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AssCompact 11/2019

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INVESTMENT © djama – stock-adobe.com Ebbe an den Finanzmärkten: Alternativen sind gefragt So wie am Meer mit dem Gezeitenwechsel zwischen Ebbe und Flut gibt es auch an den Finanzmärkten ein zyklisches Zusammenspiel. Und wie bei der Wattwanderung sollten auch Anleger achtsam sein, wenn die Signale sich mehren, dass ein solcher Wechsel an den Kapitalmärkten ansteht. Nach Jahren der wirtschaftlichen Expansion und steigender Unternehmensgewinne nähert sich ein solcher Zeitpunkt und so ist es sinnvoll, langsam den Rückzug aus den Risikoanlagen zu beginnen und die Defensive im Portfolio zu stärken. Doch Staatsanleihen als klassische „sichere Anlagehäfen“ fallen angesichts der Niedrigzinspolitik als Renditestabilisator nahezu aus: Nur wenige Wochen vor seinem Abschied hat EZB-Präsident Mario Draghi noch einmal die Weichen gestellt und mit sinkenden Einlagensätzen für Banken und einem neuen Anleihekaufprogramm die Ära des billigen Geldes und der Niedrigzinspolitik weiter zementiert. Globale Auswirkungen Die Auswirkungen der Niedrigzinspolitik der EZB, aber auch anderer Notenbanken wie der Fed sind weltweit zu spüren: Bereits heute liegen weltweit Anleihen in einer Größenordnung von mehr als 17 Bio. US-Dollar im negativen Rendite - bereich. Die Notwendigkeit, verstärkt nach alternativen Methoden der Risikoreduktion zu suchen, ist für Anleger damit noch einmal deutlich größer geworden. Denn das große Experiment der Zentralbanken, durch sehr expansive Geldpolitik die traditionellen Gezeiten des Konjunktur- und Finanzmarktzyklus zu mildern, hat zu einer lang anhaltenden Ebbe im Ertragspotenzial defensiver Anlagen geführt. Traditionelle Ansätze der Risikoreduktion bergen inzwischen zunehmend die Gefahr, die längerfristigen Renditeziele zu unterlaufen. Kein „Versicherungsschutz“ mehr Bevor die „Bären“ das Kommando an den Märkten übernehmen, galt bislang als der normale Weg, Positionen in Anleihen mit hoher Qualität aufzustocken: Zum einen bietet der Zinskupon einen Ertragspuffer, zum anderen fällt die Korrelation der Wertentwicklung von Qualitätsanleihen mit Aktienrisiken im Krisenfall in den tief negativen Bereich. Dieser Effekt macht die Risikostreuung besonders effektiv. Üblicherweise steigen vor einer Rezession die Renditen an den Anleihenmärkten aufgrund steigender Inflationsrisiken und wachsamer Zentralbanken an. Investoren in der Eurozone haben deshalb beispielsweise Ende 1999 die Möglichkeit gehabt, in ihrem Portfolio die Aktienrisiken mithilfe von Qualitätsanleihen mit einer Rendite von 5% zu reduzieren. Am Vorabend der Finanz - krise im Jahre 2007 waren es noch 4,5%. Das bedeutet, der „Versicherungsschutz“ für das Vermögen war nicht nur kostenlos, sondern hat noch eine attraktive Rendite und regelmäßige Erträge abgeworfen, mit denen die langfristigen Anlageziele erreicht werden konnten. Durch die Niedrigzinspolitik hat sich diese Situation grundlegend verändert. Inzwischen führt die traditionelle Risikodiversifikation zu erheblichen Ertragseinbußen im Gesamtportfolio: Euro-Anleihen mit hoher Bonität, repräsentiert im Bloomberg Barclays Euro Aggregate Index, haben im August zum ersten Mal in der Historie ein negatives Renditeniveau erreicht. Die laufenden Erträge in einem klassischen euro- 68 November 2019

