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AssCompact 11/2018

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MANAGEMENT & VERTRIEB © Viacheslav Iakobchuk – Fotolia.com Wie führt die neue Generation Y? Derzeit arbeiten in Unternehmen noch drei unterschiedliche Generationen: die bis 1960 geborenen Babyboomer, die zwischen 1961 bis 1980 geborene Generation X und die Generation Y. Neben vielen anderen Faktoren unterscheiden sie sich auch durch ihr Führungsverständnis. Wie führen die Manager von morgen? Sie werden Generation Y genannt, die nach 1980 bis 1995 geborenen jungen Menschen, oft auch als „Millennials“ bezeichnet. Und nicht zuletzt gibt es dieses schöne Wortspiel „Generation Why“, wie ja das englische Y ausgesprochen wird. Und das passt sehr gut. Denn diese internetaffine Generation stellt alles infrage – auch überkommene Führungsrollen. Wie sollen Unternehmen damit umgehen? Gerade der europäische Mittelstand ringt noch um Antworten, während internationale Konzerne „unter Laborbedingungen“ bereits neue Führungsmodelle und -systeme austesten. Nie zuvor ist eine Generation von Führungskräften in einer derart durchdigitalisierten, kommunikativen, „kleinen“ und ständig komplexer werdenden, ordnungspolitisch durchregulierten und gleichzeitig freien, fast alles ermöglichenden Umgebung aufgewachsen. Welche Ansprüche, Anforderungen und Ansätze können die heute 30- bis 40-Jährigen in der eigenen Führungstätigkeit einlösen? Welche Eigenschaften sollten sie mitbringen? Und wie können sie in die oft noch immer hierarchischen Unternehmensstrukturen eingebunden werden? Studie beantwortet Fragen zu den unterschiedlichen Führungsstilen Wie anders führt also die Generation Y? Wie können junge Führungskräfte ihre Kompetenzen, Visionen und Energien in Führungspositionen aktualisieren, wenn sie in konventionellen Unternehmen angekommen sind? Wie gehen die Millennials im Spagat zwischen Beschleunigungs-Tools – wie zeitsynchronen Office-Messaging-Systemen – und dem wachsenden Wunsch nach Entschleunigung, zwischen Blitz-Scaling und Sinn-Schaffung, mit dem Thema um? Wo werden sie ausgehebelt, wo können sie neue Potenziale entfalten, neue Ideen in der Führung leben? Diesen wichtigen Fragen hat sich die Buhr & Team Akademie in einer mehrstufigen Studie von 2014 bis 2016 mit der Universität Luxemburg genähert. Befragt wurden 2.500, ausgewertet die Antworten der 1.028 Teilnehmer, die in Unternehmen mit mehr als 50 Beschäftigten tätig waren. Das kostenlose Whitepaper zur Studie kann unter bit.ly/bt-geny heruntergeladen werden. Eine Leseprobe gibt es im Internet unter bit.ly/rjb-leseprobe. Drei Fragen beschäftigen die Studienersteller insbesondere: Welche Verhaltens- 106 November 2018

weisen und daraus resultierenden Führungsstile zeichnen die Mitarbeiterführung durch Generation-Y-Führungskräfte aus? Wie nutzen sie Social Media im Rahmen der Mitarbeiterführung? Und welche Zusammenhänge bestehen zwischen dem eigenen Führungsstil und der Social-Media-Nutzung? Ergebnisorientiert und flach hierarchisch Zunächst wurden vier verschiedene Führungsstile unterschieden: “aufgabenorientiert“ mit der Definition klarer Ziele; „personenorientiert“, wobei der Mitarbeiter und seine Bedürfnisse im Mittelpunkt stehen; „transaktional“ auf der Basis von kontrollierbaren Zielvereinbarungen oder „transformational“, wobei die Führungskraft als moralisches, werteorientiertes und beweisendes Vorbild für ihre Mitarbeiter auftritt. Mit Blick auf das Führungsverhalten zeigt sich, dass es nicht „den einen Führungsstil“ gibt, sondern eine situationsund kontextabhängige Mischform aus den Ansätzen der aufgaben- und personenorientierten sowie der transaktionalen und transformationalen Führung angewendet wird. Aufgrund der aktuellen Verteilung innerhalb der Managementebenen führen Generation-Y-Führungskräfte besonders häufig transaktional in der Kombination mit starker Social-Software-Nutzung, was auf eine hohe Ergebnisorientierung schließen lässt. Eine stärkere transformationale Führung ist den Generation-Y-Führungskräften aufgrund der Kontextfaktoren nicht möglich, da sie sich häufig in der Sandwichposition zwischen dem Top-Management oben und den Mitarbeitern unten befinden. Vier Merkmale zeichnen den Führungsstil der Generation Y aus: ausgeprägte Ergebnis- und Zielorientierung, häufiges Geben und Einfordern von Feedback, flache Hierarchien und eine starke Teamorientierung. Ein völliger Wegfall von Hierarchien kann für die Millennials hingegen nicht beobachtet werden. Sondern sie führen mit klaren Verantwortungs- und Entscheidungsbereichen. Trotz der veränderten Zusammenarbeit und Kommunikation durch Social Media bleiben hierarchische Strukturen in den Unternehmen bestehen, jedoch in stark abgeschwächter Form. Mitglieder in Teams, deren Führungskräfte eine virtuelle Basis zur Kollaboration nutzen, zeigen zudem mehr Autonomie in ihren Entscheidungen, was auf ein Verflachen der bestehenden Hierarchien zurückzuführen ist. Ausgeprägteres Social-Media-Profil als die Vorgänger Unabhängig vom Führungsstil und auch von den Kontextfaktoren kann der Führungsstil dieser jungen Leute, ausgehend von der Selbst-, aber auch der Fremdbeurteilung, als ergebnisorientiert, partizipativ, flach hierarchisch beschrieben werden. Am häufigsten greifen Führungskräfte auf Feedback zurück und fordern dieses auch von ihren Mitarbeitern ein, Als Unternehmer und Entscheider auf der Topsowohl Face-to- Managementebene sind wir gefordert, die Führungskräfte der Generation Y in der Umsetzung ihrer Ideen Face als auch via Social Software. und Führungsansätze zu unterstützen. Diese setzen sie am häufigsten zum Wissensaustausch und zur Verbesserung der Kommunikation ein. Bezogen auf die Social-Media-Nutzung zeigt sich, dass diese Führungskräfte ein ausgeprägteres Social-Media- Profil aufweisen, vor allem als die Vorgängergeneration der Babyboomer. Und last, but not least fällt auf, dass es signifikante Zusammenhänge zwischen dem praktizierten Führungsstil und der Social-Media-Nutzung gibt. Je höher die jungen Führungskräfte in der Hierarchie steigen, umso mehr müssen sie sich heute noch bestehenden traditionellen Strukturen und Prozessen anpassen. Sie werden oft noch ausgebremst durch verkrustete Unternehmenskulturen, die nicht viel Freiheit erlauben und kaum Gestaltungsmöglichkeit übertragen. Als Unternehmer und Entscheider auf der Top- Managementebene sind wir deshalb gefordert, die Führungskräfte der Generation Y mit zusätzlichen Freiheitsgraden in der Umsetzung ihrer Ideen und Führungsansätze zu unterstützen. Dieser Weg scheint ohne vernünftige Alternative zu sein. Seien wir also alle gespannt darauf, wie erfolgreich die Generation Y die Zukunft gestaltet! W Von Andreas Buhr, Unternehmer, Redner, Autor und Vorstand der Buhr & Team Akademie für Führung und Vertrieb AG November 2018 107

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