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AssCompact 10/2019

MANAGEMENT & VERTRIEB

MANAGEMENT & VERTRIEB BiPRO-Tools: Gerade am Anfang muss alles glatt laufen ... Zur Digitalisierung der gesamten Wertschöpfungskette ist BiPRO für den Versicherungsvertrieb unerlässlich. Im Umgang mit den Normen ist jedoch von Beginn an Kompetenz gefragt. Mit ihren BiPRO-Lösungen will die Unternehmensberatung FINCON Partner der Assekuranz bei der Umsetzung der Digitalisierungsstrategie unterstützen. Das Stichwort Digitalisierung ist eine Worthülse, die auch in der Assekuranz bereits seit längerer Zeit verwendet wird und unter deren Titel eine Vielzahl an IT-Projekten initiiert wurde. Doch schaut man sich genauer an, wie die meisten Unternehmen der Assekuranz bezüglich ihrer Digitalisierung aufgestellt sind, tun sich doch signifikante Lücken auf. Diese müssen zeitnah geschlossen werden, will man auch zukünftig wettbewerbs- und konkurrenzfähig sein. Als zukunftsfähig werden sich nur die Unternehmen in der Branche präsentieren können, deren gesamte Wertschöpfungskette in absehbarer Zeit zu großen Teilen prozessorientiert und digitalisiert ist. Wertschöpfungskette beginnt im Vertrieb Und wo fängt die Wertschöpfungskette der Versicherer an? Im Vertrieb. Damit schon am Anfang der Wertschöpfungskette alles glatt läuft, ist die Digitalisierung von Prozessen mit den Vertriebspartnern eines Versicherers von essenzieller Bedeutung. Für die einheitliche Kommunikation mit angebundenen Vertriebspartnern auf elektronischem Wege wurde bekanntermaßen schon vor längerer Zeit BiPRO als Standard ins Leben gerufen. Was auf den ersten Blick einfach erscheint, benötigt für ein stabiles und reibungsloses Verfahren einiges an Vorbereitung, Technik, Infrastruktur, Ressourcen, klaren Abläufen und Know-how. Operational Data Store (ODS) als Lösung zur Entkoppelung Quelle: FINCON Ein Operational Data Store (ODS) stellt als Universal-Datenpool Informationen für die BiPRO-Webservices bereit. Eine der größten Herausforderungen ist es, Daten aus meist betagten Backend- Systemen der Versicherer verarbeitungsgerecht in diverse heterogene Maklerverwaltungssysteme zu überführen und umgekehrt. Das große Thema hier ist die digitale Maklerpost. Aber auch Daten zu Verträgen, Schadeninformationen oder Partnerdaten müssen digital mit den Vertriebspartnern ausgetauscht werden. Oft können Backend-Systeme allerdings nicht die erforderliche Performance oder Skalierbarkeit für diese Datenflüsse aufbringen. Auch eine hier erforderliche 24/7-Hochverfügbarkeit können viele Backend-Systeme von Versicherern nicht leisten. Vertrieblich liegt der Fokus insbesondere auch beim vermittelten Neugeschäft, wo Daten für Tarifierung, Angebot und Antrag (TAA) zwischen Vertriebspartner und Versicherungsunternehmen mittels TAA-Webservice digital ausgetauscht werden. Hier benötigen beide Seiten eine entsprechend belastbare und permanent verfügbare Infrastruktur. Zauberformel Entkopplung Das Zauberwort für die zuvor angesprochenen Punkte heißt Entkopplung. Eine mögliche Entkopplungslösung ist ein sogenannter ODS (Operational Data Store). Dieser stellt sparten- und normenübergreifend als Universal-Datenpool relevante Informationen für die unterschiedlichen BiPRO-Webservices wie die Maklerpost im BiPRO-Standard für die angebundenen Makler zur Verfügung. Diese Datendrehscheibe fungiert darüber hinaus auch als Puffer, der Daten von externen Anwendungen (z. B. Vergleichsrechner oder MVPs) 136 Oktober 2019

