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AssCompact 08/2020

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BERUFSHAFTPFLICHTVERSICHERUNG Starker Schutz, starker Job Die Berufshaftpflichtversicherung ist manchmal Pflicht, aber meist in allen Fällen sinnvoll. Viele Berufe unterschätzen dabei ihre eigenen Risiken. Zwei Trends prägen aktuell das Segment: die Digitalisierung und die Zielgruppenfokussierung. Von Brigitte Horn, AssCompact Denkt man an die Berufshaftpflichtversicherung, fällt einem schnell das Dilemma rund um den Versicherungsschutz der freiberuflichen Hebammen ein. In den vergangenen Jahren haben sich die Versicherungsbeiträge aufgrund gestiegener Kosten für Geburtsschäden deutlich erhöht. Die Problematik setzt sich bei Ärzten fort. Immer öfter werden sie mit Spätschäden konfrontiert. Da liegt das Schadenereignis schon mal einige Jahre zurück. Zudem schreitet die Telemedizin voran, so muss auch die Digitalisierung in der Berufshaftpflichtversicherung berücksichtigt werden. Dabei wird der Versicherungsmarkt an dieser Stelle immer enger. Die Zeichnungspolitik der Risikoträger verläuft aufgrund der Schadenentwicklung restriktiv, wie Dario Koch und Sabine Stock von der Funk Gruppe in einem Interview in diesem Sonderthema zu berichten wissen. Doch nicht alle Branchen stehen so im Rampenlicht wie das Heilwesen und nur wenige bringen so viele Emotionen hervor. Für viele Berufe ist eine Berufshaftpflicht- bzw. Vermögensschadenhaftpflichtversicherung gesetzlich vorgeschrieben. Ein entsprechender Schutz ist aber natürlich überall dort sinnvoll, wo etwa aufgrund von Beratungsfehlern ein großer Schaden entstehen kann. So ist sie auch im Gewerbegeschäft die meistvermittelte Sparte, wie eine aktuelle AssCompact Studie zu dem Thema noch einmal verdeutlicht. Gerade im Zuge der Gewerbeoffensive der Versicherungswirtschaft kommt ihr eine große Bedeutung zu. Wie sich der Bereich infolge der Covid-19-Krise fortsetzen wird, ist noch offen. Gerade kleinere Unternehmen sind betroffen und könnten sich nur schwer von den Einbußen der vergangenen Monate erholen. Und Neugründungen könnten rarer werden. 36 August 2020

Breites Wettbewerbsfeld Während es in einigen Branchen mit dem Versicherungsschutz eng werden kann, gibt es in anderen ausreichend Kapazitäten auf dem Versicherungsmarkt. Auf Anbieterseite sind in dem Feld sowohl die großen Gesellschaften aktiv als auch die kleineren Anbieter. Darunter sind auch einige ausländische (Tochter-)Unternehmen zu finden, die mit ihren Spezialkonzepten eine gute Resonanz am deutschen Markt finden. Und seit die Digitalisierung die Gewerbeversicherung erreicht hat, gibt es nicht mehr nur Vergleichsportale, sondern auch digitale Gewerbeversicherer. Zu diesen gehört etwa auch mailo. Der noch junge Versicherer hat gerade im Bereich der Berufshaftpflicht neue Lösungen für Rechtsanwälte, Immo - bilienverwalter und Unternehmens - berater entwickelt. Als Neueinsteiger steht das Unternehmen mit seinen Produkten unter genauer Beobachtung, aber einiges hat das Start-up in den vergangenen Monaten dann doch bereits in Bewegung gebracht. © jozsitoeroe – stock.adobe.com Fokussierung auf Branchen Damit kommt dann auch schon der zweite Trend zur Sprache: die Zielgruppenfokussierung. So gibt es Anbieter und Vermittler, die beispielsweise die Berufshaftpflicht für IT-Unternehmen bespielen. Einer besonderen Berufsgruppe hat sich etwa auch die INTER angenommen. In diesem Sonderthema stellt die Gesellschaft ihr Angebot – in dem Fall eine Betriebshaftpflichtversicherung für Tätowierer und Piercer vor und veweist auf die Besonderheiten dieser Betriebe. Dort gilt wie auch in vielen anderen Segmenten, dass die Tätigkeiten oftmals nicht klar abgrenzbar sind. Manche Tätowierer kommen ins Haus und verkaufen zusätzlich Produkte im Studio. Wie überall gilt auch hier oft, dass die möglichen Gefahren unterschätzt werden. Manchmal schnell, manch mal schleichend wird das Geschäftsmodell erweitert, ohne dabei an die Anpassung des Versicherungsschutzes zu denken. Das mögliche Schadenausmaß haben die Ausübenden dabei oftmals nicht vor Augen. Schutz für Manager und Makler Zwei weitere Spezialitäten hält dieses Sonderthema noch bereit. In Zeiten, in denen Corona den Druck auf die D&O-Versicherung erhöht, sollte das Thema im Umfeld nicht fehlen. Ungewöhnlich dabei ist, dass sich D&O-Experte Michael Hendricks für Preiserhöhungen ausspricht, um den hausgemachten Problemen in dieser Sparte ein Ende zu W Neue Energien bereiten. Und mit dabei ist auch die Vermögensschadenhaftpflichtversicherung für Versicherungsmakler. Dieses Themas nimmt sich Ralph Meeners vom Maklerverbund CHARTA an. Dabei sind Makler ein gutes Beispiel für ein zwar sehr konkretes Berufsbild, aber eben auch für eine ganze Palette an Tätigkeiten, die auch schon mal die Erweiterung einer VSH erfordern. W Sonderthema im Überblick Makler dürfen neben der Pflicht(-versicherung) die Kür nicht vergessen Versicherungsschutz für Ärzte muss bezahlbar bleiben Nach Corona: Geht der Tattoo-Boom weiter? „Unternehmensberater sollten auch einzelne Projekte absichern können“ Betriebsschließung in der D&O-Versicherung? Die Branche, die passt In einem Segment tätig zu sein, das zu einem passt, war schon immer eine gute Idee für Vermittler. Im Bereich der Berufshaftpflichtversicherung oder gröber gefasst auch in der Gewerbeversicherung gilt das natürlich auch. Ein Großteil der Versicherer bricht seine Angebote auf einzelne Branchen herunter, für Vermittler ist das eine gute Vorlage. Sie können damit ein breites Feld bearbeiten. Wer sich einer Branche oder Berufsgruppe besonders zugetan fühlt, wird sie aber vermutlich auch mit einem eigenen Konzept bedienen. Die gerade erschienene AssCompact Studie zur Berufshaftpflicht- und zur gewerblichen Sachversicherung hat ergeben, dass rund ein Drittel der befragten Versicherungsmakler und Mehrfachagenten einen strategischen Zielgruppenfokus fahren. Folgende Branchen und Gruppen werden dabei vorwiegend genannt: W W W W W W Handwerk Freiberufler Dienstleister Produzierendes Gewerbe Handel Landwirte Die Studie gibt zudem darüber Auskunft, welche Anbieter in der Berufshaftpflichtversicherung aktuell die Favoriten der Makler und Mehrfachagenten sind. Dazu mehr auf S. 16 f. August 2020 37

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