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AssCompact 12/2019

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DKM-News Messe Dortmund

DKM-News Messe Dortmund 22. – 24. Oktober 2019 Vermittler, Versicherer, der Provisionsdeckel und der Rest … Kommt der Provisionsdeckel in der Lebensversicherung wirklich? Und wenn er kommt, welche Folgen hat er für alle Beteiligten, welche Konsequenzen für Beratung und Produkte? Diese und weitere Fragen diskutierte Prof. Matthias Beenken von der Fachhochschule Dortmund mit Ralf Berndt (Vorstand Marketing und Vertrieb der Stuttgarter Versicherungsgruppe), BVK-Präsident Michael H. Heinz, Makler Carlos Reiss (Inhaber der Hoesch & Partner GmbH und CEO der asuro GmbH) und Dr. Reiner Will (Geschäftsführer der ASSEKURATA Assekuranz Rating-Agentur GmbH). Erwartungsgemäß hielten rund 75% des Publikums laut Blitzumfrage zu Beginn der Diskussion den Provisionsdeckel für eher nicht oder auf gar keinen Fall notwendig. Eine Glaskugel besitzt, ebenfalls erwartungsgemäß, zwar niemand auf dem Podium, aber Berndt tippte auf eine 50/50-Wahrscheinlichkeit in Sachen Einführung des Provisionsdeckels in der Lebensversicherung. Optimistischer gab sich Heinz, der von einer Lösung spricht, die den Vermittlern gerecht werde, diese aber dann unter dem Mantel der Verschwiegenheit behielt und nicht weiter ausführte. Und was wäre, wenn der Deckel wirklich käme? Reiss hat für sich nachgerechnet und sprach von ca. 15% Umsatzeinbußen, was dann ein Nullgeschäft bedeuten würde. Aufgrund von mangelnder Profitabilität sieht Reiss im Fall der Fälle dann die Unabhängigkeit des Maklers gefährdet. Will bekräftigte, dass in der Deckelthematik „der falsche Baum angebellt“ werde und der Fokus eher auf eine verstärkte und verbesserte Beratung gerichtet werden müsse, damit Kunden andere Produkte wählten. Die politischen Beteiligten müssten hier mitgenommen und aufgeklärt werden. Heinz nutzte das Stichwort Politik später für eine erneute Spitze in Richtung der Versicherer: Als Vermittlerverbände schwöre man sich derzeit auf ein gemeinsames Ziel ein und versuche, dies zusammen mit der Politik zu erreichen. Diese Gemeinsamkeit gelinge den Versicherern nicht, denn auch wenn der GDV sich gegen einen Provisionsdeckel ausspreche und der Deckel auch ordnungs- und fiskalpolitisch keinen Sinn ergebe, hätten hinter den Kulissen einige Versicherer einen „Ja, aber wir wollen trotzdem“-Einwand. Als Diskussionsmoderator Beenken die Überlegungen rund um 25‰ + x oder 15‰ mit Qualitätskriterien in die Runde warf, sprach Reiss von einer „bitteren Pille“ der Maklerkontrolle und sah sich schon in der ständigen Kommunikation und Rechtfertigung mit sämtlichen Rechtsabteilungen der Versicherer. Will hinterfragte die Festlegung der Qualitätskriterien nur für die 15‰-Lösung und äußerte für den Fall eines Inkrafttretens augenzwinkernd eine neue Geschäftsidee: Testkäufer zur Sicherung der Beratungsqualität bei Maklern. Dieser würde dann nach Dienstleistungsvergütung bezahlt, was der Versicherer finanzieren müsse – was also letztendlich den Kunden treffe. Auch Heinz hält die Qualitätskriterien für „wirklichkeitsfremd“ und fragt, warum der Vermittler durch seine langen Stornohaftungszeiten dafür büßen solle, wenn immer mehr Lebensversicherungen gekündigt werden, weil eben auch immer mehr Ehen geschieden werden. Gegen den Versuch, einen ganzen Berufsstand systematisch zu diskreditieren, müsse man sich gemeinsam zur Wehr setzen. Diskussion rund um den Provisionsdeckel: Gemeinsam gegen die Diskreditierung des Berufsstandes, anstatt „den falschen Baum anbellen“ 82 Dezember 2019

