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AssCompact 08/2019

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BETRIEBLICHE

BETRIEBLICHE ALTERSVERSORGUNG bAV – Viele Fragen, viel Potenzial Die bAV hat sich für viele Vermittler zu einem wichtigen Geschäftsfeld entwickelt. Der Informationsbedarf bei Firmenkunden ist hoch. Dementsprechend ist Beratung gefragt, bleibt die bAV doch ein komplexes Feld, in dem sich aufgrund der Neuerungen durch das BRSG auch immer neue Fragen auftun. Zugleich eröffnet dies viel Potenzial für Makler. Von Tina Kirchner, AssCompact Anfang 2018 wurde das Betriebsrentenstärkungsgesetz (BRSG) eingeführt, um die betriebliche Altersversorgung (bAV) zu reformieren. Mit den Neuerungen waren ehrgeizige Ziele verbunden: Das Gesetz sollte der betrieblichen Altersversorgung Auftrieb geben und die Verbreitung der bAV in Deutschland deutlich voranbringen. Denn hierzulande hat die bAV bei den Unternehmen noch nicht die gewünschte Verbreitung erreicht. Insbesondere bei kleinen und mittelständischen Unternehmen gibt es noch viel Potenzial. Mit dem BRSG hat der Gesetzgeber daher besonders für kleine und mittlere Unternehmen stärkere Anreize geschaffen, die betriebliche Altersversorgung ihrer Mitarbeiter zu fördern, vor allem auch die von Geringverdienern. Das Gesetz umfasst Maßnahmen für bessere steuer- und sozialversicherungsrechtliche Rahmenbedingungen für die betriebliche Altersversorgung und das neue Sozialpartnermodell für Arbeitgeber. Noch viel Luft nach oben Inzwischen ist die anfängliche Zustimmung einer gewissen Skepsis gewichen. So betonte etwa die Arbeitsgemeinschaft für betriebliche Altersversorgung (aba) auf ihrer diesjährigen Jahrestagung im Mai, dass die Verbreitung der bAV in Deutschland weiter unzureichend sei. Zwar habe das BRSG die richtigen Impulse gesetzt und dazu beigetragen, dass mehr Geringverdiener eine Direktversicherung abgeschlossen hätten, dennoch sei man Lichtjahre davon entfernt, bis zum Ende des Reformprozesses 2030 die notwendige Verbreitung der bAV zu erreichen. Deutschland hinke in der bAV-Verbreitung gegenüber anderen Ländern weiter hinterher, so das Fazit der aba. 32 August 2019

Viele Fragen ungeklärt Unterschiedliche Studien und Umfragen zum Thema bAV haben Skepsis offengelegt. Unterm Strich lässt sich feststellen, dass rund um die praktische Umsetzung des BRSG viele Fragen noch nicht geklärt sind. Dies gilt beispielsweise auch für den Arbeitgeberzuschuss in Höhe von 15%, den Firmen seit Jahresbeginn für neue und ab dem Jahr 2022 auch für bereits bestehende bAV-Verträge zahlen. In der Praxis sind in der Zwischenzeit einige Fragen aufgetaucht, für die es derzeit noch keine Lösung gibt. Außerdem stehen alle Seiten dem neuen Sozialpartnermodell zwiespältig gegenüber. Hoher Informationsbedarf Während Arbeitgeber vor der viel diskutierten Komplexität betrieblicher Angebote zur Altersversorgung zurückschrecken und einen hohen Verwaltungsaufwand fürchten sowie Angst vor Haftungsrisiken haben, zeigen sich auch die Arbeitnehmer mitunter zurückhaltend. Selbst wenn ein © ded – stock.adobe.com Angebot zur Betriebsrente besteht, machen bei Weitem nicht alle Beschäftigten davon Gebrauch. Oftmals herrscht die Auffassung, eine Betriebsrente würde sich sowieso nicht lohnen. Insgesamt zeigt sich, dass sowohl bei Arbeitnehmern als auch bei Arbeitgebern ein hoher Informationsbedarf besteht. Persönliche Beratung unerlässlich Das Thema bAV ist und bleibt komplex, das steht außer Frage. Gerade auch im Hinblick auf die rechtlichen Rahmenbedingungen und Vorgaben müssen Arbeitgeber einiges beachten. Eine fachliche Beratung ist daher unverzichtbar. Hier öffnen sich Vertriebspotenziale für Vermittler. Dies unterstreichen auch die Beiträge im vorliegenden Sonderthema. Vermittler erwarten steigende Bedeutung der bAV Dass die Aufklärungs- und Überzeugungsarbeit in Richtung Arbeitgeber und Arbeitnehmer herausfordernd bleibt, zeigen auch die Aussagen der Vermittler in der Studie „AssCompact AWARD – Betriebliche Altersversorgung 2019“. Für viele Vermittler hat sich die bAV bereits zu einem wichtigen Geschäftsfeld entwickelt. Laut Studie schätzen heute 67% der befragten Vermittler die betriebliche Altersversorgung als „relevant“ bis „sehr relevant“ ein. Und die Maklerschaft blickt in diesem Bereich optimistisch in die Zukunft. So rechnen 74% der Befragten mit einer steigenden Bedeutung der bAV über die nächsten fünf Jahre. Trotz der offenen Fragen und einer gewissen Skepsis sowie dem Warten auf Fortschritte im Bereich Sozialpartnermodell ist der Bereich bAV in Bewegung und das Interesse am Thema steigt. Es bleibt also spannend. W Sonderthema im Überblick Warum Beratung in der bAV wichtig ist Falle Pensionszusage – Ein Ausweg Praktische Lösungen für die BRSG-Umsetzung „Der Durchführungsweg Pensionsfonds hat an Wertschätzung gewonnen“ Die Generation Y mit bAV und Zeitwertkonten ansprechen Immer wieder gravierende Mängel in bestehenden Versorgungszusagen Persönliche Beratung statt Smartphone-App Beim Thema betriebliche Altersversorgung steht die persönliche Beratung bei Arbeitnehmern ganz oben auf der Liste der bevorzugten Kommunikationswege. Gerade junge Arbeitnehmer legen darauf großen Wert, wie aus einer Umfrage des Beratungs- und Dienstleistungs - unternehmens Aon hervorgeht. Befragt wurden rund 1.000 Arbeitnehmer aus Großunternehmen mit mehr als 10.000 Beschäftigten. Jeder zweite Befragte zwischen 18 und 39 Jahren wünscht sich an erster Stelle persönliche Beratung. Auf dem 2. Platz rangiert die regelmäßige schriftliche Information durch den Arbeitgeber und erst danach folgen digitale Kanäle wie Website und Smartphone-App. Wie die Studie weiter zeigt, steigen mit zunehmendem Alter und Einkommen die Kenntnisse zum Thema Betriebsrente bzw. individuelle Rentenbezüge und das Informationsbedürfnis nimmt ab. Allerdings bleibt der Wunsch nach einer persönlich zugeschnittenen Beratung. August 2019 33

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