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AssCompact 12/2018

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DKM-News 23. –

DKM-News 23. – 25.10.2018 - Messe Dortmund Zwei Tage geballte Information und Unterhaltung in der Speaker’s Corner Keine DKM ohne die Speaker’s Corner als Ort für branchenaktuelle Diskussionen und den Blick über den Tellerrand: diesmal in die Welt des Sports, der Politik und der Philosophie. Die Diskussion der Branchenentscheider rund um aktuelle Marktthemen hat auf der DKM lange Tradition. „Die Zukunft der Versicherungswirtschaft“ hieß das übergeordnete Thema der Diskussionsrunde. Entscheiderrunde: „Bis jetzt können Maschinen keine Empathie“ „Die Zukunft der Versicherungswirtschaft – Bleibt kein Stein mehr auf dem anderen?“ lautete der Titel der Diskussionsrunde, mit der diesmal das offizielle Programm in der Speaker’s Corner eröffnet wurde. Die Zuschauer durften sich diesmal die Reihenfolge der einzelnen „Diskussionsbausteine“ per spontaner Online-Abstimmung selbst zusammenstellen. Auf die Frage, was sie als die größten Herausforderungen für die Branche ansehen, landete die digitale Konkurrenz weit vor dem Nachwuchsmangel, dem veränderten Kundenverhalten und der Regulierung. Auf dem Podium trafen sich unter Moderation von Dr. Marc Surminski (Chefredakteur Zeitschrift für Versicherungswesen) als Diskussionsteilnehmer die Vorstandsvorsitzenden Dr. Markus Faulhaber (Allianz Lebensversicherungs-AG), Dr. Achim Kassow (ERGO Deutschland AG), Dr. Alexander Vollert (AXA Konzern AG) und Dr. Armin Zitzmann (NÜRNBERGER Versicherung). Kein Weg führt am persönlichen Kontakt vorbei Mit Blick auf die digitale Konkurrenz herrschte auf dem Podium Einigkeit darüber, dass es ohne die Digitalisierung nicht gehe und sie helfen könne, die Verkaufseffizienz zu erhöhen – dass allerdings auch in einer digitalen Zukunft kein Weg am persönlichen Kontakt und Beratungsgespräch vorbeiführe. Dr. Armin Zitzmann erinnerte an den Vorteil der riesigen Vertrauensbasis, die dank der Vermittler beim Kunden entstanden sei, und dass digitale Player diesen Vertrauensvorsprung erst einmal zu knacken hätten. Auf die Konkurrenz durch „Alexa“ angesprochen, bekräftigte Dr. Markus Faulhaber, dass Kunden keinen Abschluss über eine Maschine tätigten, sondern sich hier lediglich informierten. Denn: „Bis jetzt können Maschinen keine Empathie!“ Bei der Frage danach, was man aber als alteingesessener Versicherer von den Insur- Techs lernen könne, fallen die Stichworte Schnelligkeit, Leidenschaft fürs eigene Thema, Radikalität der Kundenschnittstellen und spannende Ideen. Der Politik gemeinsam aufzeigen, wozu die Branche in der Lage ist Letztere sind auch gefragt, wenn es um die Nachwuchsgewinnung in der Branche geht. Dr. Achim Kassow gab zu bedenken, dass sich das Qualitätsniveau bei der Beratung der Zukunft auf einem vollkommen anderen Level bewegen werde als heutzutage. Daher die einstimmige Podiumsmeinung: Flachere Hierarchien und mehr Flexibilität sind gefragt. Man müsse den Interessenten glaubhaft begründen können, warum die Entscheidung für den Maklerberuf zukunftsfähig sei. Und wenn bald der Provisionsdeckel kommt, wie kann die Branche dann zukunftsfähig bleiben? Dr. Armin Zitzmann appellierte an alle, der Politik gemeinsam als Branche aufzuzeigen, wozu man in der Lage sei. Und Dr. Alexander Vollert sprach von notwendiger Schnelligkeit, Skalierbarkeit sowie Zugang zu Technologie und Empathie. Zum Abschluss ermutigte er die Zuhörer: „Kunden wollen Sicherheit, dazu braucht es Sie als persönliche Berater.“ 78 Dezember 2018

