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AssCompact 10/2019

ASSEKURANZ © anjokan

ASSEKURANZ © anjokan – stock.adobe.com Freiheit auf vier Rädern Die Camping-Branche spricht von einem Boom in Deutschland. Mit dem Camping-Sektor entwickelt sich auch das Segment Inhaltsversicherungen. Welches Potenzial es bietet und warum jetzt ein guter Zeitpunkt ist, mit Campern über ihren Versicherungsschutz zu sprechen, erklärt die Ammerländer Versicherung. Lange war er gesetzt, der Campingurlaub mit der Familie: Wer rauskommen wollte, machte den Wohnwagen oder den Bulli klar und verlagerte sein Zuhause für einige Tage oder Wochen. Günstiger Urlaub, das Vertraute dabei und doch ein Hauch von Abenteuer – das machte den Reiz daran aus. Befeuert wurde der Trend durch den Wirtschaftsboom der 50er-Jahre. In den 60er- und 70er-Jahren entwickelten sich Campingfahrzeuge zum Statussymbol. Parallel dazu wuchs eine eigene Branche rund um das passende Zubehör heran. Dieser Hype hielt nicht immer an. Lange Zeit war der Urlaub auf dem Campingplatz als spießig und verstaubt verschrien. Doch das Blatt hat sich gewendet. Camping hat in Europa wieder an Beliebtheit gewonnen. Die deutschen Campingplätze verzeichneten im vergangenen Jahr 34,5 Millionen Übernachtungen – so viele wie nie zuvor. Davon entfallen rund 86% auf inländische Urlauber. Der Branchenverband BVCD meldet: In den vergangenen zehn Jahren ist die Zahl um rund 50% gestiegen. Nie war das Angebot an Campingplätzen vielfältiger: Vom einfachen, naturnahen Urlaub bis hin zur Luxusvariante mit Wellnessangeboten ist alles möglich. Das mobile Zuhause – Mit neuem Inventar Das gilt auch für die Fahrzeuge: Vom selbst ausgebauten, bodenständigen Van bis hin zum voll ausgestatteten fahrenden Heim fährt in der Saison alles durch die Landschaft. In diesem Jahr wurden bis einschließlich Mai mehr Reisemobile/ Caravans neu zugelassen als je zuvor in den ersten fünf Monaten eines Jahres. Der Caravaning Industrie Verband (CIVD) verzeichnete ein Plus von 14,3%. Damit sei Deutschland die europaweite Spitze. Darüber hinaus werden auch gebrauchte Schätzchen immer beliebter. Seit den 50er-Jahren haben sich nicht nur die Campingplätze und -fahrzeuge weiterentwickelt, sondern auch das Inventar. Es fahren Dinge mit, die damals im fabrikneuen VW Bulli noch nicht anzufinden waren. Seitdem Trendsportarten ständig an Beliebtheit gewinnen, ist zum Beispiel auch die Ausrüstung für das Stand-up-Paddling oder das Klettern dabei. Mit der Spiegelreflex - kamera werden Urlaubseindrücke festgehalten. Für Unterhaltung sorgen Smartphones, Tablets oder der E-Book- Reader. All das steigert den Wert des Fahrzeuginhaltes enorm und es stellt sich die Frage nach der Absicherung. Die Hausratversicherung leistet über die Klausel „Diebstahl aus Kfz“ zwar einen Basisschutz für Pkw, nicht aber für Campingfahrzeuge. Die Außenversicherung gilt nur innerhalb von festen Räumen wie dem Hotelzimmer. Die Reisegepäckversicherung greift nur für klassisches Gepäck, das auf dem Weg zwischen Urlaubs- und Heimatort mitgeführt wird. Reicht eine Inhaltsversicherung? Die bislang gängige Lösung sind Inhaltsversicherungen für Campingfahrzeuge. Klassische Anbieter sind RMV, J&P oder Accura. Grundsätzlich ist der Fahrzeuginhalt gegen Beschädigung, Zerstörung 48 Oktober 2019

