Aufrufe
vor 11 Monaten

AssCompact 12/2020

  • Text
  • Dezember
  • Vermittler
  • Altersvorsorge
  • Makler
  • Unternehmen
  • Digitale
  • Versicherer
  • Vertrieb
  • Deutschland
  • Digitalen

DKM-NEWS

DKM-NEWS www.die-leitmesse.de Die neue (Un-)Abhängigkeit des Maklerbetriebs bei steigender Bedeutung von Pools Digitalisierung und Regulierung haben die Bedeutung von Maklerpools und Dienstleistern gestärkt. Waren Pools in der Entstehung vor allem Einkaufshilfen, liefern sie heute Maklerbetrieben IT-Strukturen und Administrationsdienste kostenfrei ins Haus. Ob daraus ein Abhängigkeitsverhältnis entsteht, darüber diskutieren lebhaft und kontrovers Ralf Berndt, Vorstand Vertrieb und Marketing der Stuttgarter Lebensversicherung, Norbert Porazik, geschäftsführender Gesellschafter der Fonds Finanz Maklerservice GmbH, und Andreas Vollmer, geschäftsfüh - render Gesellschafter des Versicherungsmaklers Hasenclever + Partner und BVK-Vizepräsident. Für Norbert Porazik sind Pools Garanten dafür, dass auch weiterhin eine große Anzahl von Einzelmaklern unabhängig am Markt agieren kann. Bei BVK-Vize Andreas Vollmer hört die Unabhängigkeit jedoch dort auf, wo ein Maklerbetrieb seinen Bestand beim Pool abgibt. Seiner Ansicht nach wird zudem durch Incentivierungen und Rentenmodelle der Pools das Verständnis des Maklers als treuhänderischer Sachwalter des Kunden konterkariert. Hier würden die Türen zum Vertreterstatus aufgemacht, so Vollmer. Das sollte sich dann auch so im Vermittlerregister widerspiegeln. Für den Geschäftsführer eines Maklerbüros ist es auch selbstverständlich, dass die Betriebe mit eigenem Geld in ein gutes Maklerverwaltungsprogramm investieren. Versicherungsvorstand Ralf Berndt verwies darauf, dass es grundsätzlich für Maklerversicherer wichtig sei, dass weiterhin möglichst viele unabhängige Vermittler am Markt sind. Maklerpools könnten hier einen wertvollen Beitrag liefern, weil sie Maklern helfen, die heutigen Anforderungen zu erfüllen. Voraussetzung sei aber, dass Pools die unabhängige Produktauswahl gewährleisten und keine Steuerungsmaßnahmen über Vergleichsprogramme oder Incentivierungen vornehmen würden. Zudem betont er, wie wichtig es sei, dass sich bei Pools keine Oligopol- oder Monopolstrukturen entwickeln. Die vorherrschende Stellung einiger weniger könnte die Unabhängigkeit gefährden. Porazik erwiderte, dass Pools durchaus auch einen Mehrwert für Versicherer bieten würden. Manche Maklerversicherer könnten heute ohne Pools nicht mehr so bestehen, wie sie es tun, so seine Ansicht. Pools würden Versicherern das Geschäft aufbereitet und digital zukommen lassen, und dafür würden die allermeisten Versicherer auch gerne eine etwas höhere Courtage bezahlen. Überzeugen lässt sich Berndt davon nicht. Viele Pools seien der Meinung, dass die Pool-Dienstleistung vom Versicherer bezahlt werden müsse. Es müsse aber eigentlich der Grundsatz gelten, dass der bezahle, der die Dienstleistung in Anspruch nimmt, und stimmt damit der zuvor geäußerten Meinung von Vollmer zu. Doch was bedeutet die Entwicklung für Kunden? Porazik erklärt, dass der Kunde einen Kümmerer haben will, der dafür sorgt, dass er den besten Versicherungsschutz zu einem möglichst günstigen Preis bekommt. Dem Kunden sei aber oft noch zu wenig bewusst, ob er es mit einem Vertreter oder einem Makler zu tun habe. Es sei eine gemeinsame Aufgabe, den Versicherungsmakler besser in Position zu bringen. Vollmer wiederholt hier noch einmal die Sorge, dass der Kunde von Maklern mit einer engen oder gar ausschließlichen Poolanbindung ein vom Pool vorgegebenes Produkt bekomme. Die Marktgrundlage wäre dann eingeschränkt und an diesem Punkt ginge dann eben die Vertretertür auf. Abschließend verwies Berndt auf die Kostensituation: Wenn ein Ver - sicherer einen Großteil des Geschäfts über einen Pool bekomme, würden die Abschlusskosten steigen, denn ein Pool erwarte ordentliche Courtagen, die ein Einzelmakler nicht bekomme. Was die Beratungsleistung angehe, stelle er aber keinen Unterschied fest, zumindest dann nicht, wenn der Makler seinen Status ernst nimmt. 76 Dezember 2020

