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AssCompact 09/2018

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SOFTWARE Der Herzschlag

SOFTWARE Der Herzschlag des Maklerbüros Aus einem Arbeitsmittel ist längst ein Instrument geworden, das über Profitabilität und Erfolg eines Maklerunternehmens entscheiden kann. Die richtige Software – besser die richtige Softwarestruktur – wird immer mehr zum Herzstück des Maklerbüros. Von Brigitte Horn, AssCompact Die Einführung einer Software hat sich im Vergleich zu vor 15 Jahren komplett geändert. Die Überlegungen, die einer solchen Entscheidung zugrunde liegen, sind heute viel umfassender: Es geht um Digitalisierung. Dabei bedeutet Digitalisierung etwa auch im Maklerunternehmen eine ganzheitliche Betrachtung der Arbeits- und Unternehmensprozesse. Ob nun Kundenkontakt, Angebotserstellung, Abwicklung, Anbindung von Geschäftspartnern oder Schadenmanagement – alles soll oder muss integriert sein, die komplette Prozesskette muss einbezogen werden. In der Software – oder auch in der Cloud – findet sich dann die digitale Umsetzung wieder. Im Maklerbüro war dabei lange Zeit das Maklerverwaltungsprogramm (MVP) das wichtigste Instrument, immer mehr jedoch gehen Einzellösungen in komplette Plattformen über, die alle Bereiche abdecken, die notwendigen Schnittstellen bieten und einen schnellen und fehlerlosen Datenfluss in alle Richtungen ermöglichen. Das große Ganze So sollte also hinter jeder Softwarestruktur eines Maklerunternehmens eine Strategie stecken. Denn geben die am Markt angebotenen Tools auch eine hohe Standardisierung wieder, hilft es dem Makler wenig, wenn Prozesse nicht auf die individuellen Bedürfnisse des Maklerbüros abgestimmt sind. Von der erwünschten Effizienz wird dann nicht mehr viel übrig bleiben und Mitarbeiter werden dazu übergehen, manuelle Parallelwelten zu entwickeln. Wer kennt nicht den Satz: „Eigentlich sollte alles einfacher werden, jetzt ist es doppelt kompliziert und dauert auch noch länger.“ Aus dem Blick geraten dann schnell die eigentlichen Ziele für das Unternehmen: Effizienz, Abbau von Arbeitsbarrieren 116 September 2018

oder auch schlicht Gewinnsteigerung. Dazu kommt, dass Software im Maklerunternehmen nie alleine steht. Ohne eine digitale Anbindung an Versicherer und andere Produktgeber bleiben Redundanzen und manuelle Zusatzarbeiten bestehen. Eine Situation, die die Maklerunternehmen bisher nur zu gut kennen. Erst mit BiPRO und den neuen InsurTechs kam neuer Schwung in die Digitalisierung des Maklerbüros. Weg vom Stückwerk MVP, Vergleicher, Beratungstool, Angebotsrechner, Risikoprüfungstool, Kampagnenmanager, Video-Portal – das sind nur einige der digitalen Hilfsmittel, die im Maklerunternehmen zum Einsatz kommen. Je digitaler die Welt wird, umso deutlicher wird auch, dass Einzellösungen den Makler nicht weiter-, sondern eher zur Verzweiflung bringen. Manuelle Übertragungen erscheinen in Zeiten, in denen Autos selbst fahren, vorsintflutlich, und dennoch sind sie häufig noch Alltag, vor allem, wenn es um mehr als das Frontend geht. Das © thodonal – Fotolia.com wissen auch Pools und Softwareunternehmen, die immer mehr an der einen großen Lösung arbeiten. So setzt sich auch im Versicherungsbereich die Plattform-Ökonomie immer mehr durch. Dazu musste sich aber zunächst das Denken in der Versicherungswirtschaft ändern. Ein Abschotten der eigenen Systeme ist nicht mehr zeitgemäß. Insur- Techs machen vor, wie Schnittstellen und Open Source funktionieren. Einer allein kann nicht alles entwickeln, Kooperationen treten immer häufiger auf. Die politische Komponente Für den Makler ist es wichtig, dass eine Software reibungslos läuft und seine Arbeitsprozesse abbildet. Die Technologie, die dahintersteckt, interessiert ihn erst einmal nicht. Das Vertrauen zum Softwarelieferanten dürfte dem ähneln, was Kunden ihrem Makler entgegenbringen: Nicht jedes Funktionsdetail ist verständlich, nur der Nutzen muss erkennbar sein. Gleichermaßen trifft der Makler bei der Wahl des Softwareanbieters eine wichtige betriebswirtschaftliche Entscheidung: Entscheidet er sich für die kostenlose oder kostengünstige Variante eines Maklerpools, geht es nicht mehr nur um ein Arbeitsmittel, sondern um eine intensive Kooperation. Kauft er eine reine Softwarelösung, kosten ihn Implementierung, Wartung und Updates viel Geld. Kleinere Maklerbüros werden sich das nicht leisten wollen und auch Softwarehersteller schielen eher auf größere Maklereinheiten. Zudem stehen sowohl Pools als auch Softwarehersteller unter dem Druck, wachsen, neue Plattformstrukturen entwickeln und zukaufen zu müssen. So kommt es zu Konsolidierungen und Machtkonzentrationen. Damit hat die Softwarewahl des Maklers auch eine übergreifende Wirkung auf den Markt. Dazu, wie diese aussieht, und zu vielen anderen interessanten Aspekten rund um Software im Maklerbüro findet sich mehr in diesem Sonderthema. W Sonderthema im Überblick Professionell = digital Eine Münze werfen hilft nicht: Software im Maklerunternehmen „Wir unterstützen die Makler ohne eigene Vertriebsinteressen“ Vergleichsprogramme – Von der Diskette zum Smartphone Neue digitale Chancen für Makler und Vertriebe Professionalität – das mag einem gefallen oder nicht – drückt sich heute im Grad der Digitalisierung des jeweiligen Unternehmens aus. Das trifft auch auf die Maklerunternehmen zu. Der Einsatz von Software gilt etwa im Kundengespräch mittlerweile als gesetzt und wird vom Kunden auch erwartet. In der Folgeabwicklung dann sowieso. Auch Versicherer erwarten vom Makler, dass er digital angebunden ist. Zumindest dann, wenn er nicht gerade ein Spezialmakler mit Großrisiken oder sehr individuellem Geschäft ist. Aus Versichererkreisen und den dortigen Vertriebsbereichen heißt es diesbezüglich auch schon mal, dass man nur den mit auf die Zukunftsreise nehmen könne, der die digitalen Voraussetzungen erfülle. Kleinere Makler und die eben genannten Spezialmakler fallen aus diesem Raster heraus – und landen entweder beim Pool oder beim Key- Account-Manager. Generell gilt aber: Technikaffine Makler werden von Versicherern bevorzugt (umgekehrt gilt das natürlich auch) und immer öfter auch von Kunden. Das spricht nicht mehr nur allein für effizientere Prozesse, sondern auch für mehr Umsatz und Geschäft. September 2018 117

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