oder Verlust gesichert. Die üblichen versicherten Gefahren sind Einbruchdiebstahl, Diebstahl, Raub sowie Brand/ Explosion, Sturm/Hagel, Blitzschlag oder Überschwemmung. Doch auch wenn die gängigen Inhaltsversicherungen auf die Bedürfnisse von Campingurlaubern zugeschnitten sind, haben sie trotzdem ihre Grenzen. Vor dem Abschluss der Police sollte daher genau geprüft werden, ob das Produkt umfangreich genug ist. Grenzen gängiger Lösungen Einige begrenzen den Versicherungsschutz beispielsweise auf offizielle Campingplätze. Andere Produkte klammern Wertsachen aus. Auch Versicherungssummen und Geltungsbereiche unterscheiden sich. Ein häufiger Nachteil: Auf das eigene Auto, das beispielsweise den Wohnwagen zieht, bezieht sich der Versicherungsschutz nicht. Mit dem Camping-Boom hat sich jedoch auch das Angebot an Inhaltsversicherungen weiterentwickelt. Eine neue Alternative sind private Autoinhaltsversicherungen, deren Schutz sich auch auf Campingfahrzeuge erweitern lässt. Neue Alternativen am Markt Lange gab es nur gewerbliche Autoinhaltsversicherungen am Markt, doch seit zwei Jahren existieren auch Produkte für Privatpersonen. Deren Schutz lässt sich seit Kurzem mithilfe von Bausteinen ausweiten. Auf diese Weise sind lose Gegenstände im Reisemobil, Wohnwagen oder Camper abgesichert, aber auch im privaten Pkw. Noch sind solche Produkte in Deutschland rar. Als einer der ersten Anbieter brachte die Ammerländer Versicherung eine ergänzbare private Autoinhaltsversicherung auf den Markt. Ein Vorteil dieser Lösung ist, dass der Inhalt des mitversicherten Autos auf Reisen und im Alltag gleichermaßen geschützt ist. Außerdem ist dieser Schutz für den Autoinhalt umfangreicher als bei einer Hausratver - sicherung. In einigen Fällen lassen sich Bausteine und Autoinhaltsversicherung so kombinieren, dass auch Dinge im gemieteten Reisemobil versichert sind. Übernachtungen auf deutschen Campingplätzen Die Anzahl von Übernachtungen auf Campingplätzen in Deutschland ist in den letzten zehn Jahren massiv angestiegen. Quelle: Ammerländer Wertsachen, Nutzerkreis und Geltungsbereich Grundsätzlich decken sich die versicherten Gefahren der privaten Autoinhaltsversicherung plus Baustein mit denen einer klassischen Inhaltsversicherung aus dem Campingsektor. Es gibt aber wichtige Details, die sich unterscheiden können. Dazu gehören Geltungszeiten, versicherte Gegenstände oder der Nutzerkreis. Für Camper ist der 24-Stunden-Schutz besonders wichtig, Nachtzeitklauseln sind veraltet. Wertsachen, Bargeld oder elektronische Geräte sollten abgesichert sein, denn sie bleiben oft im Fahrzeug. Das gilt auch für Ausweise, Kredit- oder EC- Karten. Kommen sie abhanden, fallen Kosten für die Wiederbeschaffung an, die eine Versicherung abfedern sollte. Werden Autos mit abgesichert, lohnt sich der Blick auf den Nutzerkreis, damit auch die eigene Familie und in häuslicher Gemeinschaft lebende Personen inbegriffen sind. Neugier auf Camping nimmt zu Einerseits sorgen Entwicklungen wie die neu erwachte Liebe zur Campingreise, die Digitalisierung und die steigende Beliebtheit von Trendsportarten dafür, dass sich Inhaltsversicherungen weiterentwickeln. Zum Ende der aktuellen Campingsaison lohnt es sich daher, den Versicherungsschutz individuell zu prüfen, damit die Freiheit auf vier Rädern im nächsten Jahr entspannt genossen werden kann. Andererseits scheinen immer mehr Menschen neugierig auf Camping zu werden. Für eine Reise mit dem Wohnmobil interessieren sich derzeit 10% (2002: 5%) der Bevölkerung, für eine Reise mit dem Wohn - mobil rund 9% (2002: 5%), besagt die Reiseanalyse 2019. Damit entsteht also langfristig neuer Versicherungsbedarf. W Von Alexander Kanther, Leitung Produktmanagement und Produktmanager Autoinhalt bei der Ammerländer Versicherung Oktober 2019 49

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