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AssCompact 08/2019

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Ein bAV-Modell für die

Ein bAV-Modell für die Generation Y Um ein geeignetes bAV-Modell für die Generation Y zu finden, müssen zunächst die einzelnen Durchführungswege der betrieblichen Altersversorgung mit den Anforderungen der Ypsiloner verglichen werden. Danach stellt sich die Frage, was die betriebliche Altersvorsorge der Generation Y zu bieten hat. Um Fach- und Führungskräfte der Generation Y zu motivieren bzw. für ein Unternehmen mithilfe der betrieblichen Altersversorgung zu gewinnen, müssen Anreize geschaffen werden. Es braucht allerdings Anreize, die sich mit den Grundwerten der Generation Y decken und eine der größten Sorgen dieser Generation, die der drohenden Altersarmut, nehmen. Der Belohnungsund Motivationseffekt spielt hier eine ganz entscheidende Rolle. An dieser Stelle sei nochmals der Begriff „Trophy Kids“ erwähnt. Die Generation Y möchte belohnt und geschätzt werden. Somit kommt bei einem bAV-Modell nur eine arbeitgeberfinanzierte Variante infrage. Der Punkt der Beitragsreduzierung oder Unterbrechung in Bezug auf die Flexibilität ist somit zu vernachlässigen. Es muss vielmehr auf die unbegrenzte steuer- und sozialversicherungsfreie Einzahlungsmöglichkeit geachtet werden. Der Belohnungseffekt könnte sich zum Beispiel an der Betriebszugehörigkeit orientieren. Der Ypsiloner könnte sich somit über die Jahre hinweg eine lukrative zusätzliche Altersversorgung aufbauen. Ein Modellbeispiel Hier sei ein Beispiel für ein Modell zur Rekrutierung und Motivation von Fach- und Führungskräften der Generation Y durch betriebliche Altersversorgung skizziert: Wir haben einen Arbeitnehmer, 35 Jahre alt, Durchführungsweg: rückgedeckte Unterstützungskasse, Tarif: „grün“, Kapitalwahlrecht, Endalter 67. Lebensjahr, flexible Abrufphase ab 62. Lebensjahr. Zweckmäßigkeit, Sicherheit, Flexibilität (bei Auszahlung), ökologischer Faktor und Belohnungseffekt sind erfüllt. Zusätzlich kann der Arbeitnehmer eine Entgeltumwandlung über einen versicherungsförmigen Durchführungsweg, zum Beispiel die Direktversicherung, in Anspruch nehmen. Somit hat der Arbeitgeber auch den gesetzlichen Anspruch des Arbeitnehmers auf Entgeltumwandlung erfüllt. Im Rahmen einer Sozialversicherungsersparnis durch den Arbeitgeber sollte diese vollumfänglich an den Arbeitnehmer weitergegeben werden. Dadurch wird eine zusätzliche Förderung zum Aufbau einer zusätzlichen Altersversorgung über den Arbeitgeber erbracht. Ein bAV-Stufenmodell für die Generation Y Einer 35-jährigen Fach- oder Führungskraft winkt eine Betriebsrente von bis zu 600 Euro monatlich bei einer Betriebszugehörigkeit von über 13 Jahren. Quelle: Daniel Röber Zeitwertkonten für die Generation Y Eine wichtige Anforderung der Generation Y ist zeitliche Flexibilität bzw. die „Work-Life-Balance“. Die betriebliche Altersversorgung kann diese Anforderung aufgrund ihrer Zweckmäßigkeit und der gesetzlichen Verfügungs - beschränkungen nicht erfüllen. Hierfür eignet sich hervorragend eine Ergänzung in Form eines Zeitwertkontenmodells. Durch die zahlreichen Verwendungsmöglichkeiten wie zum Beispiel für Weiterbildung, Altersteilzeit, Elternzeit oder ein „Sabbatical“ kann eventuell die unter Ypsilonern weitverbreitete Sinnkrise vermieden werden. Ein Zeitwertkontenmodell für die Generation Y In Ergänzung zur bAV eignet sich für die Generation Y ein Zeitwertkontenmodell, das zahlreiche Verwendungsmöglichkeiten bietet. Quelle: Daniel Röber 44 August 2019