26. – 29. Oktober 2020 Digitalisierung und Corona: Vom goldenen Zeitalter der Versicherungswirtschaft Auch bei der DKM digital.persönlich darf die traditionelle Entscheiderrunde nicht fehlen. Unter der bewährten Moderation von Marc Surminski (Chefredakteur Zeitschrift für Versicherungswesen) diskutierten Patrick Dahmen (Vorstandsmitglied bei der Talanx AG), Rainer M. Jacobus (Vorstandsvorsitzender der IDEAL Versicherungsgruppe), Nils Reich (Mitglied des Vorstands der AXA Konzern AG) und Andreas Wimmer (Vorstandsvorsitzender der Allianz Lebensversicherungs-AG) über die BSV-Thematik, Empowerment der Makler und darüber, was die Versicherer von Amazon und Co. lernen können. Als Moderator Surminski beim Stichwort „digitale Exzellenz“ Amazon, Google und Co. ansprach, entgegnete Jacobus, dass die Innovationskraft der Versicherungsbranche nicht klein - geredet, sondern selbstbewusst vertreten werden sollte. Nils Reich sprach vom bevorstehenden „goldenen Zeitalter der Versicherungsbranche“, in dem neue Absicherungsmöglichkeiten entstünden. Jetzt hieße es, Wandlungsfähigkeit an den Tag zu legen und gemeinsam mit den Vertriebspartnern und Kunden zu experimentieren, dann sei viel möglich. Patrick Dahmen ergänzte, dass man als Branche von Amazon und Co. den Blick und das Denken vom Kunden und Vertriebspartner her erlernen könne. Man müsse aber die persönliche Kompetenz, die eindeutig die Stärke der Versicherungsbranche sei, mit der digitalen, kundenzentrierten Herangehensweise verbinden und eine Kombination dieser beiden Welten schaffen. Denn den empathischen Zugang über den persönlichen Kontakt könnten Amazon und Co. nicht bieten. Auch Mittelständler seien hier – etwa aufgrund der Kosten – nicht im Nachteil, denn auch sie hätten ja die entsprechende Kundenschnittstelle, den Vermittler, fügte Rainer M. Jacobus an. Dieser sei bei komplexeren Produkten dringend vonnöten. Außerdem könne die Versicherungsbranche Regulatorik, die ja nicht per se sinnlos sei, sondern auch schütze. Die abschließende Botschaft der Diskussionsteilnehmer an die Vermittler fiel durchweg positiv und ermutigend aus. Patrick Dahmen sprach an, dass die Menschen gerade jetzt wichtige Orien - tierung von Fachleuten wie Maklern bräuchten. Die HDI unterstütze die Makler gerne dabei. Nils Reich bekräftigte nochmals, dass die Versicherungsbranche in diesen Zeiten unheimlich wichtig sei und gemeinsam gute Dinge erreicht werden könnten. Andreas Wimmer bediente sich zum Abschluss des motivierenden Zitats, dass es gute Gründe für Pessimismus, aber noch bessere Gründe für Optimismus gebe, und Rainer M. Jacobus beschränkte sich in seiner Schlussbotschaft auf ein ebenso kurzes wie gehaltvolles „Fürchtet euch nicht!“. Dezember 2020 77

AssCompact

Dezember Vermittler Altersvorsorge Makler Unternehmen Digitale Versicherer Vertrieb Deutschland Digitalen

Neues von AssCompact.de

Dezember Vermittler Altersvorsorge Makler Unternehmen Digitale Versicherer Vertrieb Deutschland Digitalen