www.die-leitmesse.de Fußball in guten wie in schlechten Zeiten Wirtschaft, man solle sich nur das leisten, was man selbst erwirtschafte. Die Konten des Vereins seien gut gefüllt, der Verein wirtschaftlich gesund, die Strukturen seien langfristig festgelegt. Das beste Gespann für einen spannenden und gekonnten Fußball-Talk Als Spieler und Manager hat Uli Hoeneß alle Titel erreicht, die es im Fußball zu erreichen gibt. Er machte den FC Bayern München wirtschaftlich und sportlich zu einem der ganz großen Vereine und hat sozusagen das Bayern-Gen erfunden. Persönlich kannte er Höhen und Tiefen und wurde auch deshalb bei seinem zweiten DKM-Auftritt bereits mit stehenden Ovationen empfangen. Zusammen mit kicker-Herausgeber Rainer Holzschuh beleuchtete Hoeneß im Abschluss-Talk der Speaker’s Corner seine Lebens- und Berufsstationen. Dabei betonte der zum DKM-Termin Noch-Präsident des FC Bayern, wie er über die Jahre gelernt habe, dass, wer es nach oben schaffe, auch immer an andere denken müsse, denen es nicht so gut gehe. Gleichermaßen gab er den Zuhörern mit auf den Weg, dass man seinen Mitarbeitern nur das abverlangen könne, was man auch sich selbst abverlange. „Ich war immer einer, der mitten drin war und sich für nichts zu schade war“, erklärte Hoeneß seinen Erfolgs- und Motivationsweg. Das soziale Verhalten des Einzelnen zähle im Sport genauso wie in jedem Unternehmen. Kritisch bewertet er Neuerungen im Fußball, die dazu führen, dass die Spieler immer mehr Spiele machen müssten. Etwas weniger ist meistens ein bisschen mehr, so Hoeneß. Man dürfe es mit der Anzahl der Matches und zusätzlichen Liga-Plänen nicht übertreiben. Für überzogen hält er auch die Berichterstattung und den Einfluss mancher Medien. Einige Online-Portale würden kaum noch selbst recherchieren und falsch berichten, aber den Fußballnachrichten mehr Raum einräumen als politischen oder sozialen Themen. Da läge einiges im Argen, so Hoeneß. Was seinen im Oktober noch bevorstehenden Abtritt als Bayern-Präsident betraf, präsentierte sich Uli Hoeneß entspannt. Es sei jetzt ein wunderbarer Zeitpunkt. Dem FC Bayern gehe es super, die Zukunft sei geplant, die Nachfolger bestens ausgewählt. Auch sportlich stehe man gut da und nach weiterer Einspielzeit werde das Team noch besser spielen. Es sei ihm immer um den Verein gegangen, auch in der jetzigen Entscheidung. Der Abschied werde emotional, so Hoeneß, aber er könne diesem ruhig entgegensehen. Als tiefe Einschnitte in seinem Leben bezeichnete der „Fußball-Macher“ einen Flugzeugabsturz mit einer Privatmaschine, den er als einziger überlebte, aber wenig Erinnerung daran hat, und seine Haftstrafe aufgrund von Steuerbetrug. Die Steuersache habe ihn verändert, so Hoeneß. Er habe einen riesigen Fehler gemacht, die Strafe angenommen und aus der Zeit, die sehr fordernd und herausfordernd war, das Beste gemacht. Aber auch im Gefängnis wäre er immer er selbst geblieben, erklärte er dem Publikum. Mit Blick auf den FC Bayern sei Hoeneß besonders stolz, dass kein Euro fremdes Geld beim FC Bayern einfließe. Er sei davon überzeugt, dass dies auch heute noch der richtige Weg für den Club sei. Auch hier zieht er Parallelen zwischen Sport und Messechef Konrad Schmidt, Uli Hoeneß und Rainer Holzschuh (v.l.n.r.) Dezember 2019 83

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