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AssCompact 12/2018

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DKM-News 23. –

DKM-News 23. – 25.10.2018 - Messe Dortmund Rolf Schünemann, Julian Teicke, Prof. Dr. Matthias Beenken, Dr. Angelo O. Rohlfs und Holger Mardfeldt (v.l.n.r.) diskutierten am DKM-Mittwoch. zumindest perspektivisch schwindender Profitabilität. Es sei jedoch an der Zeit, sich Hilfsmittel und Partner für effizientere Arbeitsprozesse und bessere Kundenorientierung zu suchen, meinten die Diskussionsteilnehmer, die ihrerseits für unterschiedlichste Kooperationsarten stehen. Dr. Angelo O. Rohlfs berichtete von der Maklerversicherer-Initiative „meinMVP“, die Makler mit einer kostenlosen Software beim Weg in die digitale Welt unterstützen will. Rolf Schünemann sprach sich insgesamt für die Poolbranche aus und erklärte, dass Makler beim Pool neben digitalen Tools auch tiefes Know-how zu Investment- und Versicherungsfragen finden würden. Holger Mardfeldt betonte die persönli- che Beziehung in der Martens & Prahl Gruppe sowie die völlige Entscheidungsfreiheit der dazugehörigen Makler. Julian Teicke stellte dar, wie Makler mit wefox-Lösungen durch Matching zu passenden Neukunden kommen und gleichermaßen Servicearbeiten abgeben können. Doch unabhängig davon, welcher Mittel sich Versicherungsmakler für das Management ihres eigenen Betriebs und zur Wahrung ihrer Unabhängigkeit bedienen würden, werde sich der Markt weiter verändern. Auch darüber herrschte Einigkeit in der Runde. Der Kunde werde künftig noch mehr im Mittelpunkt stehen müssen als bisher. Er werde künftig entscheiden, wann und wie lange er ein Versicherungsprodukt brauche, so insbesondere die Einschätzung von Julian Teicke. Produkte würden dadurch aber eher komplexer als einfacher werden, so seine Vorhersage. Abschlüsse könnten über Flatrates getätigt werden. Für den Makler gelte es dann, als Life-Coach zu agieren und so Teil des neuen Systems zu bleiben. Verantwortliches Handeln angesichts des digitalen Wandels Zum Abschluss des ersten Tages wurde es in der Speaker’s Corner dann philosophisch: Der Universitätsprofessor, Philosoph, Redner und Bestsellerautor Richard David Precht sprach vor vollbesetzten Rängen über Moral und Verantwortung in Zeiten des digitalen Wandels. Gleich zu Beginn stellte Precht klar: Die technologische Revolution lässt sich nicht umkehren. Sie bringt eine komplette Umwälzung des gesamten Systems mit sich. Während die industrielle Revolution zum Ziel hatte, die menschliche Hand zu ersetzen, gehe es nun darum, die menschliche Intelligenz durch Computer und Roboter zu ersetzen. Mit Globalisierung und Digitalisierung Der Philosoph und Bestsellerautor Richard David Precht in der Speaker’s Corner 80 Dezember 2018

www.die-leitmesse.de DKM DIE LEITMESSE FÜR DIE FINANZ- UND VERSICHERUNGSWIRTSCHAFT entstehe etwas Neues, vor dem die Menschen zunächst einmal in erster Linie Angst hätten. Für Precht beginnt verantwortliches Handeln in der Politik damit, sich die Tragweite dieses Wandlungsprozesses einzugestehen. Der Bestsellerautor ist nicht der Ansicht, dass die Gesellschaft der Zukunft schlechter wird. „Ich glaube aber, dass sie schlechter wird, wenn wir uns nicht darauf einstellen, dass wir eine andere Gesellschaft bekommen und was uns erwartet.“ Beschäftigungsstruktur im Wandel Zu den Veränderungen zählt der Wandel in der Beschäftigungsstruktur. „Wenn sich der Kuchen nicht vergrößert, wird durch eine immer effizienter werdende Wirtschaft nicht mehr Beschäftigung hervorgerufen“, unterstrich Precht. Es sei mit hoher Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass etliche Menschen ihre Beschäftigung verlieren werden. Auch über die Demografie lasse sich dies nur bis zu einem bestimmten Maß ausgleichen. Doch brechen Jobs weg, hat dies auch enorme Auswirkungen auf den Konsum. Roboter zahlen keine Sozialabgaben Hinzu kommt ein anderes gewichtiges Problem, das bislang kaum thematisiert wird und dass der Philosoph daher als „blinden Fleck der Digitalisierung“ bezeichnete: Computer und Roboter konsumieren nicht und zahlen auch nicht in die Sozialversicherungssysteme ein. „Wir brauchen eine Alternative zum Umlagesystem“, fordert Precht aus diesem Grund. Soziale Verantwortung in der Politik bedeutet für ihn darüber hinaus vor allem, entsprechende Konzepte zu erarbeiten. Die Lösung sieht Precht im Grundeinkommen, das über die Finanztransaktionssteuer finanziert wird. Zugleich sei allerdings ein radikaler Umbau des Bildungssystems notwendig. Wortreiches Streitgespräch zwischen Lafontaine und Kubicki sogar so weit ging zu prophezeien, dass es bald einen Börsencrash geben werde, der gravierende soziale Verwerfungen nach sich zöge. „Ungeregelte Märkte sind ein Märchen“, entgegnete Wolfgang Kubicki und gab zu bedenken, dass die Finanzmärkte heutzutage einem höchst komplizierten Regelwerk unterworfen seien. Messechef Konrad Schmidt begrüßte die Teilnehmer des politischen Streitgesprächs. Es habe „Kultcharakter“, sagte Moderatorin Ursula Heller am Donnerstagmorgen in der Speaker’s Corner und meinte damit das politische Streitgespräch, das auch 2018 wieder zuhauf Besucher in die Halle lockte. Was sie dort erlebten, waren „zwei Urgesteine der deutschen Politik“: Wolfgang Kubicki, MdB und stellvertretender Bundesvorsitzender der FDP, und Oskar Lafontaine, MdL und Fraktionsvorsitzender Die Linke, die ihrem Ruf, eine scharfe Zunge und einen scharfen Intellekt zu haben, alle Ehre machten. Unterschiedliche Meinungen zur Zukunftsfähigkeit Deutschlands Das übergreifende Diskussionsthema war die „Zukunftsfähigkeit Deutschlands“, und die beiden Diskutanten hatten wie erwartet gänzlich unterschiedliche Einschätzungen zu der Thematik. „Finanzmärkte brauchen klare Regeln“ – so lautete eine der klaren Aussagen von Oskar Lafontaine der Uneins waren die zwei Politiker auch im Hinblick auf die soziale Gerechtigkeit in Deutschland. Oskar Lafontaine malte ein schwarzes Bild der deutschen Gesellschaft. Er kritisierte den vorherrschenden Lobbyismus als Fehlentwicklung der Demokratie und zeigte sich überzeugt, dass die ungleiche Vermögensverteilung und Perspektivlosigkeit zur Destabilisierung der demokratischen Ordnung führen wird. Ganz anders sein Kontrahent Wolfgang Kubicki, der sich angesichts der Ausführungen Lafontaines lautstark wunderte, warum fehlende soziale Gerechtigkeit keinen Zulauf bei der Linken bei den letzten Wahlen zur Folge gehabt hätte. Vielmehr ist er überzeugt: „Es geht noch keiner Generation so gut wie der heute.“ Man brauche weniger Reglementierung wie zum Beispiel im Hinblick auf die O Dezember 2018 81

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