päischen Mischportfolio aus 50% Aktien und 50% Renten kommen inzwischen zu fast 100% von der Aktienseite. Wie also das Portfolio stabilisieren? Eine sinnvolle Möglichkeit ist die Risikoreduktion durch internationale Diversifikation: Qualitätsanleihen in den Dollar- Währungen haben trotz globalem Rendite - rückgang noch ein höheres Renditeniveau als in der Eurozone. Allerdings muss man bereit sein, das Währungsrisiko zu tragen. Eine andere Möglichkeit sind alternative Anlagen wie Immobilien, Infrastruktur, Transport und alternative Strategien. Neben einer relativ geringen Korrelation zu Aktienrisiken liegt das Renditeniveau immer noch im mittleren bis oberen einstelligen Bereich. Inzwischen ist die Angebotspalette für öffentlich handelbare und liquide alternative Strategien deutlich angewachsen, sodass auch ein breiteres Spektrum von Anlegern Zugang finden kann. Alternative Anlagen und Einkommensstrategien dürften deshalb aufgrund des attraktiveren Risiko-Rendite- Profils zukünftig eine größere Rolle in der defensiveren Ausrichtung des Anlageportfolios spielen. Regelmäßige Erträge als Puffer Für Anleger gibt es gerade in Anbetracht der aktuellen Situation eine praktische Möglichkeit, mit einer einzelnen Lösung am Kapitalmarkt zu profitieren, ohne den gefürchteten Marktschwankungen zu stark ausgesetzt zu sein: So genannte Income-Fonds bieten die Chance auf regelmäßige Ausschüttungen und gleichzeitig auch langfristig auf Kapitalwachstum. Bei den Multi-Asset- Income-Fonds wie dem Global Income Fund von J.P. Morgan Asset Management setzt sich das breit gestreute Anlagespektrum aus ertragsstarken Anlageklassen wie globalen dividendenstarken Aktien, globalen Immobilienaktien, Hochzins- und Hypothekenanleihen, Schwellenländer-Bonds sowie Wandelund Hybridanleihen zusammen. Dank einer vielseitigen und flexiblen Allokation, die laufend überprüft und an das Marktumfeld angepasst wird, ist es möglich, Schwankungen unterschiedlicher Anlageklassen im Laufe eines Marktzyklus zu reduzieren und ein stabiles Ertragsniveau zu generieren. Risiko in moderater Dosierung sinnvoll Insbesondere ertragsstarke Anleihensegmente wie Hochzinsanleihen sind in moderater Dosierung weiterhin sinnvoll, da sie in einem Umfeld mit geringem Wachstum gute Ertragschancen bieten: Emittenten von Hochzinsanleihen haben das hohe Umsatzwachstum der letzten Jahre genutzt, um ihren Verschuldungsgrad deutlich zu senken, und die Zinsdeckungsquoten nähern sich ihren zyklischen Höchstständen. Neben einer interessanten Rendite von derzeit über 6% auf US-Dollar- Basis liegen die Ausfälle über alle Hochzinsanleihensegmente hinweg aktuell nur bei etwa 2,5% und damit weit unter dem langfristigen Durchschnitt von 3,6%. Zudem trifft ein relativ geringes Angebot im Primärmarkt auf ungebrochen hohe Nachfrage. Außerdem ist es sinnvoll, hochverzinsliche Anlagen im Portfolio um hochliquide Anleihen kurzer Laufzeit zu ergänzen. Solche Anlagen können als trockenes Pulver dienen, sollten sich kurzfristige Einstiegschancen am Markt bieten. Zudem erhöhen sie die Liquidität im Gesamtportfolio. Mit einem gut austarierten Multi-Asset-Income-Fonds lässt sich nachweisbar auch in schwierigen Zeiten eine stabile Rendite erzielen: Der über 27 Mrd. Euro schwere JPM Global Income Fund hat seit Auflegung im Dezember 2008 trotz zahlreicher Herausforderungen in unterschiedlichen Marktphasen konsistent ein Ertragsniveau von teilweise deutlich über 4% erreicht. Scope belegt Mehrwert von Income Das Ratinghaus Scope hat den Mehrwert von Multi-Asset- Income-Fonds zudem kürzlich in einer Studie bestätigt: Demnach zeigten Multi-Asset-Income-Fonds in den vergangenen fünf Jahren im Durchschnitt eine höhere Performance als gewöhnliche Mischfonds. Auch risikoadjustiert schnitten sie besser ab. Scope analysierte zudem den Beitrag, den Dividenden und Kupons zum langfristigen Vermögensaufbau leisten können, und kam zu dem Ergebnis, dass sich Multi- Asset-Income-Produkte besonders für die Altersvorsorge eignen. Kurzum: Income in Form einer Multi-Asset-Strategie kann Anleger erfolgreich beim Erreichen ihrer Anlageziele unterstützen – und das ganz besonders bei einer möglicherweise bevorstehenden Ebbe an den Finanzmärkten. W Von Jakob Tanzmeister, Investment Spezialist in der Multi-Asset Solutions Gruppe bei J.P. Morgan Asset Management November 2019 69

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