Fazit: bAV ergänzt um ein Zeitwertkontenmodell Die Generation Y ist anspruchsvoll und fordernd. Sei es in den Anforderungen an einen möglichen Arbeitgeber oder an die bAV. Um Fach- und Führungskräfte dieser Generation durch ein Versorgungsmodell zu gewinnen und zu halten, bedarf es eines überlegten Motivations- und Belohnungsmodells. Kann die bAV zwar die Versorgungslücke im Alter schließen, so ist sie doch bei der so zwingenden Forderung nach Flexibilität sehr eingeschränkt. Es ist daher umso wichtiger, die weiteren Anforderungen dieser Generation zu erfüllen. Dazu zählen der ethisch-ökologische Faktor und die Sicherheit. Findet dann noch die Kombination bzw. Ergänzung um ein Zeitwertkontenmodell statt, kommt man den Anforderungen der Generation Y schon sehr nahe. Ein Arbeitgeber, der ein solches Modell umsetzt, wird für Fachund Führungskräfte dieser Generation immer interessant sein und vor allem auch auf Dauer bleiben. W Stuttgarter bAV-Preis Jährlich vergibt die Stuttgarter Lebensversicherung a.G. den „Stuttgarter bAV-Preis“ für herausragende Hochschularbeiten zur bAV. 2018 überzeugte Daniel Röber die Jury mit seiner Arbeit zum Thema „Rekrutierung und Motivation von Fach- und Führungskräften der Generation Y durch betriebliche Altersversorgung und Zeitwertkonten“. Laut Dr. Henriette Meissner, Geschäftsführerin der Stuttgarter Vorsorge- Management GmbH und Generalbevollmächtigte bAV der Stuttgarter Lebensversicherung a.G., stelle die Arbeit auf überzeugende Weise die Bedürfnisse der Generation Y den Besonderheiten der bAV und der Zeitwertkonten gegenüber und zeige, wo ein Matching vorhanden sei. Nachgefragt bei Daniel Röber, Geschäftsführer der Röber Consulting GmbH Herr Röber, wie kommt das Modell bei Arbeitgebern und Mitarbeitern denn bislang an? Bisher kommt das Modell sowohl bei Arbeitgebern und Mitarbeitern als auch bei etriebsräten sehr gut an. Oft geht sogar eine Komplettsanierung der bereits bestehenden bAV damit einher, um erst mal vorhandene Risiken aufzuzeigen, zu begrenzen und einen klaren Rahmen zu schaffen. Kann man Ihrer Meinung nach mit bAV tatsächlich die „junge“ Generation erreichen? Auf jeden Fall. Man muss die Belange der jungen Mitarbeiter kennen und verstehen lernen, um dann ein passendes bAV- Konzept für sein Unternehmen zu schaffen. Des Weiteren muss das Konzept gut verständlich sein. Wichtig ist dann noch die professionelle Umsetzung. Eine ehrliche und vor allem kompetente Beratung findet leider nicht immer statt. Weder auf Arbeitgeber- noch auf Arbeitnehmerseite. Laut Ihren Ausführungen ist die bAV allein derzeit für die Ansprüche der Generation Y zu unflexibel. Muss hier nachgebessert werden? Und an welchen Stellschrauben sollte man ansetzen? Es kommt natürlich immer auf den Einzelfall an und was man mit der bAV erreichen möchte. Zudem ist nicht jeder Durchführungsweg gleich gut geeignet. Möchte man die Belange der Generation Y zu 100% erfüllen, führt kein Weg an einer Ergänzung um ein Zeitwertkonto vorbei. Ob das für das jeweilige Unternehmen dann sinnvoll und umsetzbar ist, muss vorab geprüft und besprochen werden. Des Weiteren sehe ich Verbesserungspotenzial bei der Portabilität sowie der Einzahlungsmöglichkeit. Letztere betreffend vor allem über die gesetzlichen Höchstgrenzen hinaus. Das BRSG hat die Höchstgrenzen des § 3 Nr. 63 EStG zwar erweitert, was diesbezüglich ein guter Ansatz war. Allerdings betrifft diese Erhöhung nur die Steuer- und nicht die Sozialversicherungsfreiheit. Nun legt die Generation Y auch großen Wert auf Sicherheit. Wie ist das Ihrer Meinung nach mit dem Sozialpartnermodell zu vereinbaren? Hier müsste im Bezug auf Garantien nachgebessert werden. Dies gibt die reine Beitragszusage aber nicht her. Der deutschen Generation Y sind Garantien und somit Sicherheit in Bezug auf die Altersversorgung wichtig. Das mag uns von anderen Nationen unterscheiden. Hierin sehe ich auch einen entscheidenden Punkt, warum sich das Sozialpartnermodell bisher nicht durchsetzen konnte. Die „alte“ bAV-Welt ist in diesen Punkten für die Gen Y am besten geeignet und damit aktuell wesentlich zukunftsträchtiger als ein Sozialpartnermodell oder ein öffentlich verwalteter Fonds. Dieser aktuelle Vorschlag der Grünen-Bundestagsfraktion offenbart deren Unverständnis der eigentlichen Problematik und ist ein weiterer Schritt in die falsche Richtung. Die Politik sollte hier ansetzen und die Belange der Generation unterstützen, die das Thema Altersarmut am stärksten betreffen wird, indem sie die bestehende bAV weiter fördert und nicht versucht, das Rad neu zu erfinden. W August 2019 45

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