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AssCompact 10/2019

INVESTMENT © Scanrail

INVESTMENT © Scanrail – Fotolia Sicherheit ist Gold wert Gold hat nach mehreren mageren Jahren seit Sommer kräftig aufgenommen. Das ist nichts Ungewöhnliches. Kurzfristig unterliegt das glänzende Edelmetall immer wieder solchen Preisschwankungen. Langfristig bietet Gold aber vor allem realen Vermögenserhalt und die Chance auf einen realen Wertzuwachs. Für Gold-Fans waren die letzten zehn Jahre nicht einfach. Bis September 2011 stieg Gold auf ein Allzeithoch von 1.921 Dollar pro Feinunze. Danach ging es vier Jahre steil bergab. Im September 2015, also fast exakt vier Jahre nach seinem Allzeithoch, notierte Gold bei 982 Dollar. Bei solchen Kursschwankungen kommen so manchen Investoren Zweifel, ob Gold wirklich ein Hort der Sicherheit ist. Wer seinen Blick weiter zurück richtet, gewinnt den Glauben zurück. Zur Erinnerung: Im Jahr 1900 notierte der Goldpreis bei knapp unter 19 Dollar pro Feinunze, heute notiert er bei rund 1.500 US-Dollar. Das ist ein Preisanstieg um das 78-Fache. Allerdings muss man bei solchen Langfristbetrachtungen berücksichtigen, dass der Dollar im Jahr 1900 eine rund 30 Mal höhere Kaufkraft hatte als heute. Aber auch real, also nach Abzug der Inflation, erzielten die Goldhalter einen Vermögenszuwachs. Bis zum Ersten Weltkrieg waren Gold und Geld eng verbunden. Im Goldstandard war Gold gleich Geld und damit der Anker für das Finanzsystem. Mit diesem Anker waren alle Währungen Realer Vermögenserhalt und -zuwachs mit Gold seit 1900 Von den realen Höchstständen ist Gold weit entfernt. Von 1970 bis 1980 stieg Gold auf 850 Dollar, was heutigen Preisen von 2.500 Dollar entspricht. durch feste Wechselkurse verbunden. Da Gold knapp war, konnten die Notenbanken die Geldmenge nicht beliebig vermehren. Der Abschied von der Golddeckung des Geldes begann 1914. Die Kriegsgewinner banden ihr Geld nach 1918 wieder an Gold. Der Kampf gegen Gold Drückende Kriegsschulden und die Weltwirtschaftskrise sorgten dafür, dass sich nach und nach auch diese Länder von der Golddeckung ihres Geldes verabschiedeten. Selbst in den USA, die als stärkste Wirtschaftsmacht aus dem Ersten Weltkrieg hervorgingen, startete US- Präsident Franklin D. Roosevelt 1933 den Kampf gegen das Gold. Zuerst senkte er den Wert des US-Dollars, was zu einem Anstieg des Goldpreises um fast 70% auf 34,8 US-Dollar pro Feinunze führte. Dann verbot er den Privatbesitz von Gold. Roosevelt verhinderte damit, dass die Bürger der USA dem Papiergeld den Rücken kehrten und Gold den Vorzug gaben. Nur der US-Dollar war noch als Tauschmittel erlaubt. Gleichzeitig büßte damit Gold auch seine Rolle als Wertaufbewahrungsmittel ein. Für die US- Bürger, die nach dem Börsen-Crash von 1929 bis 1933 und den gleichzeitig fallenden Häuserpreisen nichts mehr von Aktien und Immobilienwissen wollten, blieb damit nur der US-Dollar zur Wertaufbewahrung. 74 Oktober 2019