www.die-leitmesse.de DKM DIE LEITMESSE FÜR DIE FINANZ- UND VERSICHERUNGSWIRTSCHAFT Nachhaltiges Investieren funktioniert nicht ohne Profitabilität Investmentexperte Dr. Bert Flossbach bei seinem Vortrag in der Speaker’s Corner Dr. Bert Flossbach sieht einen Sturm auf die Investmentbranche zukommen. Dieser dürfte ein deutlich größeres Gewitter verursachen als die üblichen Unruhen an den Finanzmärkten. Man könne fast schon von einem Tsunami sprechen. Die Rede ist vom Thema Nachhaltigkeit. Flossbach sieht nicht nur auf die Produktanbieter, sondern auch auf die Berater einen Nachhaltigkeitssturm zukommen – und das nicht nur, weil immer mehr Kunden Wert auf nachhaltige Produkte legen, sondern weil das Thema einen gesetzgeberischen Rahmen bekommen soll. Die Rede ist vom EU-Aktionsplan für ein nachhaltiges Finanzwesen. Der Vermögensverwalter warnt dringlich vor einer zu ideologischen Herangehensweise. Schließlich lasse allein der Begriff Nachhaltigkeit bereits viel Deutungsspielraum. Flossbach zufolge lässt sich in den Begriff sehr viel hinein, aber auch fast alles herausziehen. Damit sei der Begriff sehr anfällig für Missbrauch. Sollten auch auf Anlageebene Nachhaltigkeitsvorschriften eingeführt werden, drohen laut Flossbach zukünftig Fehlallokationen gigantischen Ausmaßes. Eine solche politisch motivierte Lenkung des Kapitals bereitet Flossbach daher große Sorgen. Stattdessen gelte es, den ursprünglichen Sinn der Nachhaltigkeit ins Auge zu fassen: Dauerhaftigkeit. Keine Zinswende in Sicht Dass ökologische und soziale Geschäftsmodelle nicht zwangsläufig dauerhaften Erfolg versprechen, hat laut dem Investmentexperten nicht zuletzt der steile Fall der deutschen Solar industrie gezeigt. Daran lasse sich eindrücklich ablesen, dass nachhaltiges Investieren ohne Profitabilität nicht funktioniert. Unprofitabel werden Flossbach zufolge auch Zinsprodukte bleiben. An eine Zinswende glaubt der Experte nicht. Die Notenbankpolitik befinde sich vielmehr an einem Punkt, an dem sie nicht mehr zurückgedreht werden kann. Insbesondere die massive Verschuldung Italiens mache eine Zinswende im Grunde unmöglich. Genau deshalb müssten Anleger endlich dazu gebracht werden, ihre Ersparnisse aus scheinbar sicheren in kapitalmarktnahe Produkte zu investieren. Wer 20 Jahre anlegen kann, brauche keinen Garantiezins, da Aktienmärkte über solche Zeiträume historisch gesehen immer stattliche Renditen geliefert haben. Selbst in dem ziemlich schlechten Zeitraum von 1988 bis 2008 lag die jährliche Rendite von Aktien noch bei guten 4,5%. Selbst das ist noch viel mehr, als es aktuell bei Sparbüchern oder Anleihen mit guter Bonität gibt. Der Investmentexperte Flossbach begrüßt aus diesem Grund auch ausdrücklich den Schwenk von der klassischen zur fondsgebundenen Lebensversicherung. Makler auf verlorenem Posten oder mit goldener Zukunft? Durch die nachmittägliche Diskussion am ersten Messetag führte Prof. Dr. Matthias Beenken von der FH Dortmund. Zusammen mit Holger Mardfeldt, Partner der Martens & Prahl Holding, Dr. Angelo O. Rohlfs, VHV-Vertriebsvorstand, Rolf Schünemann, BCA-Vorstandsvorsitzender, und Julian Teicke, CEO der wefox Group, diskutierte er unter der Schlagzeile „Makler auf verlorenem Posten: Ohne Partner keine Unabhängigkeit?“ über Profitabilität im Maklerbüro und die Frage, ob und wie Makler künftig ihre Unabhängigkeit bewahren können. Dabei sprachen sich alle Teilnehmer zunächst dahingehend aus, dass die Zukunft dem „Vertriebskanal“ Makler gehören – und das trotz Regulierungsdruck, Digitalisierung und O Professor Dr. Matthias Beenken moderierte. Dezember 2018 79

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