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AssCompact 12/2018

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Nachfolgeprodukt.

Nachfolgeprodukt. Softwarehäuser wie insinno, Finoso oder Finanzportal24, die von uns nach DIN SPEC zertifiziert wurden, arbeiten jetzt auf die Norm um. Andere Softwarehersteller bereiten sich erstmals auf eine Zertifizierung vor. Sie können davon ausgehen, dass wir mit Veröf- „Man kann das Instrument Normung nutzen, um gerade eben die Individualität zu wahren, gleichermaßen aber Effizienz sicherzustellen und letztendlich auch die Kosten im Rahmen zu halten.“ fentlichung der Norm mindestens sechs Softwarehäuser haben werden, die normkonforme Software anbieten. Wir wollen, dass sich die Norm danach möglichst schnell verbreitet. Man sollte hier das Momentum nutzen, damit der Effekt nicht verpufft. Neben Software zertifizieren wir auch Berater, die die Norm sauber umsetzen. Eine Software braucht es dafür ja eigentlich nicht, oder? „Sie können davon ausgehen, dass wir mit Veröffent - lichung der Norm mindestens sechs Softwarehäuser haben werden, die normkonforme Software anbieten.“ Matthias Kritzler-Picht KM Wir sind der Meinung, dass eine präzise Umsetzung nur unter Hinzuziehung einer zertifizierten Software möglich ist. Letztlich sehen wir hier drei Kriterien: erstens den Einsatz einer verlässlich normkonformen Software, zweitens das Wissen – hierfür haben wir Kooperationen im Qualifizierungsbereich von der Deutschen Makler Aka demie über Going Public bis hin zum Campus Institut und so weiter. Die führen die Qualifizierung durch und wir prüfen dann, ob die entsprechenden Kenntnisse vorhanden sind. Und das dritte Kriterium: Wir wollen innerhalb der Zertifizierung eine Selbstverpflichtung zur Umsetzung der Norm, wann immer möglich. Was heißt das? Holger R. Rohde Dr. Klaus Möller KM Kommt jemand in eine Agentur und verlangt ein Moped- Schild, können Sie keine ganzheitliche Finanzanalyse nach der Norm ansetzen. Aber immer dann, wenn ein ganzheitlicher Ansatz angemessen oder gewünscht ist, dann soll nicht ein Stück Papier und ein Bleistift ausgepackt werden, sondern dann soll derjenige, der für sich in Anspruch nimmt, nach der Norm zu arbeiten, das auch präzise mit der Software nach der Norm abarbeiten. Ist das auch das Ansinnen von DIN? Matthias Kritzler-Picht DIN als Institut, das das Projekt geleitet und den Prozess moderiert hat, hat eine völlig neutrale Funktion inne. Das heißt, wir fordern keine Zertifizierung, der Markt macht das selbst. Aber jeder kann die Norm anwenden, ohne dass er sich zertifiziert. Dafür gibt es keine Pflicht. Aber natürlich fordert das dann oft der Markt, schließlich will man Dritten gegenüber ja die Gewissheit vermitteln, dass wirklich nach der Norm gearbeitet wird. Aber das kommt aus der Dynamik des Marktes heraus. HRR Wenn sich eine Selbstverpflichtung durchsetzt, kommt der Druck vom Markt. Und wenn Stiftung Warentest dies einfordert, um bei Bewertungen Minuspunkte zu vermeiden, spielt dies auch eine Rolle. Und schließlich haben sich ja auch viele Marktteilnehmer zusammengefunden und sind zu der Meinung gekommen, dass die Norm richtig ist und wir uns nun darauf verpflichten, dann wäre das ein schöner Effekt. Warum gab es eigentlich bisher keine DIN-Norm im Finanzbereich? MKP Nun, zunächst war das strategische Instrument Normung in den Unternehmen ja gar nicht so bekannt. Und dann wollte man vielleicht auch so viel Wissen für sich behalten und gar nicht öffentlich teilen. Da hat vielleicht auch manchmal der Mut zu einem solchen Schritt gefehlt, ein solches Thema gemeinsam anzugehen. KM In der Finanzdienstleistungsbranche galt bisher auch eine falsch verstandene Individualität, nämlich nicht im Sinne von Kundenindividualität, sondern im Sinne von Beraterindividualität, die man immer wie eine Monstranz vor sich hergetragen hat. Und diese falsch verstandene Individualität und Standardisierung passen nicht zusammen. Und als wir vor fünf oder sechs Jahren mit der DIN SPEC angefangen haben, haben sich noch sehr viele gewehrt, dabei mitzumachen. Wir haben uns die Hacken abgelaufen, um Leute zu finden, die am Gremium mitwirken. Dass damals Stiftung Warentest in Person von Herrn Rohde mit dabei war, hat uns geadelt. Und ohne ihn und Stiftung Warentest wäre es eine „Family and Friends Veranstaltung“ gewesen. Aber so konnte ein völlig anderer Akzent gesetzt werden. Auch eine andere Entwicklung hat geholfen: Die Digitalisierung ist in 118 Dezember 2018