Anzeige Auf die Weltwirtschaftskrise folgte der Zweite Weltkrieg. Nach dem Krieg erlebte Gold eine kleine Renaissance als Geld. Bei der Gründung des Währungssystems von Bretton Woods sagten die USA anderen Ländern zu, dass sie ihre in US-Dollar gehaltenen Devisenreserven in Gold tauschen können. Als Preis wurden 35 US-Dollar pro Feinunze festgelegt. Die Mischung aus wirtschaftlicher Stärke der USA und Golddeckung sorgten für den Aufstieg des US-Dollars zur globalen Leitwährung. Gleichzeitig waren alle Währungen der westlichen Welt durch feste Wechselkurse verbunden. Geld wird zu Papier Damit war der Goldpreis in US-Dollar über Jahrzehnte festgelegt. An die alte Regel, dass eine Notenbank nur das Geld – in diesem Fall Dollar im Ausland – ausgeben kann, das durch Gold gedeckt ist, wollten sich die USA nicht halten. Immer mehr Dollar wurden in Umlauf gebracht, die im Ausland an - kamen. Mehr und mehr Staaten verloren das Vertrauen in den Preis von 35 Dollar je Feinunze. Teilweise forderten die Länder die Lieferung von Gold für ihre US-Dollar. Das führte Anfang der 70er-Jahre zum Zusammenbruch des Währungssystems von Bretton Woods. Danach zeigte sich, dass der Goldpreis von 1944 bis 1971 künstlich niedrig gehalten wurde. In den 70er-Jahren, das auch als goldenes Jahrzehnt bezeichnet wird, stieg der Goldpreis auf 850 US- Dollar. Für uns, die wir mittlerweile Goldpreise über 1.000 US-Dollar gewohnt sind, scheint das zunächst nicht hoch. Aufgrund der Inflation, die an der Papierwährung zehrt, haben 850 US- Dollar in Preisen von 1980 allerdings einen Wert von 2.500 US-Dollar in Preisen von heute (siehe Chart). aufgehäufte Schuldenberg entwertet. Bisher führte die Ausweitung der Zentralbankgeldmenge nicht zu dem gewünschten Ergebnis. Die Globalisierung, also die Verlagerung von Produktion nach Asien, sorgte für Druck auf die Löhne in den Industrieländern. Dieser inflationshemmende Effekt hält nicht ewig an. Zudem geht die politische Entwicklung in Richtung Protektionismus – also Abschottung der Märkte. Die könnte für eine Rückkehr der Inflation sorgen. In den 70er-Jahren stiegen die Inflation und der Goldpreis im Gleichklang. Die Chancen stehen gut, dass sich diese Entwicklung wiederholt. Weiterer Treiber für das Gold sind niedrige Realzinsen. Der Grund: Gold schützt zwar vor Inflation, bringt aber keine Zinsen. Ist der Zins niedrig, ist für Goldhalter auch der Zinsverzicht gering. Bei niedrigen Anleiherenditen gewinnt Gold somit an Attraktivität. Noch wichtiger als die herkömmliche, also nominale, Anleiherendite ist für den Goldpreis die reale Anleiherendite – also der reale Zinsverzicht bei der Goldhaltung. In den USA nähert sich die reale Rendite für zehnjährige Staatsanleihen der Marke von 0% an. Wer deutsche Staatsanleihen kauft, muss sogar eine negative nominale Rendite in Kauf nehmen. Reale Zinsverzichtskosten der Goldhaltung gibt es damit nicht mehr. Dies war auch in den 70er-Jahren der Fall. Häufig lagen damals die realen Anleiherenditen, also die Renditen abzüglich der Inflationsraten, bei 0% oder darunter. Nach 1970 gaben steigende Inflationsraten und niedrige Realzinsen dem Goldpreis einen enormen Schub. Die Chancen stehen gut, dass sich die Geschichte von damals wiederholt und Gold seinen alten realen Höchststand bei 2.500 Dollar in den kommenden Jahren überwindet. Gold ist wichtig für das Vermögen Mit Gold lässt sich Geld vor Wertverlust schützen. Dafür sind keineswegs große Beträge notwendig. Mit einem Goldsparplan wie etwa von Aurimentum können Sparer bereits ab 50 Euro im Monat einen langfristigen Vermögensaufbau mit dem Edelmetall betreiben. Damit ist Gold ähnlich flexibel und kontinuierlich investierbar wie klassische Investmentfonds. W Gold vor neuem Höhenflug Derzeit notiert Gold rund 40% unter seinem realen Allzeithoch. Mit der Hausse, die wir bei Gold seit Mitte 2018 beobachten, rückt das reale Allzeithoch näher. Gründe dafür gibt es reichlich. So veranstalteten die Notenbanken in dem vorhergehenden Jahrzehnt eine Geldschwemme. Sie hoffen, dass dadurch die Inflation steigt und sich damit der global Von Reinhard Fuchs, Geschäftsführender Gesellschafter der R&R Consulting GmbH Oktober 2019 75

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