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AssCompact 11/2019

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JUNGMAKLER AWARD

JUNGMAKLER AWARD 2019 Transparenz, Ehrlichkeit, keine Interessenkonflikte 2019 1. Platz Ingo Schröder maiwerk Finanzpartner GbR Ingo Schröder ist der Gewinner des diesjährigen Jungmakler Awards. Der Finalist aus dem Jahre 2017 hat es diesmal nach ganz oben geschafft. Seinem Unternehmen maiwerk Finanzpartner GbR hat er sich Transparenz auf die Fahnen geschrieben und stemmt sich gegen das vorherrschende Provisionsmodell. Beratungserlebnis. Ich denke, wenn sich der Ruf der Finanz- und Versicherungsbranche beim Verbraucher nachhaltig verbessern soll, dann geht das nur über Transparenz, hundertprozentige Ehrlichkeit und ohne Interessenkonflikte durch erfolgsabhängige Provisionen. Honorarberatung ist von Politik und Verbraucherschutz gern gesehen – beim Kunden aber (noch) nicht angekommen. Wie wollen Sie dies ändern? Herr Schröder, Sie sind ein glühender Verfechter der Honorarberatung. Warum haben Sie sich erstens für den Maklerberuf und zweitens für die Honorarberatung entschieden? Als wir uns 2014 dazu entschlossen haben, bei einem großen deutschen Finanzvertrieb zu kündigen, haben wir uns überlegt, unter welchen Umständen wir im Finanzbereich tätig bleiben wollen. Unser Ziel war es dabei, dass wir stets im Interesse des Kunden handeln, und das ohne Interessenkonflikte mit einem Geschäftsmodell, das uns wiederkehrende und provisionsunab hängige Einnahmen ermöglicht. Daher der Maklerberuf und im Speziellen die Honorarberatung. In Deutschland ist die Honorarberatung nicht sehr verbreitet. Warum haben Sie sich gerade dieses Geschäftsmodell ausgesucht? Durch die Honorarberatung können wir vollkommen befreit mit dem Kunden sprechen, ohne dass er oder wir das Gefühl haben, etwas verkaufen zu müssen. Das spürt der Kunde, er hat Spaß bei der Beratung und ein spürbar anderes Was wir dafür tun können, ist Aufklärung beim Verbraucher über Blogs, YouTube-Videos und Publikationen in diversen Medien. Aber Sie sprechen es an: „beim Kunden noch nicht angekommen“. Die Frage ist: Warum? Jedes Finanz-/Versicherungsprodukt müsste sein „Preisschild“ außen tragen. Der Kunde muss wissen, ob er 5.000 Euro Provision auf fünf Jahre abstottert oder 1.500 Euro Honorar sofort zahlt. Das wäre eine neutrale Entscheidungsgrundlage. Die gibt es bisher nicht, aus vielerlei Gründen. Betrachten wir die andere Seite und blicken wir mal auf die Anbieter. Welche Unterstützung wünschen Sie sich denn vonseiten der Produktgeber? Schnellere und vor allem modernere Workflows. In der heu - tigen Zeit sollten digitale Prozesse Standard sein. Produktgeber sollten enger mit Drittanbietern für Softwaredienstleistungen zusammenarbeiten oder selbst Software entwickeln, woran sich aber auch andere Versicherungsgesellschaften anbinden können, sodass der Makler und im Endeffekt der Kunde eine ganzheitliche Lösung hat. Wir möchten nicht versäumen, Ihnen zum 1. Platz beim Jungmakler Award 2019 zu gratulieren. Was war denn Ihre Motivation, an dem Wettbewerb teilzunehmen? Und was hat Ihnen die Bewerbung gebracht? Wir wollen mit unserem Geschäftsmodell zeigen, dass eine Honorarberatung vom Verbraucher gefragt ist, funktioniert und eine zukunftsfähige Alternative zur klassischen Provisionsberatung darstellt. Einerseits fand ich den Austausch mit den Versicherungsvorständen klasse. Wir haben auch im Nachgang schon mehrere Anrufe für spannende Projekt - ideen bekommen. Heißt: Es wird nicht nur so getan, als gebe es Interesse, sondern man nimmt uns wirklich ernst. Andererseits gab es auch fantastische Gespräche mit den anderen Maklern. Vielleicht entsteht daraus sogar die ein oder andere langfristige Freundschaft. W 118 November 2019