Zur DIN-Norm 77230 Die DIN-Norm 77230 ist die erste Norm in der Finanzberatung. Die Veröffentlichung ist für Januar 2019 geplant. Die Norm legt ein Verfahren für die Basis-Finanz - analyse für Privathaushalte im Hinblick auf die Themen Absicherung, Vorsorge und Vermögensplanung fest. Dabei berücksichtigt sie jeweils die Risiken und Notwendigkeiten sowie die finanziellen Ziele des Privathaushalts. Aktuell startet bereits ein neues Normungsprojekt für Freiberufler, KMUs sowie Selbstständige und Gewerbetreibende. Diese Norm soll am Ende neben der Basis-Finanzanalyse auch eine Risikoanalyse beinhalten. Die DIN-Norm 77230 kann beim Beuth-Verlag (www.beuth.de) kostenpflichtig bestellt werden. vollem Gange und dass Digitalisierung nicht ohne Standardisierung geht, das ist inzwischen bekannt. Stiftung Warentest hat den Prozess begleitet. Warum ist aber die Verbraucherzentrale nicht dabei geblieben? KM Da muss ich eine Richtigstellung machen. Die Verbraucherzentrale ist nach anderthalb Jahren dazugestoßen, um eine Stippvisite im Gremium zu machen und um dann wieder zu gehen. HRR Nach den Motiven müssen Sie die Verbraucherzentrale selbst fragen. Nennen kann ich Ihnen unsere Motive, um mitzumachen: Wir wollen mitarbeiten und unsere Expertise einbringen und wir arbeiten ja auch in unseren Tests mit Normen als Mindeststandard. Daher haben wir uns schon lange mit den Fragen, die sich nun auch in der Norm wiederfinden, beschäftigt. Aber noch einmal zurück zur Norm und zur Standardisierung: Finanzdienstleister profitieren ja von der Normung auch anderweitig. Man kann das Instrument Normung nutzen, um gerade eben die Individualität zu wahren, gleichermaßen aber Effizienz sicherzustellen bzw. zu steigern und letztendlich auch die Kosten im Rahmen zu halten. Es ist also auch eine Norm, die allen sparen hilft. KM Das ist korrekt. Das Thema Standardisierung ist keine Abkehr vom Thema Individualität. Ganz im Gegenteil, ich glaube, wir garantieren über die Standardisierung des Prozesses die Kundenindividualität der Ergebnisse. HRR Zudem haben wir jetzt ja auch eine neue europäische Gesetzgebung, Stichwort IDD, und die Berater sind verpflichtet, nach Wünschen und Bedürfnissen zu fragen und die Norm ist sozusagen das Gegenstück dazu. Wir wollen hier objektive Kriterien abprüfen und den Bedarf ermitteln, standardisiert – und dem stellt der Berater Dr. Klaus Möller dann die Wünsche und Bedürfnisse gegenüber. Und dann muss man das in Einklang bringen und ausloten. CW So ist es. Der Gesetzgeber sagt, er hätte gern mehr Beratungsqualität, die Branche hat sich nun zusammengesetzt und definiert, was Beratungsqualität eigentlich ist. Und in dem Fall ist ein gemeinsamer Mindeststandard für eine Finanzanalyse das Ergebnis. Es gibt ja schon ein weiteres Projekt, eine Finanzanalyse für Geschäftskunden. Wie sieht es damit aus? MKP Es gab bereits einen Antrag auf eine DIN-Spezifikation, der kam auch von DEFINO. Dann haben wir den Kickoff abgehalten für eine DIN-Spezifikation und auf dem Kick-off haben die 20 bis 25 beteiligten Unternehmen und Verbände gemeinsam beschlossen, dass keine DIN SPEC, sondern gleich eine DIN-Norm ausgearbeitet wird. Und die Leute haben jetzt gemeinsam einen Normungsantrag gestellt beim Normenausschuss Dienstleistungen. Die Konstituierung des Arbeitsausschusses ist zum Nikolaustag geplant. Wird es diesmal schneller gehen? „Jeder kann die Norm anwenden, ohne dass er sich zertifiziert. Dafür gibt es keine Pflicht. Aber natürlich fordert das dann oft der Markt [...].“ Matthias Kritzler-Picht MKP Davon gehen wir insofern aus, als das Thema Normung nun bei den Gremienmitgliedern weitestgehend bekannt ist und sich ein Teil der Leute schon kennt. So können wir effizienter arbeiten. Aber letztendlich ist es immer eine Frage auch der einzelnen Player, die da mitwirken. Aber natürlich geht es wieder darum, einen Konsens zu erzielen, und da kann es im Zweifelsfall auch mal ein bis zwei Runden länger dauern. Am Ende ist die Qualität das, was an erster Stelle steht. W Dezember 2018 119

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