aufnehmen und dann internen Prozessen und anderen Vertriebsanwendungen bereitstellen kann – und das selbstverständlich DSGVO-konform. Vertriebliche Vorteile Dies bietet neben technischen durchaus auch vertriebliche Vorteile. Digitale Vertriebsprozesse verfügen über eine stabile, performante und ausbaufähige Datenquelle. Auch neue Marktteilnehmer, die gegebenenfalls gewisse Technologien und Automatismen für eine Zusammenarbeit voraussetzen – wie zum Beispiel InsurTechs – können ohne Probleme angebunden werden. Vertragsdaten aus Bestandssystemen können jederzeit und reibungslos den Vertriebspartnern zur Verfügung gestellt werden. Idealerweise werden nicht nur BiPRO- Daten, sondern auch andere Datenformate wie beispielsweise GDV-Daten seitens eines ODS unterstützt. Für das Versicherungsunternehmen ist es darüber hinaus notwendig, zwischen dem Makler (Consumer) und dem Versicherungsunternehmen (Provider) eine Möglichkeit bereitzustellen, um auf digitalem Wege standardisiert Daten auszutauschen und Prozesse durchzuführen. Für die Bereitstellung von BiPRO-Webservices kann neben einer Eigenentwicklung seitens Provider und Consumer auch der Erwerb einer Standardlösung als Projektbeschleuniger dienen – eine Art BiPRO-Adapter. Adapter für BiPRO Solche Adapterlösungen gibt es bereits am Markt für Versicherungssoftware. Wichtiges Kriterium bei der Auswahl einer derartigen Lösung ist nicht nur eine erforderliche Hochperformanz. Genauso entscheidend sind Flexibilität gegenüber anzubindenden (Backend-) Systemen, eine einfache Integration in bestehende Unternehmensarchitekturen sowie die Passfähigkeit zu individuellen Abläufen. Die zusätzliche Möglichkeit, den Betrieb einer solchen Lösung cloudbasiert vornehmen zu können, ist eine Eigenschaft, die bis dato nur sehr wenige Adapterlösungen erfüllen und die zukünftig mehr und mehr an Bedeutung gewinnen wird. Nichtsdestotrotz stellen diese Fähigkeiten in der Umsetzung der Digitalisierungsstrategie einen der entscheidenden Wettbewerbsvorteile dar. Und nicht nur das Einpassen in die IT- Strategie, sondern auch der fachliche Umgang mit den BiPRO-Normen stellt für die Beteiligten der Versicherungsbranche oft eine Herausforderung dar, weil unter anderem in den Fachabteilungen der Versicherer das fundierte BiPRO-Know-how fehlt, um mögliche Anbindungen von Vertriebspartnern belastbar testen und koordinieren zu können. Ohne Know-how geht es nicht Ohne Expertenhilfe ist das oftmals schwierig. Aber hierfür, genauso wie zu den bereits erwähnten Themen „Entkopplung“ und „BiPRO-Adapter“, gibt es eine Lösung, die von der Firma FINCON Unternehmensberatung in Hamburg kommt. BiPROsense ist ein Testtool für die IT und den Fachbereich. Es unterstützt vollumfänglich bei der Qualitätssicherung sowie beim Datenmapping und sorgt somit für eine signifikant höhere Qualität bei der Umsetzung von BiPRO-Implementierungen. Das Datenmapping ist notwendig, um Daten des BiPRO-Datenmodells mit den Datenmodellen der Backend-Systeme in Einklang zu bringen. Mit dieser Lösung werden der Ressourcenbedarf und die Kosten für die Einführung und Wartung von BiPRO-Webservices deutlich reduziert. BiPROsense ist quasi ein „Übersetzer“, der die technische BiPRO-Sprache in die Denkstrukturen von Fachabteilungen übersetzt. Damit lässt sich nicht nur das Kauderwelsch von xml-Fehlermeldungen übersetzen. Auch Testfälle gegen BiPRO-Webservices in Echtzeit lassen sich leicht generieren und ausführen. Große Player der Branche wie die ERGO Gruppe in Düsseldorf oder die R+V Gruppe in Wiesbaden haben große BiPRO-Projekte aufgesetzt und werden hierbei mit Know-how und Lösungen seitens der FINCON Unternehmensberatung unterstützt. Denn fest steht: Ein Zurückbleiben hinter der Digitalisierung ist für die deutsche Versicherungswirtschaft keine Alternative. W Von Kai Rathlev, Leiter Kompetenzcenter Produktentwicklung bei der FINCON Unternehmensberatung GmbH DKM-Themenpark BiPRO Das Interesse für BiPRO-Lösungen als Teil einer Digitalisierungsstrategie bleibt ungebrochen groß. Auf der DKM 2019 in Dortmund wird es erstmalig einen BiPRO-Themenpark geben, begleitet von einem Kongress mit Vorträgen und Diskussionsrunden. FINCON ist einer der Aussteller im BiPRO-Themenpark und informiert im Rahmen des Vortrags „RNext Live – eine untypische Präsentation …“ über aktuelle Entwicklungen und Lösungen. Oktober 2019 137

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