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AssCompact 11/2020

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UNFALLVERSICHERUNG Die

UNFALLVERSICHERUNG Die Dreiteilung stellt sicher, dass geringere Invalidität nicht stark gesteigert wird, während dem mit zunehmender Invalidität erheblich ansteigenden Kapitalbedarf die progressive Steigerung der Leistung Rechnung trägt. Wichtig ist in diesem Zusammenhang, dass die Grundsumme bedarfsgerecht abgesichert wird. Als Faustformel hat sich hier das Dreifache des Jahresbrutto - einkommens bewährt, wobei das Dreifache des Durchschnittseinkommens möglichst nicht unterschritten werden sollte. Das entspricht einer Versicherungssumme von 100.000 Euro. Absicherung bei Arbeits- und Wegeunfällen Jeder im Tätigkeitszusammenhang oder im Rahmen gemeinwohlorientierten Tuns entstandene Unfall steht zudem auch immer unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung nach dem siebten Buch des Sozialgesetzbuches. Dabei wird zwischen „Arbeits-“ und „Wegeunfällen“ unterschieden. Darüber hinaus fallen auch anerkannte Berufskrankheiten unter den Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Der Idee des Sozialversicherungssystems nach handelt es sich bei den Leistungen der gesetzlichen Unfallversicherung um Lohnersatzleistungen. Maßstab ist daher grundsätzlich der Bruttojahresarbeitsverdienst der verunfallten Person bzw., falls ein solches nicht vorliegt (z. B. bei Schülern), ein Teil oder ein Vielfaches der Bezugsgröße, dem Durchschnittsverdienst nach § 18 SGB IV. Alle Leistungen werden als Rentenleistungen – als Ersatz eines Lohn(anteil)es – erbracht. Die Beiträge sind vom Arbeitgeber allein zu tragen und richten sich in ihrer Höhe nach der Gefährlichkeit der Tätigkeit(en). Die gesetzliche Unfallversicherung kommt daher nicht für Unfälle im „Privaten“ auf. Zum „Privaten“ gehört aber zum Beispiel auch der Besuch der Kantine oder der Gang zur Toilette auf dem Betriebsgelände. Die Rechtsprechung zur Frage, welche Handlungen noch und welche (gerade) nicht mehr unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung stehen, füllt Bibliotheken. Im privaten wie im beruflichen Umfeld schützt eine private Unfallversicherung, im beruflichen Umfeld zusätzlich die gesetzliche Unfallversicherung. Daher besteht meist bei Wegeund Arbeitsunfällen neben dem Anspruch aus dem SGB VII Unfallschutz im Home-Office In Zeiten der zunehmend notwen - digen Heimarbeit verschwimmt die Trennung von „Privatem“ und„Beruflichem“. Der nicht von der Berufs - genossenschaft – als Träger der gesetzlichen Unfallversicherung – abgenommene heimische Arbeitsplatz steht in aller Regel nicht unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Hier kann zurzeit nur durch Abschluss von privaten Gruppenunfallversicherungen für Mitarbeitende im „Home-Office“ Abhilfe geschaffen werden. Dies haben auch viele Unternehmen bereits so umgesetzt, auch um ihrer Fürsorgepflicht aus dem Arbeitsverhältnis nachkommen zu können. Unabhängig davon ist auch der Gesetz geber gefordert, die Bestimmungen der gesetzlichen Unfallversicherung an die Erfordernisse der Tätig keit im „Home-Office“ anzupassen. auch ein Anspruch auf Leistungen einer privaten Unfallversicherung. Die beiden Leistungen dürfen und werden nicht miteinander verrechnet oder aufeinander angerechnet. Zunehmend werden private Unfallversicherungen, meist als Unfallrenten ausgestaltet, auch als Möglichkeit der kostengünstig(er)en Absicherung des „Nicht-mehr-arbeiten-Könnens“ vermarktet. Dabei kommen dann auch Kombinationsprodukte mit Pflegerentenversicherungen in Betracht. Eine „echte“ Alternative zu einer Berufs - unfähigkeitsversicherung stellen sie indes nicht dar. W © Сергей Шиманович – stock.adobe.com Im privaten und beruflichen Umfeld schützt eine private Unfallversicherung, im beruflichen Umfeld zusätzlich die gesetzliche Unfallversicherung. 42 November 2020

ZAHLEN 11.960 Menschen starben laut Statistischem Bundesamt (Destatis) 2018 infolge eines häuslichen Unfalls. Bei Unfällen im Straßenverkehr kamen mit 3.265 Personen deutlich weniger ums Leben als zu Hause. © memorystockphoto – stock.adobe.com 8 Millionen Unfälle sind es in etwa, die im Schnitt jedes Jahr in Deutschland passieren. Die meisten davon ereignen sich in der Freizeit, beim Sport und vor allem im Haushalt. 25,8 Millionen Versicherungsverträge gab es im Jahr 2019 in der privaten Unfallversicherung, wie das Statistische Taschenbuch für die Versicherungswirtschaft 2020 des GDV zeigt. Zum Vergleich: 2018 waren es mit 25,4 Millionen etwas weniger. 6,66 Mrd. Euro betrugen laut Angaben des GDV die Bruttobeitrags - einnahmen der privaten Unfallversicherer im Jahr 2019. 3,38 Mrd. Euro ergibt in etwa die Summe der erbrachten Leistungen in der privaten Unfallversicherung im vergangenen Jahr. So gefährlich ist die Piste Das Verletzungsrisiko beim Fußball ist hoch. Auf diese Sportart entfallen 35,9% aller Sportunfälle. Auf dem 2. Platz folgt Skifahren: Jeder fünfte Sportunfall passiert laut GDV beim Skifahren. Im Schnitt werden den Unfallversicherern mehr als 20 Skiunfälle täglich gemeldet. Bei etwa 40% der Unfälle sind die Beine, bei 30% die Arme betroffen. November 2020 43 © Thaut Images – stock.adobe.com

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