeinflusst. Angesichts der düsteren Wachstumspro - gnosen als Folge der Corona-Krise wäre auch hier die Erwartung naheliegend, dass die Aussichten alles andere als rosig sind. Langfristig dürften sich aber auch hier die aktuellen Probleme relativieren. Denn die globale Wirtschaft wird sich erholen, auch wenn sie länger brauchen sollte als in bisherigen Krisen, so die Experten des DWS Research Institute. Zwar werde das Wachstumspotenzial trotzdem leiden, allerdings nur um überschaubare 0,25 Prozentpunkte. 3. Widerstandsfähige Unternehmen Die Schlagzeilen über Unternehmen in Schieflage beherrschen die öffentliche Wahrnehmung. Besonders gefährdet sind nach Einschätzung der DWS- Experten Unternehmen mit einem hohen Block an Fixkosten, einer hohen Verschuldung und geringer Rentabilität. Doch auch hier ist es nach Einschätzung der Experten wichtig, die aktuell extrem schwierige Lage nicht pauschal in die Zukunft fortzuschreiben. Denn Risiko - unternehmen machen nur einen kleineren Teil der international börsennotierten Unternehmen aus. Gerade die großen internationalen Aktienmärkte deckten ein breites Spektrum an Unternehmen ab, von denen eine Vielzahl äußerst flexibel sei, mit einem hohen Anteil an Qualitätsunternehmen. 4. Dividenden bleiben wichtig Dividenden haben in der Vergangenheit etwa 50% zur Wertentwicklung von Aktien beigetragen. Entsprechend wichtig ist es, wie es mit ihnen weitergeht. Grundsätzlich gibt es hier zwei gegenläufige Entwicklungen. Auf der einen Seite sind da Dividendenkürzungen oder auch der Totalausfall von Dividenden aufgrund der gravierenden wirtschaftlichen Probleme, die viele Unternehmen haben. Auf der anderen Seite sind die Dividendenrenditen aufgrund massiv gesunkener Erträge gestiegen. In Summe dürften sich diese Effekte in etwa ausgleichen. Für Anleger, die in den US-Index S&P 500 oder den EuroStoxx 50 investieren, dürfte der Beitrag, den Dividenden zum Gesamtertrag einer Aktienanlage beisteuern, sogar leicht steigen (0,3 bis 0,4 Prozentpunkte). Alles in allem dürfte der Renditebeitrag in etwa auf dem Niveau vor Ausbruch der Corona-Krise bleiben. 5. Intakte Renditeerwartungen Was bedeuten diese erwarteten Entwicklungen nun für langfristig orientierte Anleger auf Sicht von zehn Jahren? Wenn die Strategen der DWS das Puzzle aus einer Vielzahl von Daten und Pro - gnosen zusammensetzen, kommen sie zu einem erstaunlichen Ergebnis: Selbst im Falle, dass das ungünstige Szenario 3 eintritt – wir uns also in einer Jahr - hundertkrise befinden –, haben sich die Aussichten für Aktienanleger seit Ende 2019 nicht verschlechtert, in manchen Märkten sogar leicht verbessert. Sie erwarten auf die Sicht von zehn Jahren jährliche Wertentwicklungen zwischen knapp 5% (EuroStoxx 50) und 7,5% (MSCI UK). Renditeerwartungen für internationale Aktienindizes in den nächsten zehn Jahren Aktien dürften auch in den nächsten zehn Jahren jährliche Renditen zwischen 3,5 und 7,4% bieten. (Prognosen sind kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Prognosen basieren auf Annahmen, Schätzungen, Ansichten und hypothetischen Modellen oder Analysen, die sich als nicht zutreffend oder nicht korrekt herausstellen können.) Quelle: DWS Research Institute, DWS Long View, Stand: Mai 2020 Fazit Von Dr. Francesco Curato, Head of the Research House at DWS und Head of CROCI ® Investment Strategy and Valuation Group der DWS Rainer Ziegler steht als Leiter Regionaler Vertrieb, IFA, Platt formen & White Label der DWS mit seinem Team Vermittlern für Fragen zur Entwicklung an den Kapitalmärkten zur Verfügung. Die Corona-Krise hat schon viel verändert. Sie wird vermutlich auch weiterhin zu massiven Änderungen in Wirtschaft und Gesellschaft führen. An den Finanzmärkten ist die Unsicherheit kurzfristig extrem hoch. Doch langfristig deutet vieles darauf hin, dass sich die Situation wieder normalisiert. Aktien als wichtiger möglicher Renditebringer für einen langfristigen Vermögensaufbau – daran dürfte sich nichts ändern. W Juli 2020 67

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