Ohne Zwänge ganz frei aufspielen können 2019 2. Platz Daniel Jokisch Reiter&Ross Daniel Jokisch ist der Zweitplatzierte des diesjährigen Jungmakler Awards. Mit Reiter&Ross berät er zu einem ungewöhnlichen Spezialgebiet, doch auch als Gesellschafter der Maklerplattform assekuron GmbH weiß er zu überzeugen. Er kämpft für mehr Kundenorientierung und gegen den „geschmackslosen Einheitsbrei“. Herr Jokisch, mit Reiter&Ross beraten Sie in einem ungewöhnlichen Bereich. Warum haben Sie sich aber zunächst einmal überhaupt für den Maklerberuf entschieden? Während meiner Zeit in der Ausschließlichkeit störten mich die Zielvorgaben meines Arbeitgebers. So sollte ich Produkte anbieten, von denen ich wusste, dass der Markt bessere Alternativen bietet. Das Berufsbild bereitete mir Freude, die Einschränkungen durch meinen Arbeitgeber aber nicht. Der Maklerstatus verbindet meinen Wunsch, selbstbestimmt zu arbeiten, mit dem Bestreben, meinen Kunden bestmöglich weiterzuhelfen. Ich bin sehr froh, den Weg in die Selbstständigkeit und den Wechsel auf die Seite des Kunden gewagt zu haben. Wie haben Sie die ersten Wochen im Maklerberuf erlebt? Und erinnern Sie sich noch an Ihr erstes Kundengespräch? Die ersten Tage und Wochen waren unglaublich spannend. Es gab viel Neues zu entdecken. Auch lernte ich die Produkte viel besser und tiefer kennen, als dies vorher der Fall war. Darüber hinaus überraschte mich, wie erfolgreich und wie gut der neue Weg verlief. Im Nachhinein fragte ich mich dann schon, was mich so lange hat zögern lassen, den Schritt in die Selbstständigkeit zu gehen. Aus meinem ersten Kundengespräch als Versicherungsmakler erinnere ich mich vor allem an das tolle Gefühl, ohne Zwänge ganz „frei aufspielen“ zu können. Wie sind Sie zu Ihrem Spezialgebiet gekommen – Versicherungen für Reiter, Pferde und Pferdberufe? Als „Generalist“ im Versicherungsbereich erhielt ich – nicht zuletzt wegen meiner persönlichen Affinität zu diesem Thema – immer wieder Kundenanfragen zu eben diesem Thema. Ich habe schnell festgestellt, dass es nur wenige Spezialisten auf diesem Gebiet gibt. Da wir selbst drei Pferde – zwei „Rentner“ und ein Sportpferd – besitzen, lag die Entwicklung eines solchen Spezialkonzepts natürlich nahe. Mit meiner schon bestehenden Leidenschaft für Pferde eignete ich mir die fachliche Expertise in relativ kurzer Zeit an. In den Gesprächen mit Kunden profitiere ich natürlich von meiner privaten Erfahrung hinsichtlich der Herausforderungen, die Pferde mit sich bringen. Glückwünsch, Sie haben sich beim Jungmakler-Award hervorragend geschlagen. Was werten Sie selbst als Ihre Stärken? Meine Stärken sind sicherlich eine tiefe Kenntnis der für meine Kunden relevanten Produkte sowie eine überdurchschnittliche Dienstleistungsorientierung und -tiefe. Hinzu kommt die Selbstverständlichkeit, Kunden immer bestmöglich zu beraten. Darüber hinaus profitiere ich von den Prozessen, die wir in den letzten Jahren in der assekuron GmbH aufgebaut haben – unserer Dienstleistungsplattform, bei der ich selbst Gesellschafter bin. Mit dem Wissen, dass mir die administrativen Tätigkeiten abgenommen werden und ich bei Fachfragen in anderen Spezialgebieten auf ein hochqualifiziertes Team in meinem Rücken zurückgreifen kann, kann ich mich auf meine Kernkompetenz beim Kunden konzentrieren. Und abschließend: Was erwarten Sie sich für Ihre Arbeit von den Produktgebern? Ab und zu wäre es einfacher, wenn Versicherer hinsichtlich der Produktentwicklung mehr auf Makler mit Zielgruppenfokussierung hören würden. Ich habe oft das Gefühl, dass viele Gesellschaften eher einen geschmackslosen Einheitsbrei entwickeln, um irgendwie jedem gerecht zu werden. Am Ende passt das Produkt dann zu keinem Kunden hundertprozentig. Ich will mich aber gar nicht zu sehr beschweren, denn die Dinge, die wir gerade mit Gesellschaften entwickeln, funktionieren super. Nur der Weg war teilweise recht schwierig. W November 2019 119

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